Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Startseite der Universität
Presse-Kontakt, WWW-Team Volltext-Suche, E-Mail-Suche, Datenbank-Suche Alle Seiten im Überblick English

Startseite > Presse > Publikationen > unispiegel > 4/2000 >

Ein Schaufenster antiker Kulturgeschichte

1848 als Lehrsammlung der Universität Heidelberg gegründet, ist das Antikenmuseum des Archäologischen Instituts (Am Marstallhof 4) inzwischen ein beliebter Anziehungspunkt für alle am Altertum Interessierten. Nach einer längeren Renovierungszeit präsentiert sich die Sammlung seit Mitte des Jahres in neuem Glanz.
Sammlungsstück

Um den Studenten das notwendige Anschauungsmaterial zu bieten, entstanden im 19. Jahrhundert an vielen Universitäten archäologische Sammlungen. In Heidelberg kam es infolge der Forschungs- und Lehrtätigkeit des berühmten Altphilologen Friedrich Creuzer, der seit 1810 als erster Dozent archäologische Vorlesungen hielt, zum Aufbau einer solchen: Studenten seines Seminars stifteten 1835 das sogenannte Antiquarium Creuzerianum, den Grundstock der 13 Jahre später formell eingerichteten und vom zuständigen Badischen Ministerium geförderten Lehrsammlung.

Sukzessive wurde sie in den nächsten 150 Jahren erweitert und modifiziert. Eine wichtige Station in dieser Entwicklung etwa war die Ära Karl Bernhard Stark (1855-1879), dessen Bemühungen, die noch junge archäologische Disziplin in ein eigenständiges wissenschaftliches Institut zu überführen, 1866 von Erfolg gekrönt waren. Unter seiner Ägide konnte nicht nur die Anzahl der Bestände nahezu verdoppelt werden, sondern zudem die Sammlung als "Archäologisches Museum" in das neue Institut am Universitätsplatz überführt werden – zuvor war sie noch in den Räumlichkeiten der Universitätsbibliothek untergebracht gewesen.

Noch zweimal musste die Sammlung in der Folgezeit einen Ortswechsel über sich ergehen lassen. 1929 zog das Archäologische Institut an seinen heutigen Platz am Marstallhof um, wo es freilich vom schließlich abgerissenen, klassizis-tischen Bau Friedrich Weinbrenners noch einmal in das modern eingerichtete Neue Kollegiengebäude (1966-71) wechselte. Außer in dem seit 1969 neu eröffneten Antikenmuseum wurden mit dem Bronzekabinett im Erdgeschoss (1987) und mit der Schliemann-Ausstellung im Foyer des Dachgeschosses (1990) weitere Sammlungskomplexe der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Blick in die Sammlung

In jetzt neuer Gestalt bietet das Museum einen hervorragenden Überblick über die antiken Kulturen des Mittelmeerraums. Der zeitliche Bogen spannt sich von den bronzezeitlichen Kulturen der Kreter und Mykener und führt über die Griechen und Etrusker bis in die römische Kaiserzeit. Das Panorama reicht somit vom dritten Jahrtausend v. Chr. bis in die Zeit der Spätantike. Kulturgeschichte wird hier vorwiegend anhand von Keramik, Terakotten und Bronzen, darüber hinaus durch Glasgefäße, Münzen und kleinere Architekturfragmente anschaulich präsentiert. Andere Bereiche kultureller Hinterlassenschaft (z.B. Skulptur, Architektur) sind zwar eher unterrepräsentiert. Abbildungen auf den einführenden Texttafeln vermitteln dem Besucher jedoch auch in diesem Fall einen visuellen Eindruck.

Nachdem es – wie auch an anderen Universitäten – in früheren Jahren in erster Linie um die Erweiterung der Sammlung ging, steht nun ihre Präsentation und Nutzung für didaktische Zwecke im Vordergrund. Die ständige Ausstellung soll dabei durch kleinere Sonderausstellungen ergänzt werden, um das angebotene Themenspektrum zu erweitern. Dann können auch jene Materialgruppen gezeigt werden, die bislang aus Platzgründen im Magazin lagern müssen. Mit solchen Aktivitäten demonstriert das Museum, dass es sowohl seiner traditionellen Aufgabe als Lehrsammlung für Studierende nachkommt, wie auch dem kulturgeschichtlich interessierten Besucher ein attraktiv gestaltetes Schaufenster antiker Kulturgeschichte zu bieten vermag.

Öffnungszeiten Sonntag 11-13 Uhr und Mittwoch 17-19 Uhr; in der vorlesungsfreien Zeit geschlossen, ebenso an Feiertagen. Führungen auch außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung (06221/542512). Bus: Linien 12, 41, 42 – Stop: Marstallstraße.

O. Fink magenta

 

Zurück

Top

Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Neues im Netz | Kontakt | Suche | Überblick | English


Page maintained by Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg.
Updated: 16.10.2000