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Bereichsbild

Islamwissenschaft I und II

Inhalt des Studiums
Aufbau des Studiums
Schwerpunkte der Forschung/Lehre
Formalia
Fachstudienberatung
Kontakt

Studienabschluss: Magister (Islamwiss. II nur als NF) (auslaufend ab WS 07/08)
Bewerbungspflichtig: Nein
Studienbeginn: WS u. SS
Regelstudienzeit: 9
Sprachnachweise: Lesekenntnisse in Englisch und einer weiteren modernen europäischen Fremdsprache
Lehrsprache: Deutsch
 

Philosophische Fakultät

 

Inhalt des Studiums

Gegenstand der Islamwissenschaft (Islamic Studies) ist diejenige kulturwissenschaftliche Disziplin, die sich auf der Basis der Kenntnis der Sprachen des islamischen Kulturraums mit der Erforschung der islamischen Welt vom Auftreten Muhammads bis heute befasst. Der Islam, ursprünglich im arabischen Sprachraum entstanden, griff bald über diesen Sprachraum hinaus auf Völkerschaften nicht-semitischer Zunge über, die wichtige Beiträge zur Ausbildung der islamischen Gemeinschaftskultur lieferten. Heute umfasst die islamische Welt Regionen Europas, Asiens und Afrikas von der Atlantikküste bis zu den Philippinen und von den Gestaden Ostafrikas bis zu den Strömen Sibiriens. Die historischen Kernländer des Islams wie die Arabische Halbinsel, Großsyrien, das Zweistromland, Ägypten, Iran mit Afghanistan sowie Anatolien und Teile Zentralasiens umfassen dabei den arabischen und türkisch-persischen Sprachraum.

In thematischer Hinsicht befasst sich die Islamwissenschaft (Islamic Studies) mit einem breiten Spektrum von Methoden und Inhalten, wie sich dies aus der Beschäftigung mit Geschichte, Religionen, Sprachen, Literaturen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Recht, Philosophie, Kunst, Archäologie und Historischer Landeskunde der islamischen Welt ergibt.

An der Universität Heidelberg wird der Komplexität und Diversität der Disziplin durch eine dreifache geographische und inhaltliche Schwerpunktbildung in Forschung und Lehre begegnet. Diese Schwerpunkte werden im Rahmen des Bachelor-Studiengangs Islamwissenschaft (Islamic Studies) vor allem durch die Sprachwahl ausgebildet und können in den ausdifferenzierten und thematisch enger gefassten Master-Studiengängen Arabic and Islamic Studies, Turkish and Ottoman Studies sowie Persian and Iranian Studies vertiefend verfolgt werden. Diese Schwerpunkte sind im einzelnen:

1. Der arabische Schwerpunkt, der sich auf der Basis der Kenntnis des Arabischen und seiner unterschiedlichen geographischen und historischen Ausprägungen besonders der Erforschung der Literatur-, Religions- und Kulturgeschichte der arabischen Welt ab dem 7. Jahrhundert bis zur Gegenwart widmet.

2. Der türkisch-osmanische Schwerpunkt, der die Geschichte und Kultur des Osmanischen Reiches und der angrenzenden Gebiete in Südosteuropa, Kaukasien und Iran umfasst. Für den türkisch-osmanischen Schwerpunkt ist die Erlernung des Türkischen in seiner modernen und klassischen Sprachstufe (Osmanisch) unabdingbare Grundlage.

3. Der persisch-iranische Schwerpunkt, der sich – vornehmlich ausgehend von einer Beschäftigung mit der islamischen Periode der Geschichte Irans – mit der Geschichte und Kultur des iranischen Kulturraums beschäftigt. Sprachliche Grundlage des persisch-iranischen Schwerpunkts stellt die Kenntnis des Neupersischen dar, erweitert durch eine erste Annäherung an dessen klassische Sprachstufen (Mittelpersisch, Altpersisch, Avestisch) bzw. das synchrone Spektrum der iranischen Sprachen.

