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Das Einwohnermeldeamt kommt bestimmt

Soziale Rahmenbedingungen für ausländische Studierende sollen verbessert werden
Auf Schlüsselpositionen in vielen Ländern der Welt sitzen Menschen, die etwas gemeinsam haben: Sie haben in Heidelberg studiert und standen einst vor ähnlichen Problemen wie ihre jungen Kommilitonen heute. Sie mussten sich in eine fremde Kultur einfinden, eine bezahlbare Unterkunft suchen, sich im Behördendschungel orientieren und nebenbei eventuell noch jobben. Was man tun kann, um internationalen Studierenden und Gastwissenschaftlern den Start zu erleichtern, diskutierten auf Einladung des Studentenwerks Heidelberg Vertreter des Deutschen Städtetags, der Stadt Heidelberg, des Landratsamtes, der Hochschulen, des Arbeitsamtes sowie der Studentengemeinden.

Anlass für die Gesprächsrunde war die bundesweite "Konzertierte Aktion Bildungsmarketing", initiiert von der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung. Ziel ist, den Hochschulstandort Deutschland international wettbewerbsfähig zu machen. "Deutschland hat ein Problem als Bildungs- und Forschungsstandort", brachte es Bettina Heinrich vom Deutschen Städtetag auf den Punkt. "Gerade mal 7 Prozent der weltweit außerhalb ihres Heimatlandes Studierenden entscheiden sich für eine deutsche Hochschule." Ziel sei, diese Zahl bis 2003 auf 150 000 zu erhöhen.

Im Rahmen der Aktion wurden sieben Hochschulstädte als Modellstädte ausgewählt, dort streben Studentenwerke gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag konkrete Verbesserungen der sozialen Bedingungen für ausländische Studierende und Gastwissenschaftler an. Heidelberg, mit 4 500 internationalen Studierenden aus über 130 Ländern bundesweit ganz vorn, ist eine der Modellstädte.

Von einem "Paradigmenwechsel" sprach Dr. Joachim Gerke, Leiter des Dezernats für Internationale Angelegenheiten der Universität. "Lange wurden ausländische Studierende wenig beachtet, sollten nach dem Studium möglichst schnell in ihre Heimat zurück. Jetzt wirbt man weltweit um die fähigsten Köpfe, die man auch längerfristig an Deutschland binden möchte oder die in ihrer Heimat später deutsche Interessen vertreten sollen. Es genügt aber nicht, für den Hochschulstandort Deutschland zu werben, es müssen auch vor Ort die notwendigen Voraussetzungen und Strukturen geschaffen werden, um das Studium hier attraktiv zu machen."

Einig war man sich, dass eines der größten Probleme die Unterbringung der internationalen Jungakademiker ist. In den Studentenwohnheimen kommt bereits jeder zweite aus dem Ausland, die Kapazitätsgrenzen sind damit erreicht. "Das Studentenwerk wird alle Register ziehen, um Ressourcen auf dem privaten Wohnungsmarkt zu erschließen, denn nichts vermittelt internationalen Studienanfängern ein schlechteres Bild von Deutschland als die wochenlange erfolglose Suche nach einer Unterkunft", betonte Dieter Gutenkunst, Geschäftsführer des Studentenwerks.

Problematisch ist auch, dass ausländische Studierende aus Nicht-EU-Ländern nur 90 Tage pro Jahr arbeiten dürfen. Da auch – oft schlecht bezahlte, aber notwendige – Praktika darauf angerechnet werden, stehen diese Studierenden oft vor großen finanziellen Problemen. Hier ist der Gesetzgeber gefragt. Deutliche Verbesserungen wird es für die neuen internationalen Studierenden ab dem kommenden Wintersemester seitens der Stadtverwaltung geben, die bürokratische Hürden abbaut.

Während die Ausländerbehörde zu Semesterbeginn mit speziellen Studentensprechtagen dafür sorgt, dass ausländerrechtliche Formalitäten rasch und stressfrei erledigt werden können, geht das Bürgeramt noch einen Schritt weiter: Nicht die Studierenden müssen zum Einwohnermeldeamt, sondern das Amt kommt zu den Studierenden. Genauer: Im neu eröffneten "Info Café International" in der Mensa am Universitätsplatz, einem Gemeinschaftsprojekt von Universität und Studentenwerk, gibt es zu Semesterbeginn Sprechstunden des Einwohnermeldeamtes, die Wohnungsanmeldung kann sozusagen zwischen Suppe und Hauptgang erledigt werden – ein bundesweit einmaliges Angebot.

So viel Engagement, um dem internationalen Nachwuchs in Wissenschaft und Forschung gute Studienbedingungen zu bieten, war der Vertreterin des Deutschen Städtetages ein dickes Lob wert. "Heidelberg ist eine Hochschulstadt, in der die gute und unbürokratische Zusammenarbeit verschiedener Einrichtungen geradezu Vorbildcharakter hat. Was hier geschieht, ist nicht alltäglich." Einig war man sich, dass trotzdem noch eine Menge zu tun ist und sich diese Runde künftig regelmäßig treffen wird.

Annette Baumann ende

 

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Updated: 18.10.2001