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Universität verstärkt Präsenz im Nahen Osten

Hochkarätige Mediziner aus den USA, Deutschland und dem Nahen Osten trafen auf dem Internationalen Chirurgiekongress im Libanon zusammen.

Kongress in Byblos
Bei der feierlichen Eröffnung des Kongresses in Byblos (v.l.): der Heidelberger Rektor Jürgen Siebke, LAU-Präsident Riyad Nassar und der berühmte Chirurg und Heidelberger Alumnus Michael DeBakey.
Foto : Saueressig
Der Libanon mit seinem Völker- und Religionengemisch gilt seit jeher als Schnittpunkt von Orient und Okzident. Schon den Phöniziern galt der Hafen der Stadt Byblos als das "Tor zur Welt". An diesem symbolträchtigen Ort trafen sich jetzt hochkarätige Mediziner aus den USA, aus Deutschland und aus dem Nahen Osten zum Wissensaustausch: auf dem "Byblos 2000 International Congress of Surgery". Die Lebanese American University (L.A.U., Byblos/Beirut), das Baylor College of Medicine (Houston) und die Universität Heidelberg veranstalteten die Konferenz gemeinsam. Mit initiiert wurde der Kongress durch das Ehemaligen-Netzwerk Heidelberg Alumni International.

Weltweit führende Chirurgen aus den USA und Deutschland zählten zu den Referenten, darunter Prof. Michael DeBakey, Houston, und Prof. Christian Herfarth, Chef der Heidelberger Chirurgischen Universitätsklinik. Der Heidelberger Rektor Prof. Dr. Jürgen Siebke reiste eigens zu der Konferenz an - zu Ehren Michael DeBakeys. DeBakey (92) ist der Nestor der modernen Herz- und Gefäßchirurgie, er führte unter anderem die erste Bypass-Operation durch - und er ist ein Heidelberger Alumnus. In den dreißiger Jahren absolvierte er seine Facharztausbildung bei Prof. Martin Kirschner an der Ruprecht-Karls-Universität. Der renommierte US-Chirurg, der von libanesischen Vorfahren abstammt, engagiert sich derzeit an der L.A.U. in Byblos auch finanziell für den Aufbau eines neuen Medizinzentrums, das seinen Namen tragen wird.
"Die Universität Heidelberg stellt mit der Beteiligung ihrer besten Chirurgen an diesem hochkarätigen Kongress die Leistungsfähigkeit deutscher Medizin im internationalen Wettbewerb unter Beweis", stellte Rektor Prof. Siebke auf der Veranstaltung fest. Eine solche Zusammenarbeit der wissenschaftlichen Eliten sei auch notwendig, um den Wissenschaftsstandort Deutschland zu stärken. "Die deutsche Wissenschaft muss vor Ort mehr Flagge zeigen", so der Heidelberger Rektor. "Der Nahe Osten und vor allem der Libanon ist für uns deshalb interessant, weil viele Wissenschaftler ihre Ausbildung in Deutschland erhalten."

Die deutsche Universitätsausbildung genießt hier nach wie vor ein hohes Ansehen. "Ein eminent wichtiger Faktor besteht auch in unserer engen Verbundenheit mit den zahlreichen Heidelberger Medizinabsolventen aus dem Nahen Osten, die sich eindrucksvoll engagieren", betonte Siebke.

Als konkretes Ergebnis dieser Verbundenheit stellte Heidelberg Alumni International "Alumni.med.Live" vor. "Alumni.med.Live" ist ein medizinisches Weiterbildungsprogramm im Internet, das sich an Ärzte in der ganzen Welt richtet, die in Deutschland studiert haben", so Albrecht Bayer von Heidelberg Alumni International bei der Präsentation auf dem Kongress. Die Ruperto Carola entwickelt dieses Projekt zusammen mit den Universitäten Freiburg, Mannheim, Tübingen und Ulm. Gefördert wird es durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD).
Mit "Alumni.med.Live" präsentiert sich die deutsche Medizin weltweit - ein weiterer wichtiger Baustein zur Stärkung des Wissenschaftsstandorts Deutschland. Der Kern: eine über das Internet zugängliche umfassende, multimediale Wissensbank. Die Präsentation im "Internet-Café" auf dem Kongress stieß auf große Resonanz.

"Wir wären höchst erfreut, in Zukunft noch mehr von der exzellenten Qualität der Heidelberger Wissenschaft profitieren zu können", wünschte sich der libanesische Chirurg Dr. Hikmat Rizk, Organisator des Kongresses und Heidelberger Alumnus. Von der Dynamik der Lebanese American University konnte sich Rektor Jürgen Siebke in vielen Gesprächen überzeugen. "Wir denken da-ran, in der Zukunft enger mit dieser Universität zu kooperieren, etwa durch weitere internationale Konferenzen." So könne die Präsenz der Universität Heidelberg im Ausland wirksam ausgebaut werden. Das zukünftige Michael DeBakey Medical Center bietet eine gute Plattform dafür. Eine Ansicht, die auch von der Politik geteilt wird: "Die Bundesregierung ist die stille Teilhaberin dieser Arbeit", bekannte die deutsche Botschafterin, Gisela Kaempffe-Sikora, bei einem Empfang der Vereinigung der Absolventen deutschsprachiger Universitäten unter ihrem 1. Vorsitzenden Dr. Amin Khalil in Beirut.

Vor dem Hintergrund der jüngsten politischen Ereignisse im Libanon verlieh der Heidelberger Rektor abschließend der Hoffnung Ausdruck, dass die engere Kooperation der Hochschulen auch der Region insgesamt nütze: "Denn die Wissenschaft schafft Verbindungen zwischen Völkern und Nationen", so Jürgen Siebke. "Und so kann sie auch einen Beitrag zum Frieden leisten."

Peter Saueressig punkt

 

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Updated: 12.07.2000