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Bereichsbild

Ethnologie

Studienabschluss: Magister (auslaufend ab WS 07/08)
Bewerbungspflichtig: Ja
Studienbeginn: WS u. SS
Regelstudienzeit: 9
Sprachnachweise: Lesekenntnisse in mindestens zwei modernen Fremdsprachen
Lehrsprache: Deutsch und Englisch

Fakultät für Verhaltens- und Empirische Kulturwissenschaften

Inhalt des Studiums

Gegenstand der Ethnologie (früher "Völkerkunde” heute in Anlehnung an den englischsprachigen Raum auch "Sozial- und Kulturanthropologie") waren zur Zeit ihrer Anfänge im 18. Jahrhundert zunächst schriftlose Völker. Der Umfang dessen, was untersucht wird, hat seitdem beständig zugenommen: Naturvölker – fremde Völker – alle Völker und Kulturen – Kultur. Gegenstand und Forschungsstrategien der Ethnologie haben sich unter anderem durch die Aufhebung der engen Verbindung von Lokalität und Kultur verändert. Zunehmend sind Migrantengruppen, städtische Kulturen und neue Medien in den Mittelpunkt gerückt. Globalisierung und die Berücksichtigung von Transkulturalität haben ethnologische Zielsetzungen und Methoden jedoch nicht überflüssig werden lassen – im Gegenteil.

Zielsetzung der Ethnologie ist nach wie vor die Beschreibung von Universalien und kulturellen Besonderheiten sowie deren Erklärung. Aus der Spannung zwischen Verschiedenheit und Übereinstimmung, dem Eigenen und Fremden ergeben sich ihre zentralen Fragestellungen. Es geht um ein Verstehen der Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Lebensweisen (Kulturen), des Menschen in Gemeinschaften, ohne die er nicht überleben kann. Es geht um das Verstehen des Fremden und die Verständigung mit ihm und in seinem Spiegel um das Verstehen und Relativieren der eigenen Existenz, der eigenen Lebensweise.

Die Ethnologie ist eine vergleichende Disziplin und als methodische Strategie ist der Kulturvergleich zentral. Er steht am Beginn ethnologischer Forschungen: Zunächst vergleicht jeder Mensch das Neue mit dem ihm Vertrauten. Die empirische Forschung in der Ethnologie basiert auf Feldforschungen mit Betonung der Teilnehmenden Beobachtung. Das "Feld" hat sich allerdings verändert. Es kann nach wie vor ein Dorf in einem abgelegenen Gebiet des Himalaya oder Papua-Neuguineas sein, es können aber auch globale Netzwerke oder an mehreren Orten lebende Migrantinnen und Migranten sein. Es hat sich gezeigt, dass auch an deren Alltag und Lebenswelt teilgenommen werden kann, real und virtuell. Die Feldforschung bietet eine Vielzahl von Verfahren, die in Kombination miteinander angewendet werden, und die sich gegenseitig ergänzen und kontrollieren.

Gebraucht und genutzt werden ethnologische Kenntnisse heute in vielfältigen Anwendungsbereichen, in internationalen Organisationen, bei der Betreuung von Migrantinnen und Migranten, bei Gerichtsverfahren, in der Entwicklungshilfe oder in Wirtschaftsunternehmen. Für viele andere Fächer ist die Ethnologie ein sinnvolles Neben- oder Beifach, da sie den kulturvergleichenden Aspekt hinzufügt. Für eine berufsorientierte Ausbildung ist von Beginn an die Überlegung sinnvoller Fächerkombinationen wichtig.

 

Aufbau des Studiums

Am Ende des ersten Semesters wird sowohl von Hauptfach- als auch von Nebenfachstudierenden eine Orientierungsprüfung abgelegt. Sie besteht aus der erfolgreichen Teilnahme an der Lehrveranstaltung "Einführung in die Ethnologie" und umfasst eine Klausurarbeit von 60 Minuten Dauer.

Grundstudium

Studierende im Hauptfach müssen bis zur Zwischenprüfung je einen Schein in "Einführung in die Ethnologie", "Grundlagen ethnologischen Denkens", "Politk- und Wirtschaftsethnologie", "Religionsethnologie" und "Sozialethnologie" erwerben und außerdem zwei Veranstaltungen zu "Regionalgebieten" und die "Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten" besuchen.

Studierende im Nebenfach müssen bis zur Zwischenprüfung an der "Einführung in die Ethnologie" sowie an 3 von folgenden 4 Lehrveranstaltungen erfolgreich teilnehmen: "Grundlagen ethnologischen Denkens", "Politik- und Wirtschaftsethnologie", "Religionsethnologie", "Ethnologische Linguistik" oder "Sozialethnologie".

