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40 Jahre Beziehungsmedizin

Erinnerungen des Boris Luban-Plozza als Buch
Jeder Mensch ist eingewoben in sein Umfeld, der gesunde ebenso wie der erkrankte. Dabei wirken Arbeitswelt, Freizeit und Familie zusammen. Menschliche Beziehungen sind die wirkungsvollen Elemente darin, die wie "geistige Berührungen" empfunden werden, geschätzt sind oder gemieden werden, erlebt und erlitten auch.

Besondere Beziehungen bestehen zwischen Gesunden und Kranken, nicht zuletzt als Arzt-Patient-Beziehung. Beziehungen stehen im Mittelpunkt des Heilens. Und Beziehungen werden vordringlich durch Sprache vermittelt und durch Zuhören geleitet. Beziehungen und ihre Störungen wirken sehr deutlich in Gruppen distinkter Größen. Gruppen wie Familie, Freundeskreise, Behandlungsteams, Patientenverbände und viele andere mehr haben also Modellcharakter. Einzelprobleme werden demzufolge gerne in die Gruppe ausgeweitet und Massenprobleme sind in einer Gruppe gefangen leichter, da modellhaft, anzugehen.

Modellgruppen der Beziehungsmedizin gehen unter dem Namen Balint-Gruppen auf Michael Balint (1896-1970) zurück, der diese besondere und effektive Form der Begleitung und Unterstützung von Behandlungen schon 1950 in London angefangen hat. Die rasante und fachdienliche Verbreitung in ganz Europa hat mehrere Motoren, ein ganz besonders rühriger, warmer, unermüdlicher und erfolgreicher war Boris Luban-Plozza, der seit 1961 auf der ganzen Welt wirkte, besonders aber auf dem Monte Verita, dem Berg der Wahrheit, über Ascona im schweizerischen Südkanton Tessin ein Schulungs- und Weiterentwicklungszentrum von enormer Wirkung schuf.

Während die Balint-Gruppen vor allem die therapeutischen Teams fasst, hat Boris Luban-Plozza die Ausweitung der Gruppen unter Einbezug von Patienten und von Studenten erreicht. Neben einem studentischen Lerneffekt kommt der Patientenaspekt in der therapeutischen Beziehung zu seinem Recht. Unter dem Namen "Ascona-Modell" versteht man seit 1968 dieses besondere Lern- und Ausbildungsmodell für Studenten und Ärzte, das von der WHO anerkannt wurde.

Die Psychosomatik und die Beziehungsmedizin haben Boris Luban-Plozza sehr viel zu verdanken und sie tun dies auch. Er selber ist ein Musterbeispiel der Beziehungsarbeit, sein Engagement und seine Begeisterung wirken ansteckend und er vermag Brücken zu schlagen. Seit mehr als 20 Jahren trägt er als Honorarprofessor unserer Universität Heidelberg mit Blockkursen und Fallseminaren zur Ausbildung in Allgemeinmedizin kräftig bei. Er stiftete den internationalen Wettbewerb wirkungsvoller studentischer Balint-Arbeiten, deren beste alljährlich in Ascona ausgezeichnet werden. Über 40 Jahre Beziehungsmedizin, seine grundlegenden Gedanken und die erreichten Ziele, hat Boris Luban-Plozza in seinem Buch "Brücken zum Leben" festgehalten. Bereits in der zweiten Auflage ist das Buch beim Verlag Schwabe, Basel 2001 erschienen.

Ernst G. Jung ende

 

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Updated: 20.02.2002