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Starker Auftritt, großer Beifall

Helmut Schmidt eröffnete das Studium Generale des Wintersemesters
So ganz überraschend war der Andrang angesichts der Prominenz des Vortragenden eigentlich nicht. Doch ist es immer wieder erstaunlich zu sehen, wie sehr manche Namen die Massen zu mobilisieren vermögen. Helmut Schmidt besitzt diese geradezu magnetisierende Wirkung und lockte zur Eröffnung des aktuellen Studium Generale weit mehr als 1000 Zuhörer an.
Helmut Schmidt
Foto : Kresin

Sein "Vortrag in 20 Punkten" – über weite Strecken frei gehalten – leuchtete das gestellte Thema "Zur Rolle Deutschlands in Europa und Europas in der Welt" nach allen Seiten hin aus. Ausgehend von globalen Bedrohungen wie "Bevölkerungsexplosion" und "Klimaveränderung" entwarf Schmidt zunächst langfristige Perspektiven für ein vereintes Europa, dem in einer sich neu konstituierenden Weltordnung eine wichtige Rolle zukommen könnte. Den größten Raum nahmen dann allerdings seine Ausführungen zur aktuellen Situation der EU und ihrer Probleme ein.

Zuversicht und Skepsis sind die Haltungen, die beim nunmehr 81-jährigen Altbundeskanzler abwechselnd zum Vorschein kamen. Zuversichtlich zeigte er sich über den Erfolg des eingeschlagenen Wegs des notwendigen europäischen Integrationsprozesses, um sich in der Welt von morgen zu behaupten. Skeptisch äußerte er sich gegenüber allzu schnellen Schritten dorthin. Abgesehen von einem nationalstaatlichen Vorbehalt – die empfundene Identität der Bürger von Europa werde vorerst noch national geprägt bleiben -, warnte der Altbundeskanzler vor voreiligen Erweiterungen der EU, insbesondere gegenüber Ost- und Mitteleuropa. Notwendiger seien erst einmal innere Reformen, bissige Bemerkungen galten in diesem Zusammenhang vor allem der "Riesenbürokratie".

Zuversicht und Skepsis

Man musste nicht mit allen Thesen übereinstimmen, die Helmut Schmidt mit großer Entschiedenheit formulierte, um dennoch seinen auch rhetorisch glanzvollen Auftritt zu bewundern. Mit der Souveränität und der geistigen Präsenz eines older statesman erheischte er ein ums andere Mal den Beifall des Saals und stellte sich schließlich in einer langen Diskussion bereitwillig den interessierten Fragen des Publikums. Überhaupt haben auch die bisherigen Zuhörer des Studium Generale "Beifall verdient", wie Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul nach ihrem Auftritt eine Woche später feststellte. Ganz erstaunt war sie über die vielen und zugleich klugen Fragen, die ihr gestellt wurden. Solch ein engagiertes Publikum habe sie bislang selten erlebt. Das hört man natürlich gern. Jedenfalls scheint das Experiment, beim Studium Generale einmal auf Vorträge von Wissenschaftlern zu verzichten, geglückt.

Bis zum Abschlussvortrag von Richard von Weizsäcker am 29. Januar 2001 stehen noch einige interessante Themen und Referenten auf dem Programm. Informieren kann man sich unter www.uni-heidelberg.de/magazin/index_studium_generale.html. Dort auch Hinweise über die Ausstrahlung einzelner Vorträge im Internet.

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Updated: 13.12.2000