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Nibelungenlied: "Politische Entscheidung"

Univerität wundert sich über den künftigen Standort
Mit großem Bedauern nimmt die Universität Heidelberg die Entscheidung des Wissenschaftsministeriums im Einvernehmen mit der Landesbank Baden-Württemberg zur Kenntnis, wonach die Handschrift C des Nibelungenliedes ihren künftigen Standort nicht in der Universitätsbibliothek Heidelberg haben wird.

"Wir haben diese Entscheidung als eine politische zu akzeptieren", kommentiert Rektor Prof. Dr. Jürgen Siebke. Die Universität Heidelberg sei "äußerst verwundert, dass ihre starken Argumente für den einzigartigen Standort Heidelberg nicht zum Tragen gekommen sind". Sponsoren der Ruprecht-Karls-Universität hatten in den vergangenen Monaten einen beträchtlichen Betrag von mehr als 1,5 Millionen Mark für den Ankauf der Nibelungenhandschrift C zugesagt.

Siebke führt vier Gründe an, die Heidelberg als den "bei weitem überzeugendsten Standort" erscheinen lassen. Aus bibliothekswissenschaftlicher Sicht – einschließlich einschlägiger Erfahrungen mit der Digitalisierung – gebe es in Heidelberg eindeutige Vorteile gegenüber der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe. Heidelberg verfüge über einen der weltweit größten Fonds an mittelalterlichen deutschen Handschriften, der hinsichtlich Quantität und Qualität allen übrigen Sammlungen in Baden-Württemberg weit überlegen sei.

Vier Gründe sprechen für Heidelberg als überzeugendsten Standort

Zweitens könne die Universität Heidelberg unter dem Gesichtspunkt des Forschungskontextes "mit Angeboten und Verdiensten von höherem Gewicht aufwarten", wie es nur an einer Universität mit dem Renommee Heidelbergs möglich sei – so Siebke. Hier gebe es bereits eine über mehr als ein Jahrhundert hinweg dokumentierte Forschungstradition zu Nibelungensage und Nibelungenlied. Die hervorragende Bedeutung Heidelbergs in der Forschung sei in einem Schreiben des führenden deutschen Wissenschaftlers auf dem Gebiet der mittelalterlichen Germanistik, Prof. Dr. Peter Wapnewski, an Ministerpräsident Teufel eindrucksvoll unterstrichen worden.

Drittens weist der Heidelberger Rektor auf die Studiensituation hin. Heidelberg besitze durch die zahlreichen engagierten Studentinnen und Studenten, die an wissenschaftlich wertvolle Handschriften herangeführt werden, klare Vorzüge. Diesen Aspekt hatte bereits der Heidelberger Hermeneutiker Hans-Georg Gadamer, Doyen der deutschen Philosophie, in einem Schreiben an den Ministerpräsidenten hervorgehoben.

Viertens müsse die hervorragende internationale Ausstrahlung Heidelbergs berücksichtigt werden. Siebke: "Der internationale Ruf der Universität Heidelberg wäre der Garant gewesen, die Handschrift C des Nibelungenliedes optimal für Wissenschaft und Öffentlichkeit nutzbar zu machen."

Michael Schwarz endpunkt

 

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Updated: 02.07.2001