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Kirchen, Klöster, Kathedralen

Berufen: Der Kunsthistorike Prof. Dr. Matthias Untermann
Seit dem letzten Sommersemester besetzt Prof. Dr. Matthias Untermann eine C3-Professur für Europäische Kunstgeschichte (Alte Abteilung) am Kunsthistorischen Institut – bereits im Wintersemester 1999/2000 hatte er diese Stelle vertreten.
Prof. Dr. Matthias Untermann

Sein Steckenpferd ist die mittelalterliche Architekturgeschichte. Bauten besitzen eine Semantik, haben einen Adressaten, verkörpern eine Idee, vielleicht sogar eine ganze Theologie. Dies zu rekonstruieren hat Matthias Untermann sich zur Aufgabe gemacht. Nachvollziehen kann man das etwa an seiner Promotion zu den Kirchengebäuden der Prämonstratenser (Köln 1984) oder auch an seiner Habilitation über die Baukunst der Zisterzienser (Freiburg 1997). Die Auffassung von der Architektur als Bedeutungsträger ist dabei weniger ungewöhnlich als der dabei stattfindende Dialog mit der mittelalterlichen Archäologie, die er als Fach quasi zusätzlich vertritt. Die Wichtigkeit dieser Disziplin zu betonen, die leider (noch) ein universitäres Schattendasein friste, liegt Untermann besonders am Herzen.

Geboren wurde er 1956 in Tübingen, aufgewachsen ist er in der Nähe von Köln. Und da möchte man eigentlich nicht von Zufall sprechen angesichts des späteren Studiums der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie und Mittelalterlichen Geschichte (in Köln und Zürich) sowie auch angesichts des späteren Forschungsschwerpunkts Stadt- und Architekturgeschichte. Interessant findet Untermann diesen konstruierten biographischen Zusammenhang zwar schon, eigentlich sei dem aber nicht so gewesen, erwidert er lächelnd. Sein Interesse für Technik etwa hätte sich durchaus in der Wahl eines anderen Studienfachs niederschlagen können.

Die akademische Karriere absolvierte er nicht ausschließlich an der Universität. Dass die Tätigkeit in der Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg (1985-99) allerdings ein Ausflug in die Praxis gewesen sei, dem jetzt das Zurück in die Wissenschaft folge, lässt er so nicht gelten. Denn natürlich handelt es sich dabei um eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung – vergleichbar den Max-Planck-Instituten im Bereich der Naturwissenschaften. Zahlreiche wissenschaftliche Studien sind in dieser Zeit entstanden, beispielsweise zur Stadtarchäologie oder zu Bauten monastischer Gemeinschaften. Auch der Kontakt zur Hochschule, etwa in Form von Lehraufträgen, sei nie abgebrochen gewesen.

Das Credo der Zweigleisigkeit – Kunstgeschichte und mittelalterliche Archäologie – kommt auch in der Lehre zum Tragen. Ermutigen dazu möchte er die Studierenden nicht nur, weil es aus wissenschaftlicher Perspektive, seiner Meinung nach, wünschenswert sei: "Für die späteren Berufsaussichten ist das ebenfalls nicht schlecht". Auch den Erwerb praktischer Kenntnisse außerhalb der Universität hält er für wichtig – entsprechende Kontakte seinerseits seien weiterhin wirksam.

Zu den aktuellen Forschungsprojekten gehören im Moment Untersuchungen zu Klöstern in der Pfalz. Apropos. Heidelberg und seine Umgebung kommt dem dreifachen Familienvater natürlich nicht nur als angenehmer Wohnort entgegen, sondern ist für ihn ebenso als Kunst- und Architekturhistoriker ein "interessantes Pflaster". Und so ist da ja wohl auch im Hinblick auf die hiesige Schloss- und Stadtgeschichte noch einiges zu erwarten.

Oliver Fink endpunkt

 

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Updated: 02.07.2001