 

Studienanforderungen und Studienvoraussetzungen

Das Studium im Bachelor-Studiengang Islamwissenschaft (Islamic Studies) setzt ein breites Interesse an Geschichte, Literatur und Gesellschaft des islamischen Kulturraumes voraus. Es verlangt die Fähigkeit und Ausdauer des oder der Studierenden, sich in vergleichsweise kurzer Zeit in mindestens eine der klassischen islamischen Literatursprachen Arabisch, Türkisch oder Persisch einzuarbeiten, die untereinander nicht verwandt und in der Regel von der Schule her auch nicht bekannt sind. Der Arbeitsaufwand, den jeder Studierende hierfür im Unterricht zu erbringen hat, ist groß und vergrößert sich noch durch die Notwendigkeit zu intensiver und kontinuierlicher Vorbereitung auf den Unterricht. Darüber hinaus ergibt sich aus dem breiten Aufgabenfeld der Islamwissenschaft die Notwendigkeit zur breit angelegten selbständigen Lektüre, für die die Kenntnis des Englischen und Französischen (auf Antrag durch eine weitere europäische lebende Fremdsprache ersetzbar) unabdingbar ist. Für die Bearbeitung bestimmter Themen mögen darüber hinaus Kenntnisse im Griechischen, Italienischen, Hebräischen oder in slawischen Sprachen von großem Vorteil sein.

Das Studium in den drei islamwissenschaftlichen Schwerpunkt-Master-Studiengängen setzt darüber hinaus die Kenntnis von mindestens zwei der genannten Orientsprachen, sowie eine Beherrschung der erwähnten europäischen Wissenschaftssprachen voraus.

Studienabschlüsse

Das Studium der Islamwissenschaft I kann durch die zum akademischen Grad eines Magister Artium – M. A. – führende Magisterprüfung abgeschlossen werden. Die jeweiligen Prüfungen sind durch die »Ordnung für die Magisterprüfung« für die philosophische Fakultät und die Neuphilologische Fakultät geregelt. Eine anschliessende Promotion ist sowohl mit zwei Hauptfächern als auch mit einem Hauptfach und zwei Nebenfächern möglich. Die Verbindung von Islamwissenschaft I und Islamwissenschaft II als Haupt- und Nebenfach ist insbesondere dann sinnvoll, wenn der oder die Studierende eine akademische Laufbahn erwägt. Werden das Hauptfach Islamwissenschaft I und das Nebenfach Islamwissenschaft II gewählt, müssen alle drei Sprachen (Arabisch, Persisch, Türkisch) erlernt werden. Grundsätzlich sollte der oder die Studierende bei der Fächerkombination sein künftiges Berufsziel im Auge behalten, wenigstens ein nicht orientalistisches Fach hinzunehmen und die Häufung allzu vieler Sprachen vermeiden, wenn er oder sie nicht außergewöhnlich sprachbegabt ist. Das Nebenfach Islamwissenschaft II kann nur in Verbindung mit dem Hauptfach Islamwissenschaft I studiert werden.

Das Fach Islamwissenschaft hat im Wesentlichen zu folgenden Fächern inhaltliche Beziehungen:
Semitistik, Iranistik, Geschichte (alte, mittelalterliche, neuere), Osteuropäische Geschichte, Geschichte Südasiens, Historische Hilfswissenschaften, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Europäische Literaturwissenschaften, Religionswissenschaft, Ethnologie, Politische Wissenschaft, Kunstgeschichte, Judaistik, Rechtswissenschaft, Klassische Philologie und Archäologie.

 

Aufbau des Studiums

BA Islamwissenschaft (Islamic Studies)

Der BA-Studiengang Islamwissenschaft (Islamic Studies) umfasst in der Regel 6 Studiensemester und kann als BA-Hauptfach (113 LP), 2. Hauptfach (74 LP) oder als Begleitfach (35 LP) studiert werden, wobei nur im BA-Hauptfach die Möglichkeit besteht, eine BA-Arbeit im Fachbereich Islamwissenschaft zu verfassen. Nur die beiden erst genannten Optionen vermitteln die notwendigen Kenntnisse, um im Anschluss an den Erwerb des BA einen der drei Schwerpunkt MAs zu belegen.

Die Studierenden haben die Möglichkeit jede der drei angebotenen Orientsprachen Arabisch, Türkisch und Persisch als A-Sprache zu wählen. Die endgültige Festlegung der Sprachreihenfolge findet erst im dritten Semester, bei der Wahl der zweiten Sprache, statt. Die inhaltliche Ausrichtung der ab dem dritten Semester beginnenden Vorlesungen, Seminare und Übungen wird jedoch durch die Wahl der Erstsprache bestimmt, so dass unterschiedliche Sprachkombinationen auch auf unterschiedliche Schwerpunkt-MAs hinführen.

