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Bunter Kleinkunsteintopf

Die 11. "offene Bühne" hat wieder Spaß gemacht
Zum elften Mal fand im Romanischen Keller die "offene Bühne" statt (auch abgekürzt: o.b.). Wie immer erwartete den Besucher auch bei dieser Schnapszahlpremiere ein buntes Programm - genossen werden konnte ein Kleinkunsteintopf mit herzhaften Brocken und ohne fades Gemüse. Die Darbietungen reichten von Stand-up-Comedy, Musik und Lesung bis zu einem freudianisch-philosophischen Kasperltheater.

Der Nachwuchs-Stand-up-Comedian "Titti" alias Matthias Jung eröffnete den bunten Reigen. Er erzählte uns von seiner Angst vor Hunden, berichtete von Bahnhofsklos, die stinken, von Tauben, die alles zukoten, und von Handtrockenautomaten, die nicht funktionieren. Nach diesem Auftakt las uns Boris Halva, neuerdings Kolumnist der Theaterzeitung "Souffleuse", einige seiner literarischen Perlen vor. Hervorstechend war insbesondere seine Karikatur des unterschwellig rassistischen Deutschen, der im Urlaub die Qualitäten seines Gastgebervolks an der Messlatte deutscher Tugenden misst.

Martin Bartels präsentierte danach mit seinem freudianisch-philosophischen Kasperltheater auch einen Leckerbissen fürs Auge. Der Dozent für Philosophie an der Pädagogischen Hochschule erschien bepackt mit einer kompletten Kasperltheaterbühne als Umhang und gab uns einen Auszug aus seinem aktuellen Stück "Das unkommunikative Krokodil - eine konkrete Utopie" zum Besten, welches er Jürgen Habermas zu seinem 70. Geburtstag gewidmet hat. Protagonist dieses charmanten Puppenspiels ist natürlich das im Titel erwähnte unkommunikative Krokodil, das mit der Lebensregel "Reden ist Silber, Fressen ist Gold" ein Fremdkörper innerhalb der idealen Diskursgemeinschaft bleibt, die ganz dem kommunikativen Handeln hingegeben ist. Wer mehr von Martin Bartels sehen möchte, sei recht herzlich eingeladen, am Samstag, dem 8. Dezember zu einer Veranstaltung der Aidshilfe Heidelberg in das Theater im Romanischen Keller zu kommen, um einen "rosa Faust" zu erleben.

Nachdem sich die Diskursgemeinschaft in der Pause bei kommunikativen Gesprächen ihrem Trieb nach Knabbereien und Getränken hingegeben hatte, las der chilenische Dichter Roberto Viereck Salinas aus seinem Buch "Canto al Canto". Präsentiert wurde diese Lesung von der lateinamerikanischen Hochschulgruppe GRUPAL. Danach gab es was auf die Ohren: Rockmusik von "Spronk 47". Zunächst mit deutschem Text und Anklängen an Lounge-Musik. Danach ein etwas lang geratenes, jedoch sehr abgefahrenes Instrumentalstück, das stilistisch irgendwo zwischen Frank Zappa, Jethro Tull und Can zu verorten war.

Den Abschluss des Programms bildete schließlich Laif Schmitt von dem Kabarett-Duo "Die Hämorrhoiden". Seine Stärke sind Märchen. Wer einmal das Vergnügen hatte, bei einer seiner Aufführungen dabei gewesen zu sein, weiß, dass dies keine gewöhnlichen Märchen sind. Sie beginnen oft sehr konventionell, werden dann aber plötzlich abstrus. "Der verkaterte Stiefel" an diesem Abend war nicht weniger brillant als "Die Geschichte von Olaf dem Reh" bei der letzten "offenen Bühne". Ferner erzählte er uns noch die Biographie eines ungarischen Folkloresängers, der, in der Heimat verkannt, im fernen Jamaika zu Ruhm und Ehre gelangte: Bob Marley.

Wer jetzt noch behauptet, Marley sei gar kein Madjar gewesen, hat irgendetwas nicht mitbekommen und bleibt der 12ten "offenen Bühne" am 22. Januar 2002 lieber fern. Alle anderen sind jetzt schon dazu eingeladen. Und vielleicht hat ja der eine oder die andere eine Geschichte oder auch Show im Gepäck.

Tobias Kropatsch Endpunkt

 

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Updated: 15.12.2001