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12 000 km zu Pferd für Verständigung und Einheit der Christen

Ausstellung zum 450. Todesjahr des europäischen Reformators Martin Bucer
Universitätsmuseum, -archiv und die Bucer-Forschungsstelle der Heidelberger Akademie der Wissenschaften erinnern in einer gemeinsamen Ausstellung an den bedeutenden Reformator, Studenten und Lehrer der Universität.
Leben für andere Der Himmel ist mein Vaterland
Martin Bucers erste Schrift aus Straßburg (1523): Predigt "Leben für andere" über die Nächstenliebe. Rechts daneben: "Der Himmel ist mein Vaterland" – Kupferstich von René Boyvin 1561/62 nach einer Medaille mit Bucers Konterfei.
Abb.: Katalog

Heutzutage würde man ihn einen engagierten Vertreter der Ökumene nennen, einen, dem kein Weg zu weit ist, um über konträre theologische Auffassungen – seien es Abendmahlsfragen, seien es ethische oder kirchenrechtliche Probleme – zu diskutieren und auf Verständigung zu dringen. Zu seiner Zeit war solch eine Suche nach Wiederherstellung der zerbrochenen Einheit der Kirche keineswegs selbstverständlich. Auch sein Interessse an einer wahrhaft christlichen Gemeinde und Gesellschaft macht Martin Bucer zu einer gerade in unserem Jahrhundert aktuellen Figur der Kirchengeschichte. Welche Ereignisse prägten seine so außergewöhnliche Persönlichkeit?

1491 in Schlettstadt (heute Sélestat im Elsaß) geboren, besuchte Bucer zunächst die humanistische Lateinschule, dann den Dominikanerkonvent seiner Heimatstadt. 1515 zog es ihn zum Studium der Theologie an die Universität Heidelberg, der das Dominikanerkloster damals inkorporiert war. 1517 begann er hier zu promovieren und zu lehren. Im folgenden Jahr nahm der junge Mönch an jener denkwürdigen Disputation teil, mit der Martin Luther – durch seinen Kampf gegen den Ablasshandel längst weithin bekannt – seine neue Theologie den alten Universitäten, darunter Heidelberg, vorstellen wollte. Diese Begegnung mit dem Reformator muss Bucer so nachhaltig geprägt haben, dass er 1521, als Lutheranhänger verdächtigt, auf eigenen Wunsch aus dem Orden entlassen wurde.

Die Ausstellung dokumentiert aber nicht nur Bucers Heidelberger Zeit, sondern widmet sich ebenso ausführlich weiteren Stationen auf seinem Lebensweg: beispielsweise der demonstrativ geschlossenen Ehe mit der ehemaligen Nonne Elisabeth Silbereisen (1522), den Pfarrstellen im elsässischen Weißenburg und Straßburg, der Lehrtätigkeit im englischen Asyl in Cambridge bis zu seinem Tod 1551. Von instruktiven Schautafeln, Bildern und Medaillen bis hin zu alten Buchdrucken und Handschriften bietet die kleine Bucer-Präsentation ein vielseitiges Porträt des unermüdlichen Reformators, dessen Wirkung nicht überschätzt werden kann.

Des Desiderats, Bucers deutschsprachige Schriften kritisch zu edieren, hat sich die Forschungsstelle der Heidelberger Akademie der Wissenschaften unter dem Kommissionsvorsitz von Prof. Dr. Gottfried Seebaß und der Mitarbeit von Dr. Thomas Wilhelmi sowie Dr. Stephen E. Buckwalter angenommen. Noch bis zum 24. Januar 2002 (Dienstag bis Freitag 10-16 Uhr) ist die Ausstellung im Foyer des Universitätsmuseums Heidelberg, Grabengasse 1 (Alte Universität), zu besichtigen. Zum Preis von DM 24,- kann dort auch ein materialreicher und schön ausgestatteter Katalog mit dem Titel "Martin Bucer (1491-1551) – Auf der Suche nach Wiederherstellung der Einheit" erworben werden.

Uta Schwabe Endpunkt

 

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Updated: 15.12.2001