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Evangelische Theologie - Magister Theologiae

Inhalt des Studiums
Aufbau des Studiums
Formalia
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Studienabschluss: Magister Theologiae
Bewerbungspflichtig: Nein
Studienbeginn: Wintersemester und Sommersemester
Regelstudienzeit: 10
Sprachnachweise: Hebraicum, Graecum, Latinum (bis zur Zwischenprüfung)
Lehrsprache: Deutsch, Englisch

Theologische Fakultät

 

Inhalt des Studiums

Das Studium der Evangelischen Theologie umfasst folgende theologische Disziplinen:

Altes Testament

Das Studium des Alten Testaments (AT) vermittelt grundlegende Kenntnisse zur Entstehung und Ursprungsintention des Alten Testaments sowie zur Geschichte und Religionsgeschichte des antiken Israel und seiner Umwelt. Die Theologie des AT wird in ihrer kanonischen Vielfalt, in ihrer umfassenden Wirkungsgeschichte in Judentum und Christentum sowie in ihrer aktuellen gesellschafts- und kulturpr ägenden Kraft betrachtet. Das Studium soll die Studierenden in die Lage versetzen, das AT mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden, kritischer hermeneutischer Reflexion und Benutzung wichtiger Fachliteratur selbständig auszulegen. Darüber hinaus sollten die Studierenden die Bedeutung der alttestamentlichen Schriften für Theologie, Kirche und Kultur der Gegenwart erfassen und auch im Blick auf Predigt und Unterricht die gewonnenen Kenntnisse schriftlich und mündlich vertreten können. Dem Studium liegen die Texte in hebräischer (und aramäischer) Sprache zu Grunde. In Studiengängen, in denen keine Kenntnisse dieser Sprachen verlangt sind, wird mit deutschen Übersetzungen unter Hinzuziehung der antiken griechischen Übersetzung gearbeitet. Neben den Texten des Alten Testaments werden archäologische Zeugnisse ausgewertet, die für Fragen der Geschichte und der Religionsgeschichte Israels und seiner Umwelt relevant sind. Dazu zählen insbesondere einschlägige Bereiche der althebräischen bzw. der altorientalischen Epigraphik, die aus der Lektüre von Originalquellen (gegebenenfalls in Übersetzung) erarbeitet werden. Das Studium des Alten Testaments wird zusätzlich vertieft durch interdisziplinäre und interreligiöse Zusammenarbeit mit der Hochschule für jüdische Studien in Heidelberg.

 

Neues Testament

Zum Studium des Neuen Testamentes (NT) geh ören Kenntnisse über die Entstehung und den Inhalt der neutestamentlichen Schriften und des neutestamentlichen Kanons sowie über die Geschichte des Urchristentums und seine Einbettung in die religiöse, soziale und politische Geschichte seiner Zeit, insbesondere des Judentums. Relevante Teile der jüdischen und antiken Religionsgeschichte sollen durch Originalquellen bekannt sein. Ziel des Studiums ist es, mit der theologischen Gedankenwelt des Neuen Testaments vertraut zu werden, die Probleme seines Verstehens in der Gegenwart reflektieren zu können und zur selbständigen Auslegung neutestamentlicher Texte fähig zu sein.

 

Kirchen- und Dogmengeschichte

Das Studium der Kirchengeschichte umfasst die Fächer Kirchen-, Dogmen- und Theologiegeschichte, Konfessionskunde, Christliche Archäologie und Geschichte der christlichen Kunst sowie im Blick auf die spezifisch deutschen Verhältnisse die Territorialkirchengeschichte.

In Hauptvorlesungen wird ein Überblick über die fünf Zeitalter der Kirchen-, Dogmen- und Theologiegeschichte (Altertum, Mittelalter, Reformation, Neuzeit, kirchliche Zeitgeschichte), über die Strukturen, bestimmenden Ereignisse und zentralen Problemstellungen gegeben. Bei den Zeitaltervorlesungen werden Kirchen-, Dogmen- und Theologiegeschichte integriert behandelt.

