Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Startseite der Universität
Presse-Kontakt, WWW-Team Volltext-Suche, E-Mail-Suche, Datenbank-Suche Alle Seiten im Überblick English

Startseite > Presse > Publikationen > unispiegel

"Um uns herum hörten wir die wilden Tiere"

Am 11. September befand sich eine von Prof. Dr. Michael Wink organisierte Exkursion in Südafrika
Die heiße Nachmittagssonne brennt auf die Menschen und Tiere im Krüger National Park. Die Reisegruppe aus Heidelberg, auf einer botanisch-zoologischen Exkursion in Südafrika unterwegs, schwitzt. Professor Michael Wink vom Institut für Pharmazeutische Biologie der Universität Heidelberg macht mit seinen 24 Studenten der Pharmazie und einigen Doktoranden nach einem vollen Reiseprogramm einen Zwischenstopp im Wildpark. Es ist der 11. September 2001.

Die Menschen suchen vor der Hitze Zuflucht im Schatten der Bar-Hütte, die mit ihren ausladenden Dächern Kühle spendet, und die dort aufgehängten Fernsehgeräte versprechen etwas Abwechslung zur monotonen Geräuschkulisse der Savanne. Plötzlich kommt Bewegung in die träge Masse. Laute der Verwunderung, des Entsetzens und der Bestürzung rufen alle Umstehenden herbei.

"Menschentrauben versammelten sich vor den flimmernden Bildschirmen und blickten auf die immer wieder von CNN eingespielte Sequenz der Flugzeuge, die in das World-Trade-Center flogen", schildert Wink betroffen, Wochen nach der glücklichen Heimkehr seiner Reisegruppe. "Es war eine kollektive Beklemmung spürbar. Um uns herum hörten wir die wilden Tiere und unsere Augen sahen etwas Unvorstellbares, das war sehr seltsam", lässt Wink das intensive Ereignis Revue passieren. Etwa eine Stunde nach den Ereignissen in den USA erreichten die Nachrichten jeden Winkel der Welt.

Aber die Exkursion in der Zeit vom 28. August bis zum 17. September hatte auch andere, erfreuliche Erlebnisse zu bieten. Zusammen mit einer Gruppe von 20 Studenten der "Rands African University" aus Johannesburg verbrachten die Heidelberger die insgesamt 8 000 Kilometer per Bus gemeinsam. Von Johannesburg aus starteten sie nach Süden entlang der Küste bis nach Kapstadt und wieder zurück zu ihrem Ausgangspunkt.

Auf ihrem Weg durch die geologisch interessante und farbenprächtige Landschaft besuchten die Teilnehmer pharmazeutische Unternehmen, die nur dort heimische Arzneimittelpflanzen anbauen. "Südafrika ist das Land mit der größten Biodiversität weit und breit und viele Arzneimittelpflanzen stammen von dort, so zum Beispiel die Teufelskralle, deren Inhaltsstoffe gegen Rheuma eingesetzt werden", erläutert der Pharmazeut.

Was das Studienziel der Pharmaziestudenten angeht, das Erwerben von Pflanzenkenntnissen, ist Wink sehr zufrieden. Ihm persönlich ist der geleistete Beitrag zur Völkerverständigung jedoch wichtiger. "Es spukt immer noch das Bild eines von Gewalt geprägten Südafrikas in unseren Köpfen herum", bedauert er. "Natürlich gibt es Gewalt in den Townships, den Hüttenvierteln der Städte, aber dort geht man auch nicht hin", hebt er hervor. Dass Südafrika ein offenes und hochzivilisiertes Land ist, haben seine Studenten erfahren dürfen. Allerdings auch, dass genau umgekehrt Deutschland in den Augen der Südafrikaner wegen der Rechten Szene als gefährlich gilt, so Wink.

"Der dortige Konflikt ist nicht schwarz-weiß, sondern arm-reich." Wink hat das Land schon öfters besucht und kennt die sozial-politische Situation. Zu einem vollwertigen Studium gehört nicht nur das Aneignen von formalem Wissen, sondern auch eine Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen. Wink glaubt daran, dass er mit dieser Exkursion, die er alle zwei bis drei Jahre durchführen will, seine Studenten in dieser Hinsicht voran gebracht hat. Das gegenseitige Verständnis für andere Kulturen ist gerade angesichts von Terrorakten, die aus dem Konflikt zwischen Armut und Reichtum hervorgehen, von Dringlichkeit.

Georg Sposny Endpunkt

 

Zurück

Top

Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Neues im Netz | Kontakt | Suche | Überblick | English


Page maintained by Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg.
Updated: 15.12.2001