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Die zwölf Leitpunkte des neuen Rektors

Diesen Anforderungen will das Rektorat in den Jahren 2001 bis 2004 unter folgenden Leitpunkten gerecht werden:

1. Im Bereich der Forschung sind die vorhandenen Inseln der Exzellenz zahlenmäßig spürbar zu erhöhen und auf größere Einheiten auszudehnen. Das Rektorat strebt an, Exzellenzen frühzeitig zu erkennen und zu fördern. Forscher-Netzwerke und Forschungszentren sind gerade in den Geisteswissenschaften zu ermutigen.

Inseln der Exzellenz ausbauen

2. Das Rektorat wird die erfolgreiche Einwerbung von Drittmitteln im Rahmen des Budgetierungsmodells honorieren und neue Antragstellungen administrativ unterstützen. Besonderes Augenmerk ist der zur Zeit nur in geringem Maße genutzten Forschungsförderung durch die Europäische Kommission zu widmen. Sogenannte "Overheads" aus existierenden Projekten sollen verstärkt zur professionellen Unterstützung bei der Durchführung des aufwändigen Antragsverfahrens eingesetzt werden. Auch in den Geisteswissenschaften sollte neben den bisherigen Formen der Forschungsförderung drittmittelgeförderte Forschung vermehrt genutzt werden.

3. Im Bereich der Lehre bilden die Einführung und Ausgestaltung von BA-/MA-Studiengängen einen Schwerpunkt. Hier geht es zunächst um die Möglichkeit und Notwendigkeit, Bachelor-Abschlüsse inhaltlich und organisatorisch sinnvoll in vorhandene Studiengänge einzubauen. Zusätzliche Master-Abschlüsse kommen vornehmlich für Aufbaustudiengänge und neue anwendungsorientierte Studiengänge in Betracht; diese sind als Exzellenz-Studiengänge zu konzipieren und stehen konsequent nur den wissenschaftlich ausgewiesen besten Studierenden offen. Davon sind die weiterführenden Studiengänge abzugrenzen, die künftig in der Regel mit einem Diplom abschließen. Des Weiteren werden insbesondere Fragen der Abstimmung der Studieninhalte innerhalb des jeweiligen Studiengangs, der Akzeptanz dieser Abschlüsse bei den potenziellen Arbeitgebern sowie die Vergleichbarkeit dieser Abschlüsse mit den Abschlüssen in anderen europäischen und außereuropäischen Ländern eine gewichtige Rolle spielen. Für überdurchschnittliche Masterabsolventen kann sich eine Promotion anschließen. Inwieweit die in den Heidelberger Graduiertenkollegs gesammelten Erfahrungen für die generelle Einführung von Doktorandenstudien nutzbar gemacht werden können, wird zu prüfen sein.

Belohnung guter Lehrtätigkeit

4. Weiterer Schwerpunkt im Bereich der Lehre wird eine stärkere Betonung der Lehrtätigkeit sein. Dabei geht es zunächst um das Erfassen der Lehrleistungen im Wege von Evaluationen und anschließend um die Berücksichtigung dieser Ergebnisse bei der Mittelvergabe (zum Beispiel im Verhandlungsteil des Budgetierungsmodells). Im Vordergrund wird die Belohnung guter Lehrtätigkeit stehen. Konsequent unterstützt das Rektorat und in ihm namentlich die Prorektorin für Lehre die Studiendekane in ihrer Funktion und stellt diese weithin erkennbar heraus. Das Rektorat möchte die Fakultäten ermutigen, auch in geeigneten Bereichen der Lehre beispielgebende Exzellenz zu formen.

5. Trotz der unveränderten und weiterhin zu sichernden Bedeutung von Deutsch als Wissenschaftssprache werden im Hinblick auf die nötige Internationalisierung der Ruperto Carola zum einen in Heidelberg verstärkt Workshops, Sommerkurse und praxisorientierte Seminare in englischer Sprache stattfinden. Darüber hinaus sollen in Disziplinen, in denen dies sinnvoll und im Hinblick auf die vorhandenen Kapazitäten möglich erscheint, neue englischsprachige Studiengänge initiiert oder englischsprachige Lehrveranstaltungen in existierende Studiengänge integriert werden. Für an der Universität Heidelberg studierende Ausländer sollen allgemeine Deutschkurse obligatorisch sein.

Das Tor zu Europa

6. Partnerschaften mit osteuropäischen, asiatischen und nord- wie südamerikanischen Universitäten sollen verstärkt werden ("Heidelberg – das Tor zu Europa"). In diesem Zusammenhang stehen die Konkretisierung und Einführung eines Europastudiengangs an, das Projekt "Amerikastudien" sowie ein Aufbaustudiengang für den Führungsnachwuchs vornehmlich in Entwicklungs- und Schwellenländern unter Leitung der Wirtschaftswissenschaftler. Dabei kann die Eröffnung eines Universitätshauses in einem anderen Land ein erster Schritt zu möglichen Lehrexporten sein.