Regionalveranstaltungen sind sowohl für das Grund- wie für das Hauptstudium vorgesehen. Um zum Hauptstudium zugelassen zu werden, muss die Zwischenprüfung abgelegt worden sein. Sie erfolgt studienbegleitend, d.h. die Zwischenprüfungsnote wird aus dem arithmetischen Mittel der Einzelnoten errechnet. Spätestens bei der Meldung zur Zwischenprüfung müssen Studierende im Haupt- und Nebenfach den Nachweis "ausreichender Kenntnisse" (Äquivalent zu drei Jahren Schulunterricht) in zwei modernen europäischen Fremdsprachen vorlegen. Neben sprachlicher Kompetenz brauchen Studierende der Ethnologie eine breite Grundlage in historischen, geographischen und anderen Methoden, die zum Teil in anderen Disziplinen erlernt werden müssen (Soziologie, Psychologie, Geographie, Geschichtswissenschaften). Der formelle Abschluss des Studiums besteht nach 9 Semestern in der Erstellung einer Magisterarbeit.

Hauptstudium (5.-8. Semester)

Studierende müssen im Hauptfach je einen Schein in den Bereichen "Geschichte der Ethnologie", "Zeitgenössische Strömungen in der ethnologischen Theorie" und "Forschungsmethoden der Ethnologie" und zusätzlich drei Scheine in Lehrveranstaltungen des Hauptstudiums ihrer Wahl erwerben. Spätestens zwei Semester nach der Zwischenprüfung ist ein regionaler Schwerpunkt zu wählen, über den Lehrveranstaltungen angeboten werden. Studierende im Nebenfach benötigen im Hauptstudium drei Scheine in Lehrveranstaltungen des Hauptstudiums ihrer Wahl.

 

Schwerpunkt des Lehrangebots 

Thematische Schwerpunkte

  • Ethnologie der Sinne
  • Kognitive Ethnologie
  • Medical Anthropology
  • Ritual, Performanz und Theater
  • Transkulturelle Beziehungen und Migration

Regionale Schwerpunkte

  • Ozeanien (Melanesien, Mikronesien, Polynesien)
  • Südasien (von Nepal bis Sri Lanka)
  • Südost-Asien (mit Schwerpunkt Philippinen)

 

Formalia

Es besteht ein Zulassungsstop in den ersten Semestern. Eine Immatrikulation in höhere Semester ist ohne vorherige Bewerbung möglich. Infomationen zur Immatrikulation finden Sie hier.
Für ausländische Studienbewerber gelten besondere Regelungen. Informationen erhalten Sie beim Akademischen Auslandsamt.

Fächerkombinationen

Die möglichen Fächerkombinationen ergeben sich aus dem Fächerkatalog

Studien- und Prüfungsordnungen

Zwischenprüfungsordnung
Prüfungsordnung

Prüfungsausschuss

Zuständig für Anrechnungs-, Anerkennungs- und Prüfungsfragen ist der jeweilige Prüfungsausschuss, bzw. das Prüfungsamt. Nähere Informationen erhalten Sie bei der betreffenden Fachstudienberatung.

Studiengebühren

Die allgemeinen Studiengebühren betragen 500,00 € pro Semester. Zusätzlich ist ein Beitrag für das Studentenwerk und ein Verwaltungskostenbeitrag zu bezahlen.

 

Fachstudienberatung

Dr. Ulrich Oberdiek
Institut für Ethnologie
Sandgasse 7, Raum 1904
Mo, 14.30 - 16.30 Uhr
Tel: 06221 - 54 2227
E-Mail: ulrich.oberdiek@t-online.de

Dr. Christian Strümpell
Südasien-Institut
Im Neuenheimer Feld 330. Zi. 504
Mi. 11.00 - 13.00 Uhr
Tel.: +49 (0)6221-54-8838
E-Mail: Struempell@uni-heidelberg.de

 

Kontakt

Institut für Ethnologie

Sandgasse 7
D-69117 Heidelberg

Sekretariat

Tel.: +49 (0)6221-54-2236
Fax: +49 (0)6221-54-3556
E-Mail: Ethnologie@urz.uni-heidelberg.de
Internet: http://www.eth.uni-heidelberg.de/
Lageplan, bzw. Lageplan (SAI)

Südasien Institut der Universität Heidelberg

Abteilung Ethnologie
Im Neuenheimer Feld 330
D-69120 Heidelberg

Sekretariat

Tel.: +49 (0)6221-54-8900 oder -8954
Fax: +49 (0)6221-54-4998
E-Mail: info@sai.uni-heidelberg.de
Internet: www.sai.uni-heidelberg.de

Fachschaft

E-Mail: ethno_heidelberg@web.de

E-Mail: Seitenbearbeiter
Letzte Änderung: 07.03.2011