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Editorial

Zu den herausragenden Ereignissen der letzten Zeit gehörte die Eröffnung der Sammlung Prinzhorn der Psychiatrischen Klinik in einem eigenen Museum. Endlich permanent zugänglich sind jetzt diese Anfang der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zusammengetragenen Kunstwerke psychiatrischer Patienten. Eine einzigartige Sammlung – Inspiration für so manchen Künstler der Moderne (u.a. Alfred Kubin, Max Ernst) und für den Wissenschaftler ein wichtiges und nur interdisziplinär zu erschließendes Dokument psychiatrischen Anstaltslebens der Jahrhundertwende. Sie in den Dienst nicht zuletzt der heutigen Patienten zu stellen, gehört zu den vordringlichen Zielen in Heidelberg. Mit der Eröffnung des Museums ist nun aber hoffentlich auch ein deutliches Zeichen in einem Streit gesetzt, der seit ein paar Jahren für einiges Aufsehen sorgt. Eine Berliner Initiative um den Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener (BPE) hatte eine Übereignung der Sammlung gefordert, um sie in eine Gedenkstätte für die Euthanasieopfer des Nationalsozialismus zu integrieren. Die Gedenkstätte ist ein lobenswertes Unternehmen, die Sammlung Prinzhorn dabei in den Mittelpunkt zu stellen, allerdings höchst problematisch – Ausdruck einer das Potenzial dieser Kunstwerke verkürzenden Funktionalisierung. Geradezu skandalös aber war das medienwirksame Vorgehen der Berliner Initiative, deren Argumentation im Kern auf historischen Verrenkungen (Prinzhorn als Faschist) und unhaltbaren Falschinformationen beruhte. Widerlegt wurde das schon vor einiger Zeit. Doch ein paar bei der Museumseröffnung verteilte Flugblätter wollten davon nichts berichten. Immerhin, die angekündigte "Großkundgebung" fiel äußerst bescheiden aus: Gerade mal so viele Demonstranten waren erschienen, um zwei bis drei Transparente zu halten. Die Ferngebliebenen hatten sich wohl inzwischen besser informiert.

Oliver Fink ende

 

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Updated: 18.10.2001