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Semester-Ticket auf dem Prüfstand

Alternative: MAXX-Ticket? – Studierende sollen über Umfrage an der Entscheidung beteiligt werden
EWas vor rund zehn Jahren als Erfolgsgeschichte begann, ist mal wieder in seiner Existenz bedroht: das Semester-Ticket, ein kostengünstiges Angebot für Studierende – sozial verträglich, ökologisch und verkehrspolitisch sinnvoll und auch für die Betreiber von Bussen und Bahnen durchaus ein lohnenswertes Geschäft. Deutliche Kürzungen von Ausgleichszahlungen im Ausbildungsverkehr durch das Land hat der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) jetzt allerdings zum Anlass genommen, an der Preisschraube zu drehen.
Alles soll teurer werden. Zum Wintersemester 2004/2005 wird in einem ersten Schritt der Verkaufspreis des Semester-Tickets auf 79 Euro pro Semester angehoben, zugleich hat der VRN die bestehende Semester-Ticket-Vereinbarung zum 30. September 2005 gekündigt. Konditionen für eine Regelung danach müssen somit mit den Vertragspartnern – also der Universität Heidelberg, der Pädagogischen Hochschule sowie dem Studentenwerk – neu verhandelt werden. Die Mittelkürzungen im Ausbildungsverkehr durch das Land Baden-Württemberg würden aber, so der VRN jetzt schon, in den kommenden Jahren auf jeden Fall weitere und deutliche Preiserhöhungen mit sich bringen.

So wird das Semester-Ticket finanziert

So wird das Semester-Ticket finanziert: Ein Sockelbetrag in Höhe von 18,50 Euro kommt aus dem Topf des Studentenwerksbeitrags und dient als Grundfinanzierung. Den Rest holt sich der VRN über den Verkaufspreis des Tickets in Höhe von 79 Euro (Stand: Wintersemester 2004/2005). Im Sockelbetrag enthalten sind 5 Euro für eine kostenlose Abendnutzung des ÖPNV, die allen Studierenden zur Verfügung steht. Grafik: Vargasevic


Die Zahlen liegen bereits auf dem Tisch. Um sie zu verstehen, ist noch einmal ein kurzer Blick auf das Heidelberger Modell hilfreich. Es gibt in Deutschland nämlich zwei unterschiedliche Formen der Semester-Ticket-Finanzierung. In dem einen Falle dient der Studentenausweis automatisch als Fahrkarte (ob man fährt oder nicht), dafür liegt der Studentenwerksbeitrag, den alle Studierenden zu Semesterbeginn entrichten müssen, entsprechend hoch. In Heidelberg dagegen fällt dieser pro Semester fällige Pflichtbeitrag (zusätzlich zur Verwaltungsgebühr) niedriger aus – das Ticket hat man damit allerdings noch nicht in der Tasche. Ein Teil dieses Beitrags fließt als Grundfinanzierung des Semester-Tickets dem VRN zu, den anderen Teil zur Deckung seiner Kosten holt sich der Verkehrsverbund über den Verkaufspreis, den nur diejenigen bezahlen, die auch wirklich das Ticket in Anspruch nehmen wollen (siehe dazu die oben abgedruckte Grafik).

Ab dem Wintersemester 2004/2005 nun wird der Grundbeitrag für das Semester-Ticket 18,50 Euro betragen, das sind immerhin sechzig Prozent des Beitragsanteils von 30,50 Euro, den das Studentenwerk für eigene Zwecke erhebt; in den Grundbeitrag von 18,50 Euro mit eingeschlossen sind 5 Euro für eine spezielle Abendregelung: eine kostenlose Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs ab 19 Uhr, die seit 2002 allen Studierenden zur Verfügung steht. Sollte dieser Grundbeitrag so bleiben wie er ist, präsentiert der VRN folgende Rechnung: Der Verkaufspreis des Semester-Tickets würde dann ab dem Wintersemester 2005/2006 103 Euro, im folgenden Oktober 125 Euro und ab dem Wintersemester 2007/2008 schließlich 147 Euro betragen, was nahezu einer Verdoppelung des jetzigen Verkaufspreises gleichkäme.

Was sind die Alternativen? Zum einen könnte der Grundbeitrag ab dem Wintersemester 2005/2006 auf 20 Euro erhöht werden, womit der Anstieg des Verkaufspreises ein wenig eingedämmt werden könnte – er läge dann ab dem Wintersemester 2007/2008 bei schließlich 138 Euro. Die andere Variante wäre radikaler: der Ausstieg aus dem Semester-Ticket zum Ende des Sommersemesters 2005. Als Ersatz dafür käme das MAXX-Ticket des VRN in Frage, das 1998 für Schüler und Auszubildende eingeführt wurde. Es kostet derzeit 303 Euro, wird jedoch ebenfalls in den kommenden Jahren erheblich teurer werden. Gerechnet wird mit einer Steigerung von jährlich rund 10 Prozent, womit dieser Fahrschein im Jahr 2007/2008 etwa 400 Euro kosten würde. Auch zu bedenken: Das MAXX-Ticket gilt für ein Jahr, ist also nicht jeweils für ein Semester erhältlich. Der Rest sind Rechenspiele, auch für das Studentenwerk, die den auf Solidarität aller Studierenden beruhenden Sockelbetrag von 18,50 Euro für den Verkehrsverbund allein schon aus juristischen Gründen nicht überreizen können.

Wohin die Reise gehen wird, ist noch offen. Sie sollen selbst mit entscheiden. Ein Fragebogen, der auf der Rückseite dieser Ausgabe abgedruckt ist (online: www.studentenwerk.uni-heidelberg.de/umfrage.html), dient dazu, Ihre Meinung einzuholen. Teilen Sie uns also bitte mit, wie Sie sich den Öffentlichen Nahverkehr zukünftig vorstellen. Jede Stimme zählt!

ende

 

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Updated: 21.06.2004