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Hochschulsport

Attacke: Fechter ermitteln ihre Hochschulmeister in Heidelberg

Nach den Mannschaftsmeisterschaften 1993 und dem Mixed-Turnier 1998 konnten jetzt zum ersten Mal in Heidelberg die Deutschen Einzelhochschulmeisterschaften im Fechten ausgetragen werden. Mit 392 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war das diesjährige Turnier die größte Fechtveranstaltung in Deutschland.
Fechten in Heidelberg
Foto : privat

Zahlreiche Nationalmannschaftsfechter und Olympiateilnehmer waren in der neuen Dreifachhalle des Sportinstituts zu sehen. Auch die Heidelberger Hochschulfechter hatten im Herrendegen mit Daniel Strigel einen Olympiateilnehmer und Titelaspiranten am Start. Der Mathematik- und Germanistikstudent traf nach ungefährdeten Siegen in den Vorrunden und in der Direktausscheidung um den direkten Einzug in das Finale der besten Acht auf Jörg Fiedler (Würzburg), mit dem er in Sydney noch gemeinsam im Teamwettbewerb gefochten hatte.

Trotz einer Niederlage erreichte Strigel, immerhin amtierender Deutscher Vizemeister, über den Hoffnungslauf das Viertelfinale, von wo der Weg dann doch noch ins Finale führte. Der Gegner abermals: Jörg Fiedler. Der Kampf um den Titel geriet zum packenden Duell, in dem der Würzburger letztlich seine Nervenstärke zeigen konnte und mit einem Doppeltreffer zum 15:14 Endstand siegte. Beide Fechter freilich haben mit ihren hervorragenden Leistungen unter Beweis gestellt, dass sie momentan neben Arnd Schmitt zu den besten Degenfechtern Deutschlands gehören und sichere Kandidaten für die Universiade in Peking im Jahr 2001 sind.

Technik und Taktik, Kraft und Koordination

Henning Wirth und Jens Stephan trugen mit Platz 9 und 12 zur starken Gesamtleistung der Degenrecken aus Heidelberg bei, die als einzige Uni-Mannschaft drei Fechter unter den letzten Zwölf platzieren konnte. Grund zur Freude bestand auch im Säbel. Der Heidelberger Sportstudent Tobias Erles erfocht sich mit passablen Attacken und Paraden die Bronzemedaille. Das Säbelfinale zwischen Michael Herrn (Tübingen) und Christian Krauss (Stuttgart) erwies sich schließlich als einer der Höhepunkte der Veranstaltung. Mit 15:11 setzte sich Herrn gegen seinen Clubkameraden aus Eislingen durch und wurde neuer Deutscher Hochschulmeister. Die zwei Säbelasse, beide unter den ersten zehn der Deutschen Rangliste, zeigten den Zuschauern auf eindrucksvolle Weise, was letztendlich die Faszination der Fechtkunst ausmacht: Technik, Taktik, Schnelligkeit, Kraft und Koordination.

Tübinger Modell – Vorbild für Heidelberg?

Davon konnte sich auch der geladene Prorektor Prof. Tröger überzeugen. In seinem Grußwort überbrachte er den Fechtern, aber auch allen anderen Leis-tungssportlern der Universität Heidelberg positive Nachrichten aus dem Bereich Hochschulpolitik. Eine vor kurzem zwischen der Universität Tübingen, dem Studentenwerk Tübingen und dem Deutschen Leichtathletik-Verband geschlossene Kooperationsvereinbarung soll die Bedingungen für studierende Leistungssportler verbessern und könnte durchaus auch für Heidelberg Modellcharakter haben. Dazu zählt insbesondere die Studiendauer, die auf Grund der zeitraubenden Wettkampfvorbereitungen meistens über der Regelstudienzeit liegt. Das Tübinger Modell sieht unter anderem vor, flexible Prüfungstermine und Anwesenheitszeiten zu schaffen. Auch die Gewährung von Urlaubssemestern soll in Zukunft kein Problem mehr darstellen. Am Ende seiner Rede ließ Prorektor Prof. Jochen Tröger anklingen, dass ähnliche Regelungen auch an der Universität Heidelberg getroffen werden könnten.

Mit ihrer Fechtveranstaltung haben die Heidelberger Unifechter bewiesen, dass sie nicht nur auf der Planche zu Spitzenleistungen fähig sind, sondern auch die Fähigkeit besitzen, eine Veranstaltung dieser Art mit Bravour zu meistern. Das Wochenende war auf jeden Fall eine positive Werbung für den Fechtsport, dem trotz seiner großen Erfolge in den letzten Jahren leider immer noch viel zu wenig Beachtung geschenkt wird.

Henning Wirth magenta

 

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Updated: 13.12.2000