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Glänzende Berufsaussichten für Mathematiker

Ein breites Spektrum von Einsatzmöglichkeiten
"Was macht man eigentlich mit einem Diplom in Mathematik?" Diese Frage wird einem Mathematikstudenten häufig gestellt, und das nicht ohne Grund: Nur in wenigen Studienfächern ist das Berufsleben so wenig vorbestimmt, und oft wissen die Studierenden selbst nicht, welche Branchen ihnen eigentlich offenstehen.

Dem entgegenzuwirken und dabei Einblick in die derzeitige Arbeitsmarktsituation für Mathematiker zu ermöglichen, war das Ziel einer Veranstaltung des Mathematischen Instituts mit dem Titel "Mathematiker im Beruf". Rund 180 Interessierte, darunter hauptsächlich Studierende, aber auch wissenschaftliche Mitarbeiter und Professoren, nahmen dieses Angebot des "Arbeitskreises Mathematikstudium" wahr.

Nach einer kurzen Einführung durch Herrn Böhler vom Hochschulteam Arbeitsamt Heidelberg wurde in insgesamt sechs Vorträgen darauf eingegangen, wie der persönliche Werdegang der Gäste vom Studium über den Berufseinstieg bis zum heutigen Zeitpunkt verlief, was ihre Tätigkeit mit Mathematik zu tun hat und inwiefern ihnen die mathematische Ausbildung in ihrem Beruf zugute kommt. Ulrich Porsch, Software-Developer bei der SAP AG, etwa ging direkt auf die Frage ein, die sich wohl jeder Student kurz vor dem Abschluß stellt: Bin ich eigentlich für das Berufsleben qualifiziert? Das Studium sei keine Berufsausbildung, meint Dr. Peter Zencke, Vorstandsmitglied der SAP AG, die praktisch orientierte Lernphase finde in der Regel erst im Beruf statt. Auch die anderen Vortragenden machten deutlich, dass der Einsatz mathematischer Kenntnisse in ihren Berufen nur sehr gering oder gar nicht gefragt sei. Vielmehr sei es die Fähigkeit zum analytischen Denken, die den Mathematiker für ein Unternehmen attraktiv mache. Immer wieder wurde betont, welchen hohen Stellenwert Offenheit und Kommunikationsfähigkeit haben und wie wichtig es sei, diese gegenüber anderen Mitarbeitern unter Beweis zu stellen, denn diese begegnen den als "eigenbrötlerisch" verschrieenen Mathematikern nicht selten zunächst mit Skepsis.

Arbeit an der Schnittstelle

Die Arbeit an der Schnittstelle, das Aufarbeiten von Daten zu einer für die anderen Bereiche des Unternehmens verwertbaren Form, ist für Petra Walter-Nagel (Bereichscontrolling Deutsche Bank AG) eine besonders reizvolle Aufgabe. Dr. Christian Führer begann seine berufliche Laufbahn in einem der klassischen Arbeitsgebiete – der Versicherungsmathematik –, entwickelte dann aber ein wachsendes Interesse für die wirtschaftlichen Zusammenhänge und ist heute Produktmanager der Mannheimer Versicherungsgruppe. Auch für Dr. Wilhelm Krüger, Vorstandsvorsitzender der tecmath AG, war die Mathematik der "Brückenschlag zum Erfolg": "Mathematik ist für mich Sprache, Abstraktion, Zielorientierung, Lösungsmethode und Lebensfreude", lautete sein Credo an die Wissenschaft von Raum und Zahl.

Engagement und Praxis

Dass lange Studienzeiten nicht unbedingt ein Manko sein müssen, bewies Helmut Geyer von der Deutschen Flugsicherung. Seine Studiendauer von 10 Jahren sei bei Einstellungsgesprächen nie ein Problem gewesen, da er diese habe begründen können. Im Gegenteil, sein Engagement in der Fachschaft und die Mitarbeit an einigen größeren Softwareprojekten, so Geyer, sei eher ein Pluspunkt gewesen. Insbesondere die Erfahrung im Umgang mit Computer und Programmierung wurde auch von den anderen Vortragenden als wichtig hervorgehoben.

Besonders positiv war, dass nahezu alle Redner einen direkten Bezug zur Fakultät für Mathematik hatten, durch ein Studium in Heidelberg oder durch den persönlichen Kontakt zu einem der hier lehrenden Professoren. Die Auswahl der Vortragenden vermittelte bereits einen Eindruck des breiten Spektrums der Einsatzmöglichkeiten für Mathematiker – und, darüber waren sich alle einig: Die Berufschancen sind glänzend.

 

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Updated: 13.10.2000