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Editorial

"Warum denn nicht?", rief Fritsche, "Ein Pauker hat die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, sich wandlungsfähig zu erhalten. Sonst könnten die Schüler ja früh im Bette liegen bleiben und den Unterricht auf Grammophonplatten abschnurren lassen. Nein, nein, wir brauchen Menschen als Lehrer und keine zweibeinigen Konservenbüchsen." Was wir hier lesen, schrieb Erich Kästner 1933 in "Das fliegende Klassenzimmer". So neu ist offenbar die Problematik der Neuen Medien nicht, wie der Heidelberger Physiker Karlheinz Meier jetzt bei einer Vernissage hervorhob (siehe Bericht auf Seite 3). Wahrscheinlich braucht man nur lange genug zu suchen, um auch bei Platon eine ähnliche Aussage zu finden. Was ist denn heute fiction und was ist Realität? Räkelt sich der junge Cybernet-Student des neuen Millenniums heute im Bett, während sein Computer ihm warme Brötchen auf einem Silbertablett an der Ausgabe-Unit serviert, und zieht sich zwischen MTV und NBA notgedrungen "Physik II" herein, bevor sein elektronisches Double ihm die persönliche Tageszeitung auf dem Bildschirm präsentiert, den sein virtueller "autonomer Agent" in der Nacht zuvor aus den Weltnachrichten zusammengestellt hat? Und: Kommt er während seines ganzen Studiums nie mit seinem Lehrer in einen Raum, weiß nicht, ob seine Dozentin nach Chanel oder Schweiß riecht? – Eines hat die Heidelberger Präsentation "Neue Medien in der Lehre" gezeigt: Intelligentere Arbeitsmittel allein bewirken noch keine Revolution und stellen auch keine Bedrohung dar. Und vor dem Untergang der abendländischen Buchkultur braucht sich ohnehin niemand zu fürchten. Grünes Licht also für die Neuen Medien? Warum denn nicht!
Michael Schwarz magenta

 

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Updated: 12.12.2000