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Gesammelte Kostbarkeiten in der Heidelberger Universitätsbibliothek

Die Universitätsbibliothek Heidelberg gehört zu der kleinen Gruppe wissenschaftlicher Bibliotheken, die ihrer Universität das nötige Rüstzeug für Studium, Lehre und Forschung bieten und gleichzeitig jährlich Zehntausende Besucher durch ihre kostbaren Sammlungsstücke anlocken. Ein Teil dieser gesammelten Kostbarkeiten ist seit April der Öffentlichkeit zugänglich.
Kostbarkeit
Drehbare Tafel zur Bestimmung der Mondphase und des Mondstandes im Tierkreis.

Die mehr als 160 Exponate – Handschriften, Inkunabeln, Grafiken und Gemälde – stammen ausschließlich aus eigenem Bestand. Sie illustrieren das wechselnde Schicksal der Universität und ihrer Bibliothek im Rahmen der historischen Kurpfalz.

Bereits im 16. Jahrhundert genoss die Bibliothek den Ruf des "Optimus Germaniae literatae Thesaurus", des "besten Schatzes des gebildeten Deutschlands". Der Bücher liebende pfälzische Kurfürst Ottheinrich (1556 – 1559) hatte seine privaten Buchbestände und die im Schloss untergebrachte kurfürstliche Bibliothek gemeinsam mit den Buchbeständen der Universität auf den Emporen der Heiliggeistkirche aufstellen lassen und damit die erste öffentlich zugängliche "Bibliotheca Palatina" begründet.

1623 kam das jähe Ende der Bibliotheca Palatina, nachdem Heidelberg bereits ein Jahr zuvor von den Truppen des Feldherrn Tilly besiegt worden war. Er ließ den damaligen stattlichen Bestand von 3 600 Handschriften und mehr als 12 000 Druckschriften auf Drängen des Papstes komplett in die römische Bibliotheca Vaticana abtransportieren. 1816 gelang es, die 847 deutschen Handschriften der Bibliotheca Palatina aus Rom zurückzuerhalten. Der Codex Manesse, die berühmteste mittelhochdeutsche Handschrift, gelangte erst 1888 wieder in den Besitz der Universitätsbibliothek. 1826 konnten die reichen Sammlungen des aufgehobenen Zisterzienserklosters Salem und des Benediktinerklosters Petershausen erworben werden. Diese 450 Handschriften sowie mehrere zehntausend Drucke bilden noch heute das Rückgrat des lokalen Altbestandes.

Für einige Wochen ist im Rahmen der Ausstellung auch der zwischen 1300 und 1340 in Zürich entstandene Codex Manesse, der kostbarste Besitz der Universitätsbibliothek, ausgestellt.

Erstmals wird im Rahmen der Ausstellung auch der frisch restaurierte Karl-Theodor-Globus gezeigt. Der Globus wurde 1751 in Paris zusammen mit einem Himmelsglobus für die Hofbibliothek im Mannheimer Schloss angefertigt. Lange Zeit in Vergessenheit geraten, wurde der Erdglobus 1996 bei Umbaumaßnahmen auf dem Dachboden der Universitätsbibliothek wieder aufgefunden. Die Restaurierungsarbeiten von Globusgestell und Kugel konnten durch die finanzielle Unterstützung des "Kreis der 61", einer Gruppe von Freunden und Förderern der Universität Heidelberg, 1998 beginnen. Sorgsam restauriert gehört er zu den Prunkstücken der Ausstellung, die noch bis zum 28. Oktober geöffnet ist.

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Updated: 12.07.2000