Der vertiefenden Kenntnis sollen L ängsschnitte oder ausgewählte Problemstellungen einer Epoche dienen. Als Felder solcher Vertiefung dienen vor allem die Kirchen-, Dogmen- und Theologiegeschichte des 4. und 5. Jahrhunderts, der Reformationszeit, des Pietismus und der Aufklärung sowie der kirchlichen Zeitgeschichte.

 

Systematische Theologie

Das Studium der systematischen Theologie umfast die Disziplinen Dogmatik, Ethik, Ökumenische Theologie und Philosophie.

In der Dogmatik werden Kenntnisse zu biblischen, historischen und gegenwartsbezogenen Themen vermittelt und Möglichkeiten zur Integration dieser Themen zu theologischen Lehren aufgezeigt; ferner wird die Fähigkeit zur argumentativen Darlegung der Inhalte des christlichen Glaubens eingeübt.

In der Ethik sollen die Studierenden Kenntnis und Einsicht in Probleme christlich motivierten Handelns in Geschichte und Gegenwart gewinnen und zu eigenem ethischen Urteilen befähigt werden.
In der Ökumenischen Theologie werden Kenntnisse über die Beziehungen der christlichen Kirchen untereinander, deren theologische Grundlegung in ihren unterschiedlichen Traditionen und ihre Bedeutung für das gesellschaftliche und politische Zusammenleben vermittelt.

Ziel der Religionsphilosophie ist es, den selbständigen Umgang mit Fragestellungen und zentralen Texten der Philosophie zu lehren.

 

Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie

In der Religionswissenschaft werden theoretische Ansätze und Kenntnisse zum Islam, Hinduismus und Buddhismus sowie zu neuen religiösen Bewegungen und zur Esoterik vermittelt.
In der Interkulturellen Theologie stehen die Theologie- und Christentumsgeschichte Asiens, Afrikas und Lateinamerikas sowie Grundfragen der interkulturellen Theologie (Interreligiöser Dialog,Theologie der Religionen, Mission, kontextuelle Theologien etc.) im Mittelpunkt.

 

Praktische Theologie

Das Studium der Praktischen Theologie umfasst die Disziplinen Homiletik und Liturgik (Predigt- und Gottesdiensttheorie), Religionspädagogik, Poimenik (Seelsorgetheorie), Kirchentheorie und Pastorallehre und Diakonik.

Die Homiletik beschäftigt sich mit dem Ursprung und der Geschichte biblischer und kirchlicher Predigt und Predigtlehre, möglichst in ihrem Zusammenhang mit der Liturgik und deren Werdegang; sie zeigt Möglichkeiten zu einer argumentativ verantworteten Integration von relevanten homiletischen Entwürfen in ein eigenes homiletisches Konzept auf und hilft, die Fähigkeit zum rechenschaftsfähigen Erarbeiten, Halten und Reflektieren eigener Predigt zu entwickeln. Die Liturgik vermittelt neben den historischen Entwicklungslinien christlicher Gottesdienste die Grundlagen von Gottesdiensttheorie und -gestaltung.

Die Religionspädagogik geht von der religiösen Gegenwartslage von Schülerinnen und Schülern aus und entwickelt ein angemessenes Profil des Religionsunterrichts, das Erwartungen an christliche Religion ernst nimmt, Anfragen und Enttäuschungen im kritischen Diskurs aufnimmt, und die religiöse Bildungsaufgabe neu und zeitgemäß mit einem eigenen theologischen Profil und unter Bezug auf empirisch-qualitative Überlegungen konzipiert. Sie erarbeitet Strukturen der Unterrichtsvorbereitung, reflektiert die Geschichte religöser Bildungsbemühungen und Formen kirchlich religiöser Bildung (Kindergottesdienst, Konfirmandenarbeit, Erwachsenenbildung) außerhalb des schulischen Kontexts. Dabei bleibt die Differenz von Unterricht und Verkündigung christlicher Religion immer im Blick.

