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Nichts ist umsonst

Studentenwerk setzt ganz auf Service
Pro Semester gehen 49 Euro ans Studentenwerk. Anders als beim Verwaltungskostenbeitrag oder den Langzeitstudiengebühren haben alle Studierenden was davon. Die meisten haben allerdings nicht den leisesten Schimmer, wofür sie eigentlich bezahlen. Ob Mensa, Wohnheim, Krippenplatz oder Semesterticket – das Geld ist gut angelegt.
Sozialbeitrag, Rückmelde- oder Verwaltungsgebühr, Studentenwerksbeitrag, Langzeitstudiengebühren – wenn es ans Geld der Studierenden geht, herrscht das reinste Begriffschaos. Sicher ist nur eins: Wer sich am Ende des Semesters rückmelden möchte, muss zahlen. Doch wofür eigentlich? Kommt das Geld auch den Studierenden zugute? Klar, denken sich die meisten, irgendwie wird das Geld schon für die Uni bestimmt sein. Ob damit aber die Dienstreisen der Professoren bezahlt werden, das Essen in der Mensa finanziert wird oder doch eher die Haushaltslöcher des Landes gestopft werden? Die wenigsten wissen da wirklich Bescheid.

Wo geht das Geld eigentlich hin?

89 Euro sind ab dem WS 2004/05 pro Semester fällig. Davon gehen 49 Euro an das Studentenwerk und 40 Euro nennen sich Verwaltungskostenbeitrag (kurz Verwaltungsgebühr). Wer sein Bildungsguthaben aufgebraucht hat, darf sogar noch 511,29 Euro mehr berappen. Von den so genannten Langzeitstudiengebühren sieht die Uni allerdings nur wenig, die fließen erst einmal in die Finanztöpfe von Stuttgart. Nur ein kleiner Bruchteil davon kommt wieder zurück und wird zum Beispiel für Tutorienprogramme verwendet. Bei den Verwaltungsgebühren ist die Lage noch unklarer, die gehen nämlich nicht an die Univerwaltung, wie man meinen könnte, sondern in den Landeshaushalt. Ob die Universität von dem Geld etwas wieder sehen wird, ist ungewiss. Birgit Kramer, Abteilungsleiterin vom Studentensekretariat, weiß davon jedenfalls noch nichts.

Alles ganz schön kompliziert, was auch schon bei der Vorgängerin der Verwaltungsgebühr, der so genannten Rückmeldegebühr, beobachtet werden konnte. Die gab's nur drei Semester (SS 97 – WS 98/99) und wurde schließlich vom Bundesverfassungsgericht im März 2003 für verfassungswidrig erklärt. Das Geld musste wieder zurückgezahlt werden. Prompt bekam auch das Studentenwerk Post: So manch einer wollte den Studentenwerksbeitrag nicht mehr entrichten und gleich noch die Beiträge der vergangenen Jahre zurückhaben – war ja alles verfassungswidrig, dachte man. Kein Wunder also, dass die Einführung der Verwaltungsgebühr im Herbst 2003 dann noch einmal für Verwirrung sorgte: eine Beitragserhöhung um 40 Euro fanden die meisten dann doch etwas happig. Dass Verwaltungsgebühr und Studentenwerksbeitrag eigentlich zwei völlig verschiedene Paar Schuhe sind, war ihnen offenbar nicht klar.

Der Studentenwerksbeitrag, früher auch Semester- oder Sozialbeitrag genannt, ist ausschließlich für die Studierenden da. Doch was bekommt Student jetzt eigentlich fürs Geld? Von den 49 Euro gehen, wie bereits dargestellt, 18,50 Euro für das Semester-Ticket drauf. Und der Rest? Mensa, Wohnheime oder beispielsweise die Studentenbücherei wollen schließlich auch bezahlt sein. Und genau für solche Zwecke sind die restlichen 30,50 Euro bestimmt. "Im Bundesvergleich bewegen wir uns damit im unteren Bereich", betont Dieter Gutenkunst, Geschäftsführer des Studentenwerks. Tatsächlich zahlen außerhalb des Rhein-Neckar-Dreiecks die Studierenden einiges mehr: 35-37 Euro beispielsweise in München, Hamburg, Freiburg oder Köln und in Frankfurt und Karlsruhe sind es sogar um die 45 Euro.

Die Beiträge allein reichen allerdings nicht aus. Während sich die Wohnheime durch die Mieten weitgehend selbst tragen, machen die Mensen Verluste und werden deshalb über staatliche Finanzhilfen subventioniert. Der Studentenwerksbeitrag kann daher größtenteils in die sozialen Dienste fließen: Zimmer- und Jobvermittlung, Sozial- und Rechtsberatung, Psychotherapeutische Beratungsstelle, Betreuung von ausländischen Studierenden, Kinderkrippen und -tagesstätten, Info-Center etc. Der ganze Service ist für Studierende umsonst, nur für die Kinderbetreuung muss bezahlt werden. Andere Leistungen wie Freitische in der Mensa für besonders bedürftige Studierende können nur über Spenden finanziert werden. Bleiben die aus, dann muss auch das Angebot zurückgefahren werden.

Beitragserhöhung möglich

Wenn ein neues Wohnheim gebaut oder die Mensa modernisiert werden muss, dann ist das Studentenwerk auf öffentliche Zuschüsse angewiesen. Die werden aber immer seltener und private Stiftungen können nur bedingt die Lücke füllen. Zwar hat das Studentenwerk auch Eigenkapital zur Verfügung, doch wenn das Geld trotzdem nicht ausreicht, müssen Kredite aufgenommen werden. Für die werden dann natürlich Zinsen fällig und belasten so den Haushalt des Studentenwerks.

Und wo wir schon mal beim Thema sind: Die staatlichen Finanzhilfen für die Studentenwerke in Baden-Württemberg werden in diesem Sommer für die nächsten fünf Jahre neu festgelegt. Bei den klammen öffentlichen Kassen ist höchstwahrscheinlich mit Kürzungen zu rechnen. Fallen diese drastisch aus, kann das Studentenwerk eine Beitragserhöhung nicht ganz ausschließen. 3-5 Euro sind durchaus im Bereich des Möglichen. Dass dieses Geld aber gut angelegt ist, sollte jetzt eigentlich jedem klar sein.
Melanie Engelke ende

 

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Updated: 21.06.2004