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Veranstaltungen

Das «revolutionäre» Italien zwischen 1909 und 1934: Futurismus und Faschismus

Dr. Monica Cioli (Università di Trento)

 

Ort: Victor Hugo Bibliothek
Zeit: Donnerstag, den 12. Juli um 18:00 

 

Von den Anfängen des 20. Jahrhunderts – dem sogenannten „Mythos des Großen Italiens“ ausgehend, wird zunächst die Geschichte der Avantgarde in Italien dargestellt. Vor dem Faschismus brach der Futurismus in die immobile Szene Italiens ein, indem er die bürgerliche Welt durch einen ebenso genialen wie revolutionären Vorschlag herausforderte: Das Ziel von Filippo Tommaso Marinetti, dem Führer des Futurismus, und seinen Gefährten war es, die Bewegung, den Fluss der Zeit, in den bildenden Künsten einzufangen, um ihn dann in eine utopische „futuristische Rekonstruktion des Universums“  auszudehnen. Der Futurismus teilte mit dem Faschismus das ehrgeizige und revolutionäre Projekt, eine neue führende politische Schicht – eine neue technokratische bzw. „aristokratische“ Elite – zu schaffen. Dabei nahmen beide Bewegungen intensiv auf revolutionäre Tendenzen in den Wissenschaften Bezug, auf Physik und Mathematik, auf die Psychoanalyse und auf korporativistische Strömungen in den Sozial- und Staatswissenschaften. Dies verlieh Futurismus und Faschismus zwischen 1924 und 1934 eine gewisse Modernität auf, die den totalitären und diktatorialen Zügen des Regimes widersprach und sich deshalb am Ende nicht verwirklichen konnte.

Bis 1934-35 erlebte das System der italienischen Kunstausstellungen dank staatlicher Unterstützung und Organisation eine außerordentliche Blüte. Die Künstler, nicht nur der futuristischen Richtung, schufen Werke von großer Qualität. All das kam mit dem Äthiopienkrieg zu seinem Ende. Das Bündnis mit dem Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg besiegelten das Ende und das Misslingen der revolutionären Utopie, eine neue Führungsschicht zu schaffen. Der Futurismus blieb dem Faschismus gegenüber loyal, indem er von einer spirituell geprägten Kunst – der sogenannten „Flugmalerei“ und der kosmischen Kunst – zur „Kriegsmalerei“ überging, die, so Walter Benjamin, einer reinen „Ästhetisierung der Politik“ gleichkam. Der Futurismus verlor nun endgültig seine innovative Dimension und wurde reine Apologie des Faschismus.

 

 

Verantwortlich: E-Mail
Letzte Änderung: 05.04.2012
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