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Wirkungs- statt Erkenntniszusammenhänge

Ein Gespräch zum aktuellen Studium Generale
"Vom Frieden. Die Aufgaben Deutschlands in Europa und in der Welt von morgen" lautet das Thema des Studium Generale in diesem Wintersemester. Da die Pressekonferenz dazu erst für einen Termin nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe anberaumt wurde, baten wir die beiden Hauptverantwortlichen hinter den Kulissen – Prorektor Prof. Dr. Tröger und Prof. Dr. Soell – vorab schon einmal zu einem Gespräch mit dem "Unispiegel".

Erstmals treten beim "Studium Generale" statt Wissenschaftlern ausschließlich Politiker als Referenten auf. Wie kam es zu dieser Idee?

Prof. Tröger
Prof. Tröger
Foto: Schwarz

Tröger: Die ursprüngliche Idee stammt vom Heidelberger Bundestagsabgeordneten Prof. Dr. Weisskirchen und Herrn Soell. Ich fand das Konzept von Anfang an ganz hervorragend. Von daher konnten wir sofort und ohne Schwierigkeiten in die Planungen eintreten. Bisher hatten wir meist Top-Wissenschaftler zu einem Rahmenthema gebeten, jetzt gehen wir in die aktive Politik. Soell: Bislang sind ja die Themen des Studium Generale, die durchaus politischer Natur waren, von systematischer Seite sozusagen in Erkenntniszusammenhängen entwickelt worden, nun geht es um Wirkungszusammenhänge. Interessant wird zum Beispiel die Frage sein, inwieweit die Politik, die ja immer Impulse aus den Wissenschaften empfängt, diese angesichts der tagespolitischen Zwänge und Notwendigkeiten auch umzusetzen bereit ist. Auf solche Probleme werden sicher die meisten Politiker zu sprechen kommen: Abwägungsfragen, Wertkollisionen.

Nach welchen Gesichtspunkten wurden die Referenten ausgewählt?

Prof. Soell
Prof. Soell
Foto: Winter

Soell: Es ging natürlich darum, eine in jeglicher Hinsicht möglichst ausgewogene Auswahl zu treffen. Ein besonderer Glücksfall ist, dass wir mit Helmut Schmidt und Richard von Weizsäcker nicht nur zwei besonders prominente, sondern zugleich zwei sehr erfahrene Politiker gewinnen konnten. Ein Blick auf die Liste offenbart eine hoffentlich gute Mischung aus derzeitigen Entscheidungsträgern und solchen, die in der Exekutive waren und diese Erfahrung nun kritisch reflektieren können.

Gab es inhaltliche Vorgaben bei den Vortragsthemen?

Tröger: Angesichts der großen Reputation dieser Referenten – das ist bei Wissenschaftlern nicht anders – muss man natürlich einen gewissen Spielraum bei der Ausformulierung und Bearbeitung der jeweiligen Themen innerhalb des Rahmenthemas gewähren. Dennoch gab es Vorgaben. Ganz bewusst ist auch die Einrahmung der Reihe durch Helmut Schmidt und Richard von Weizsäcker. Der ehemalige Bundespräsident wird alle gehaltenen Vorträge in Manuskriptform zur Verfügung haben und gegebenenfalls darauf eingehen.

Beim Obertitel der Reihe "Vom Frieden" vermutet mancher vielleicht einen Schwerpunkt der Vorträge auf der Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Der Blick auf die Vortragsthemen zeigt jedoch, dass das Spektrum erheblich weiter gefasst ist.

Tröger: Wenn man bei Frieden nur an Sicherheits- und Verteidigungspolitik denkt, dann denkt man ja nur an die Verhinderung von Krieg. Aber eigentlich ist Frieden doch mehr.

Soell: Das ist schon ein erweiterter Friedensbegriff, den wir hier zu Grunde legen. In diesem Sinne bedeutet er soviel wie mehr Gerechtigkeit, mehr Gleichheit, mehr Teilhabe, sei es nun unter sozialen, politischen oder auch ökonomischen Gesichtspunkten. Angelegt wird hier gewissermaßen die Messlatte universaler Werte. Man könnte auch anders formulieren: Der Frieden, der unsere Vortragsreihe betitelt, meint die Abwesenheit von personeller und struktureller Gewalt.

Stichwort "Neue Medien". Die Vorträge werden auch im Internet übertragen?

Tröger: Wir haben vor, zumindest einige der Vorträge auch im Internet zu präsentieren. Auch der Fernsehsender Phoenix hat sein Interesse an einer Übertragung schon angekündigt. Mir liegt aber besonders am Herzen, dass vor allem die Studierenden aller Fakultäten, für die das Studium Generale ja in erster Linie gedacht ist, zu den Vorträgen persönlich und zahlreich erscheinen werden. Im übrigen wird sich jeder Referent nach seinem Vortrag ausführlich der Diskussion stellen. Und diese Gelegenheit sollte man sich eigentlich nicht entgehen lassen.

Die Fragen stellte Oliver Fink magenta

 

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Updated: 16.10.2000