Professionalisierung der Leitungsstrukturen

7. Die Professionalisierung nach dem reformierten Universitätsgesetz erfordert es unter anderem, manche der vorhandenen Fakultäten insgesamt oder zumindest intern umzustrukturieren. Das gilt für die Natur- und Geisteswissenschaften ebenso wie für die Medizin (Punkt 9). Diese Umstrukturierung darf sich nicht in einer bloß rechtlichen Umorganisation erschöpfen; vielmehr wird das Rektorat mit Sorgfalt darauf zu achten haben, dass die Neustrukturierung vor allem inhaltlich im Zusammenwachsen der Fächer unter Wahrung ihrer spezifischen Vielfalt Schritt für Schritt vollzogen wird.

8. Wenn insbesondere die großen Fakultäten ihre Leitungsstruktur noch stärker professionalisieren wollen, so wird das Rektorat sie hierbei nachdrücklich unterstützen; das kann auf der Ebene der Fakultäten einen gewissen Verschub von Ressourcen zur Folge haben.

9. Die Fakultäten für Medizin in Heidelberg und Mannheim haben sich darauf verständigt, in eine Fakultät zusammenwachsen zu wollen, und unter Beibehaltung der örtlichen Strukturen ein einheitliches Konzept in Lehre, Forschung und akademischer Selbstverwaltung sowie einheitliche wissenschaftliche Schwerpunkte zu entwickeln. Strategische Entscheidungen zur fachlichen Ausrichtung der Lehrstühle, zur wissenschaftlichen Kooperation und zur Schwerpunktforschung sollen dann in der Gesamtfakultät getroffen werden. Das Rektorat legt darüber hinaus Wert darauf, die Einbindung der beiden Medizinischen Fakultäten und dann der Gesamtfakultät in die Universität zu bewahren und zu stärken. Das Rektorat erwartet, dass sich gleichzeitig die Universitätsklinika einander annähern. Über die Art und Weise der dazu notwendigen Strukturänderungen wird erst nach Vorlage jenes Berichtes zu befinden sein, den der Wissenschaftsrat für das Frühjahr 2002 in Aussicht gestellt hat. Das "Universitätsklinikum Mannheim" wird auf jeden Fall erhalten bleiben.

Gesamtfakultät Medizin

10. Das in breitem Konsens von Senat und Universitätsrat verabschiedete Budgetierungsmodell wird nun engagiert umgesetzt. Dabei muss die Akzeptanz eines solchen Modells und der daraus folgenden Konsequenzen bei den Beteiligten sichergestellt sein. Die zweijährige Erprobungsphase des Modells dient seiner sinnvollen Weiterentwicklung. Die finanziellen Gestaltungsspielräume der Universität werden auch zu dem Zweck zu nutzen sein, Ideen und Erfolge sichtbar zu prämieren. Das schließt umfassende Evaluierungen über die Zeit hinweg mit ein. Voraussetzung hierfür ist ein in Monitoring und Controlling integriertes Informationsmanagementsystem, das zuverlässige Informationen liefert, den Aufwand für die Informationsbeschaffung vermindert und so wieder die Konzentration auf Forschung und Lehre erlaubt. Die Implementierung eines solchen Systems im Rahmen des IMPULSE-Projekts wird ein weiterer Schwerpunkt des Rektorats sein. Die ursprünglichen Ziele des IMPULSE-Projektes wie die vollständige Umstellung der Ressourcenverwaltung auf kaufmännische Buchführung werden unverändert und konsequent weiterverfolgt.

11. Die Prozesse der Modernisierung und Internationalisierung werden betont von den Instituten und Fakultäten her ausgehen müssen. Deren Struktur- und Entwicklungspläne sind Grundlage der Materialisierung und Konkretisierung auf der Ebene der Universität. Deren Spitze wird sich auf die Stimulierung solcher Prozesse zu konzentrieren haben; allerdings ist Initiierung dort, wo nötig, nicht ausgeschlossen.

Bessere Absprachen zwischen allen Ebenen

Dazu gehören unmittelbare Begegnungen zwischen dem Rektorat und den Akteuren in Forschung und Lehre auf Fakultäts- und Institutsebene. Den Gremien der Gesamtuniversität wird es vorbehalten bleiben, die Schwerpunkte in den Struktur- und Entwicklungsplänen der Fakultäten und wissenschaftlichen Einrichtungen gestaltend zu gewichten; das kann im Einzelfall Abweichungen von den Vorstellungen der Fakultäten und Einrichtungen zur Folge haben.

12. Das Verhältnis zwischen der Universität und der Politik auf allen Ebenen wird weiter auszubauen und zu optimieren sein.

Michael Schwarz ende

 

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Updated: 19.02.2002