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Wieder mehr Studierende

Im Blickpunkt: Die Heidelberger Physik im Aufwind
Der in den neunziger Jahren bundesweite Trend gegen ein naturwissenschaftliches Studium scheint zumindest in der Heidelberger Physik gebrochen. Im Wintersemester 2001/2002 schrieben sich insgesamt 239 Studierende in der traditionsreichen Fakultät für einen der drei angebotenen Studiengänge Diplom, höheres Lehramt und Master in Physics ein. Verglichen mit dem vergangenen Wintersemester entspricht das einem Zuwachs von 38 Prozent.
Studienanfänger im Fach Physik 1990-2001

Der Verlauf der jährlichen Anfängerzahlen von 1990 bis heute zeigt deutlich, dass nach einem Tief gegen Mitte der neunziger Jahre die Physik heute sogar die hohen Anfängerzahlen des Jahres 1990 übertroffen hat und damit bereits wieder an die Grenzen ihrer Ausbildungskapazität stößt. Die Gründe für den Trend zur Physik sind zwar noch nicht eingehend analysiert, einige liegen jedoch auf der Hand. So führte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft im Jahr 2000 das "Jahr der Physik" in Deutschland durch. "Öffentliche Veranstaltungen, Fernsehsendungen, Schülertage und eine vielfache Medienpräsenz haben die Physik als Schlüsselwissenschaft der modernen Industriegesellschaft dargestellt", bilanziert Prorektor Prof. Dr. Karlheinz Meier, der selbst Physiker ist.

Neben einer Reihe von Aktivitäten im Rahmen dieses Programms hat die Heidelberger Fakultät für Physik und Astronomie eine Informations-CD-ROM "Physik und Astronomie studieren in Heidelberg" in 17 000 Exemplaren an deutschen Schulen sowie auf Messen und Ausstellungen verteilt. "Das "Jahr der Physik" ging einher mit einer stark angestiegenen Nachfrage nach Physikern auf dem Arbeitsmarkt", kommentiert Meier, "so dass der neue Trend zu dieser spannenden Wissenschaft sicher auch in Zusammenhang mit der umfangreichen Werbung zu sehen ist."

Speziell die Physik in Heidelberg biete ihren Studierenden ein besonders breites Programm von stark interdisziplinären Bereichen wie der Umweltphysik und der Biophysik bis hin zu den spannenden Fragen der reinen Erkenntnis im Bereich der kleinsten Elementarteilchen und der Entstehung des Universums. "Eine enge, offene und unkomplizierte Kooperation mit anderen Fakultäten und externen Instituten öffnet Studierenden die Tore zu praktisch allen Bereichen der modernen Naturwissenschaft speziell für Diplom- und Doktorarbeiten", sagt der Prorektor. Die große Zahl neuer Studienanfänger in der Physik werde vom gesamten naturwissenschaftlichen Umfeld in Heidelberg mit Freude registriert.

"Ein nicht zu ignorierender Wermutstropfen", so Meier, "ist allerdings noch immer das geringe Interesse am Lehramtsstudium." Mit nur 33 Anfängern im Jahr 2001 und eher niedrigeren Zahlen an anderen Universitäten stehe der naturwissenschaftliche Unterricht an den Schulen vor einer Krise. Zur kurz- und mittelfristigen Lösung dieses ausgesprochen ernsten Problems seien Programme erforderlich, die Physiker aus Forschung und Industrie zumindest für eine befristete Zeit an die Schulen holen.

Die Heidelberger Fakultät für Physik und Astronomie ist gemessen an der Zahl ihrer Absolventen die größte in Deutschland. Im Jahr 2000 wurden insgesamt 179 Diplome und 122 Doktortitel vergeben. Neben 44 Professuren in den Fächern Physik, Astronomie und Informatik beteiligen sich eine Reihe von Dozenten aus externen Instituten an den umfangreichen Lehraufgaben der Fakultät.

Michael Schwarz Endpunkt

 

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Updated: 15.12.2001