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Konzept

Kontrolle und Eskalation in der Romania: Politik und Steuerung durch Sprache

 

Die Veranstaltung findet vom 10.05. bis zum 12.05.2017 an der Universität Heidelberg statt.

 

Politische Kommunikation wird einerseits von kontrollierten Handlungen, andererseits immer wieder auch von Eskalationen und den hierauf notwendigen Reaktionen bestimmt. Unter Kontrolle mittels sprachlicher Mittel wird in diesem Zusammenhang die bewusste Steuerung der politischen Agenda und eines Themenfelds durch politische Akteure verstanden. Im Falle von politischen Eskalationen sind in der Regel jedoch weder die öffentliche Kommunikation noch die hieraus resultierenden Handlungen planbar, sondern folgen vielmehr kurzfristigen Impulsen. Als Beispiel für eine sorgfältig kontrollierte politische Kommunikation könnte etwa die Verteidigung der exception culturelle in Frankreich angeführt werden, während hingegen die politische Kommunikation der spanischen Zentralregierung an die Öffentlichkeit nach den terroristischen Anschlägen im Jahr 2004 in Madrid deutlich vom Druck notwendiger rascher Reaktionen geprägt ist und im weiteren Verlauf heftige Kritik erfährt.

In diesem Kontext spielt die Beziehung zwischen der Politik und den öffentlichen Medien eine herausragende Rolle, da hier eine enge Symbiose besteht, insofern die Medien als Übermittler der politischen Botschaften fungieren. Die Darstellung politischer und gesellschaftlicher Ereignisse wird maßgeblich über die Verwendung von Sprache konstruiert – in politischen Reden und Stellungnahmen (primäre Sprachhandlung), in den Medienberichten (sekundäre Sprachhandlung) und den folgenden Debatten im zivilen Raum (tertiäre Sprachhandlung) als Reaktion auf die sprachlichen Handlungen der ersten beiden Akteure. Im Falle von Eskalationen erfolgt die Kommunikation an die Öffentlichkeit von Seiten der Politiker häufig zum Zwecke der Beruhigung oder für Anweisungen an die Bevölkerung. Nicht immer ist dabei erkenntlich, welche Aussagen (noch) der Wahrheit entsprechen oder eventuell der Verschleierung dienen. Auffällig ist, dass im Kontext von politischer Kontrolle und Eskalation häufig diskursive Impulse entstehen, die, wie etwa der Terminus exception culturelle zeigt, nicht nur die politische Diskussion an sich prägen, sondern diese zugleich steuern und politische Entscheidungen bedingen. Bei der Betrachtung dieser spezifischen Art von politischer Kommunikation in der Öffentlichkeit sowie den hieraus wiederum entstehenden Debatten stellt sich darum etwa die Frage, welche diskursiven Muster und linguistischen Phänomene sich in diesem Kontext in den romanischen Sprachen herausgebildet haben und weiterhin heraus­bilden. Was sagen Analysen auf den Ebenen der Grammatik, Lexik und Syntax über die jeweiligen Diskurse aus? Welche weiteren Möglichkeiten eröffnen Kategorisierungen, die über die rein sprachliche Ebene hinausgehen?

Ziel der Tagung ist es, unterschiedliche diskurslinguistische und politolinguistische Analysen, die im Kontext von politischer Kommunikation zu verorten sind, vorzustellen und zu diskutieren. Es sollen dabei schwerpunktmäßig Untersuchungsmöglichkeiten bzw. Herangehensweisen zur Untersuchung von politischen Diskursen diskutiert und vor allem auf theoretischer Ebene Probleme und Herausforderungen von Modellen in der Diskurslinguistik kontrastiv gegenübergestellt werden: Welche linguistischen Schwierigkeiten ergeben sich bei der Kategorisierung von diskursspezifischen Phänomenen? Welches können Kategorien der Bewertung von politischen Diskursen sein, die über die rein lexikalisch-semantische Analyse hinausgehen? Welche linguistischen Charakteristika etwa sind in einem Diskurs zum Thema Terrorismus rekurrent? Wie können verallgemeinerbare Aussagen abgeleitet werden? Fallbeispiele sollen in diesem Rahmen dazu dienen, innovative Ansätze und Methoden zu exemplifizieren.

Verantwortlich: E-Mail
Letzte Änderung: 21.06.2017
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