Die Poimenik stellt die Frage nach der Seelsorge im Blick auf die Grundlagen der Theoriebildung (insbesondere im 20. Jahrhundert) und die Grundlagen ihrer Praxis in der Gegenwart. Unter Einbeziehen theologischer und humanwissenschaftlicher Perspektiven (Pastoralpsychologie) gilt das Interesse einem Verständnis des seelsorglichen Beziehungsgeschehens in der Vielfalt seiner personalen, kommunikativen und glaubensbezogenen Möglichkeiten. In der Vermittlung und Reflexion von poimenischer Theorie, eigener Person und konkreter Praxis kann dann eine eigene theologisch verantwortete und den Kommunikationsbedingungen angemessene eigene Seelsogekonzeption entwickelt werden.

Diakonik ist in Heidelberg als Teil der Praktischen Theologie ein besonderer Schwerpunkt, in dem die vielfältigen Bezüge und Dimensionen der diakonischen Verantwortung der Kirchen in Forschung und Lehre interdisziplinär behandelt werden. Neuerdings bietet das Diakoniewissenschaftliche Institut auch zwei weiterbildende Masterstudiengänge an, einen für „Unternehmensführung im Wohlfahrtsbereich“ und einen für „Diakoniewissenschaft“ (Anmeldung jeweils bis Juli).

In Kirchentheorie und Pastorallehre sollen im Sinne einer praktischen Ekklesiologie neuere Konzeptionen der Kirchenentwicklung und -organisation sowie verschiedene Sichtweisen vom Pfarramt, von Charismen, Ämtern und Diensten in Kirchen und Gemeinden sowie Konzeptionen von Gemeindearbeit kritisch mit praktischen Konkretionen in Geschichte und Gegenwart konfrontiert werden, um daraus Kriterien für adäquate Praxis-Analysen und für die Entwicklung eigener theologisch fundierter Handlungstheorien zu entwickeln. Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei einer Theorie kirchlichen Handelns, die Diakonie als zentrale Dimension von Kirche verständlich macht.

 

Aufbau des Studiums

 

Das Studium im Magister Theologiae ist in drei Phasen unterteilt. Im (1) Grundstudium erhalten Sie methodische Einführungen in die Arbeitsschritte der einzelnen theologischen Disziplinen und erwerben Überblickswissen sowie bibelkundliche Grundlagen.

Während des Grundstudiums sind die drei Sprachabschlüsse Hebraicum, Graecum und Latinum nachzuholen, sofern diese nicht bereits während der Schulzeit oder an anderer Stelle erworben wurden. Die Theologische Fakultät bietet zu diesem Zweck regelmäßig Vorbereitungskurse an:

  • Hebräisch I: Intensivkurs mit Tutorium in jedem Semester - Hebraicumsprüfung zum Semesterende
  • Griechisch I und Griechisch II: jedes Semester mit Tutorium - staatliches Graecum zum Abschluss von Griechisch II
  • Latein I und Latein II: jedes Semester mit Tutorium - staatliches Latinum zum Abschluss von Latein II

Zusätzlich werden auch regelmäßig kostenlose Ferienkurse für Griechisch I und Latein I angeboten, um den Erwerb beider Sprachen jeweils innerhalb eines Semesters zu ermöglichen. Griechisch II bzw. Latein II werden dann jeweils im Semester fortgesetzt.

Im Rahmen des Basismoduls Praktische Theologie (Teil B) ist ein Gemeindepraktikum zu absolvieren. Vor- und Nachbereitung liegen in der Verantwortung der Theologischen Fakultät, die dafür ein Vorbereitungsseminar ("Gemeinde wahrnehmen" o.ä.) jeweils im Wintersemester sowie ein Auswertungs-Blockseminar zum Ende der Frühjahrssemesterferien anbietet. Das Praktikum selbst wird von den jeweiligen Landeskirchen organisiert und  ist mit diesen direkt und rechtzeitig abzusprechen. Bei Abstimmungsproblemen zwischen den Praktikumsordnungen der Landeskirchen und der Fakultät informieren Sie bitte den/die Studiendekan/in sowie den/die Leiter/in des Vorbereitungsseminars.