 

Schwerpunkt MAs (geplant)

Drei inhaltliche Schwerpunkt MAs werden im Rahmen der Islamwissenschaft angeboten. Dieses sind im einzelnen: Arabic and Islamic Studies, Turkish and Ottoman Studies sowie Persian and Iranian Studies. Im Rahmen dieser Studiengänge, die jeweils die Kenntniss zweier Quellensprachen voraussetzen (Arabisch und eine weitere Sprache im Falle des Studienganges Arabic and Islamic Studies, Türkisch und eine weitere Sprache im Falle des Studienganges Turkish and Ottoman Studies und Neupersisch und eine weitere Sprache im Rahmen des Studienganges Persian and Iranian Studies) wird eine dritte Quellensprache aus dem Angebot des Instituts für Islamwissenschaft erlernt. Gleichzeitig werden die Kenntnisse in der Erstsprache erweitert und vertieft. Das vierte Fachsemester ist als Prüfungszeitraum vorgesehen.

Jeder Studiengang bietet auch ein zugehöriges MA-Begleitfach an, das aus einem Sprachkurs in die jeweilige Schwerpunktsprache besteht (Arabisch, Persisch oder Türkisch).

 

Forschungsschwerpunkte

Osmanistischer Schwerpunkt:

  • Provinzialgeschichte des Osmanischen Reiches, besonders Balkanländer mit Schwerpunkt im frühen 19. Jahrhundert
  • osmanisches Urkundenwesen und Paläographie
  • Nichtmuslime in den islamischen Gesellschaften
  • Geschichtsschreibung im Osmanischen Reich der Spätzeit
  • Zeitungs- und Pressegeschichte Osmanisches Reich, Iran und Rußland

Arabistischer Schwerpunkt:

  • Literatur in Mittelalter und Moderne (Dichtung, Adab, Maqama, Kurzgeschichte, Autobiographie)
  • Entstehung und Entwicklung des Islam (und Islamismus)
  • Geschichte (und Sozialgeschichte) Schwerpunkte: Ägypten/ Syrien/ Libanon/ Palästina/ Irak
  • Geschichte der arabischen Länder in der Moderne.

Iranistischer Schwerpunkt:

  • Kultur und Geschichte des iranischsprachigen Raumes vornehmlich in islamischer Zeit

Formalia

Zulassung

Für den BA-Studiengang Islamwissenschaft (Islamic Studies) besteht keine Zulassungsbeschränkung; eine Immatrikulation ist ohne vorherige Bewerbung möglich und erfolgt online.
Für ausländische Studienbewerber gelten besondere Regelungen. Informationen erhalten Sie beim Akademischen Auslandsamt der Universität Heidelberg (Seminarstraße 2).

Die Zulassung zu den drei Schwerpunkt MA-Studiengängen regeln die zugehörigen Zulassungsordnungen.

Fächerkombination  

Die möglichen Fächerkombinationen ergeben sich aus dem Fächerkatalog. Eine Verbindung der BA-Studiengänge Islamwissenschaft (Islamic Studies) und Semitistik ist nur möglich, wenn im BA-Studiengang Islamwissenschaft (Islamic Studies) Arabisch nicht als Sprache gewählt wird.

 

Studien- und Prüfungsordnungen


BA Islamwissenschaft (Islamic Studies)

  • Prüfungsordnung der Universität Heidelberg für den Bachelor-Studiengang Islamwissenschaft (Islamic Studies)

Prüfungsausschuss

Zuständig für Anrechnungs-, Anerkennungs- und Prüfungsfragen ist der jeweilige Prüfungsausschuss, bzw. das Prüfungsamt. Nähere Informationen erhalten Sie bei der betreffenden Fachstudienberatung.

Studiengebühren

Die allgemeinen Studiengebühren betragen 500,00 € pro Semester. Zusätzlich ist ein Beitrag für das Studentenwerk und ein Verwaltungskostenbeitrag zu bezahlen.

 

Fachstudienberatung

Johannes Zimmermann, M.A.
Sandgasse 7, Zi. 806
Mo. 14.30-17.00 Uhr
Tel. +49 (0)6221-54-3582
E-Mail: johannes.zimmermann@ori.uni-heidelberg.de

 

Kontakt

Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients
Sandgasse 7
D-69117 Heidelberg

Sekretariat: Sabine Khannoussa
Tel.: +49 (0)6221-54-2969
Fax: +49 (0)6221-54-2963
E-Mail: sekretariat@ori.uni-heidelberg.de
Internet: http://www.islamwissenschaft.uni-hd.de/
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E-Mail: Seitenbearbeiter
Letzte Änderung: 01.11.2012