Das Grundstudium schließt mit der Zwischenprüfung ab. Diese besteht aus einer Klausur und einer mündlichen Prüfung in den exegetischen Fächern und einer mündlichen Prüfung in der Kirchengeschichte.

Einzelheiten regeln die Prüfungsordnung und das Modulhandbuch.

 

Im (2) Hauptstudium werden die methodischen und inhaltlichen Kenntnisse der Basismodule weiter vertieft. Neben den Aufbaumodulen ist die Vertiefung nach eigenen Interessen im Wahlmodul möglich.

Je nach Landeskirchenzugehörigkeit können die Inhalte des Hauptstudiums von der Prüfungsordnung abweichen. Studierende für das Pfarramt sollten sich vor Beginn des Hauptstudiums daher bei Ihrer Landeskirche informieren, welche Sonderregelungen sie möglicherweise einhalten müssen. Grundsätzlich gilt:

  • Theologische Fakultät Heidelberg (Fakultätsexamen): es gilt die Prüfungs- und Studienordnung Magister Theologiae;
  • Ev. Landeskirche in Baden: es gilt die Prüfungsordnung für das 1. Theologische Examen der Ev. Landeskirche in Baden; diese stimmt weitgehend mit dem Heidelberger Fakultätsexamen übereinstimmen;
  • andere Landeskirchen der EKD: es gilt die Prüfungsordnung der jeweiligen Landeskirche.

Den Abschluss des Theologiestudiums bildet die (3) Integrations- und Examensphase, die auf die Examensprüfung vorbereitet. Neben der Examensarbeit müssen Klausuren und mündliche Prüfungen in allen Theologischen Disziplinen abgelegt werden.

 

Formalia

Zulassung

Es besteht keine Zulassungsbeschränkung; Informationen zur Immatrikulation finden Sie hier. Für ausländische

Ausländische Studienbewerber

Für ausländische Studienbewerber gelten besondere Regelungen. Informationen erhalten Sie beim Akademischen Auslandsamt der Universität Heidelberg (Seminarstraße 2).

 

 

Fächerkombinationen

Der Studiengang Magister Theologiae kann nicht mit anderen Fächern kombiniert werden.

 

Studien- und Prüfungsordnungen

Prüfungsordnung (vom 16.07.2009)
Prüfungsordnung (vom 21.07.2011, letzte Änderung 07.02.2013)
Prüfungsordnung (vom 21.07.2011, letzte Änderung 26.03.2015)
Prüfungsordnung (vom 21.07.2011, letzte Änderung 28.09.2016)
Modulhandbuch

 

Prüfungsausschuss

Zuständig für Anrechnungs-, Anerkennungs- und Prüfungsfragen ist der jeweilige Prüfungsausschuss, bzw. das Prüfungsamt der Theologischen Fakultät. Nähere Informationen erhalten Sie dort.

Gebühren

Für ein Studium an der Universität Heidelberg fallen zu Beginn jedes Semesters Gebühren an.

  

Fachstudienberatung

Dr. Dirk Schwiderski
Kisselgasse 1, Zi. 123
Sprechstunde während der Vorlesungszeit: Mo und Di. jeweils 11.00-11.30 Uhr
Tel.: +49 (0)6221-54-3394 (Mo. und Di.11:00 - 11:30 Uhr)
E-Mail: dirk.schwiderski@wts.uni-heidelberg.de

  

Kontakt

Dekanat der Theologischen Fakultät
Hauptstraße 231
D-69117 Heidelberg
Tel.: +49 (0) 62 21/54 - 33 34
Fax: +49 (0) 62 21/54 - 33 72
e-mail: dekanat@theologie.uni-heidelberg.de

www.uni-heidelberg.de/fakultaeten/theologie

Fachschaft

Internet: www.uni-heidelberg.de/fakultaeten/theologie/fachschaft

 

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Letzte Änderung: 22.05.2017