Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Startseite der Universität
Presse-Kontakt, WWW-Team Volltext-Suche, E-Mail-Suche, Datenbank-Suche Alle Seiten im Überblick English

Startseite > Presse > Publikationen > unispiegel

Das Portrait

Arbeiten in anderen Dimensionen

Fred Hamprecht: mit 27 Jahren der jüngste Professor an der Universität
Seit letztem Oktober lehrt Professor Fred Hamprecht als jüngster Professor an der Universität Heidelberg. Mit 26 Jahren erhielt er die von der Bosch-Stiftung finanzierte C3-Professur an der Fakultät für Physik und Astronomie. Im Januar wurde er 27 Jahre. Er beschäftigt sich mit Multidimensionaler Bildverarbeitung – ein Themengebiet, das nicht das ursprüngliche Ziel seines Studiums war.
Wie funktioniert die optimale digitale Abtastung einer Toastscheibe?
Wie funktioniert die optimale digitale Abtastung einer Toastscheibe?
Foto : Sposny

"Wenn man in Deutschland ein Leben lang an der Universität forschen möchte, kann man nur Professor werden", meint Hamprecht ironisch auf die Frage, wie er es denn in so jungen Jahren zum Professor geschafft hat. Doch er korrigiert gleich darauf, dass es nicht sein eigentliches Ziel war, es habe sich einfach so ergeben. Viel mehr setzt sich Baden-Württembergs jüngster Professor immer wieder neue Ziele für einen bestimmten Zeitraum.

Hamprecht hat an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich Chemie studiert. Das Studium ist dort sehr verschult, dafür ist ein Abschluss nach acht bis neun Semestern möglich. "Die Zeit dort war sehr hart, ich war von morgens bis abends ausgelastet", erinnert er sich. Während des Studiums hat er sich für Quantenchemie und Neurochemie interessiert. Letzteres schied aus als sich zeigte, dass die Laborarbeit nichts für ihn war. Die theoretischen Berechnungen hatten es ihm angetan. So befasster er sich mit der globalen Optimierung von Parametern in bis zu 72 Dimensionen.

Hamprecht nahm an Austauschprogrammen teil, verbrachte Zeit in Lausanne, und über die Programme Erasmus/Sokrates lernte er in London und Cambridge. Dort fertigte er auch seine Diplomarbeit in Quantenchemie an. Die Zeit in Cambridge sei die Erfüllung eines Traums gewesen, lächelt er. "Die ganze Atmosphäre mit den robentragenden Studenten und zinnenbewehrten Colleges ist wie Disneyland für Akademiker." Aber leben wollte er dort nicht, dazu ist ihm der Campus doch zu weltfremd.

Für den begabten Chemiker, der während seiner Schulzeit schon eine Klasse übersprungen hatte, war und ist es wichtig, Spaß am Studium zu haben. Er folgte seinen Neigungen in der Mathematik, Informatik und Statistik und fand Gefallen an der Multidimensionalen Bildverarbeitung. Bei dieser hochtechnischen Anwendung bringt er Computern bei, was auf einem Bild zu sehen ist. Formen, zum Beispiel Gesichter oder Menschen, sollen als solche wiedererkannt werden. Oder in der medizinischen Anwendung bei computertechnischen Untersuchungen müssen mehrere Informationsebenen, Dimensionen, für den Arzt reduziert werden, damit er diese bildlich erfassen und verstehen kann. Hamprecht erklärt anhand einer Toastscheibe, dass die optimale dreidimensionale Erfassung der rauen Brotoberfläche nicht das gewöhnliche quadratische, sondern das hexagonale Muster ist und beißt in die Scheibe.

Hamprecht ist kein Karrieremensch. Er schaut regelmäßig, wo er im Leben steht, überdenkt die Situation und entscheidet dann den weiteren Lebensweg. Eine gute Methode, den Überblick zu bewahren. "Meine Karriere ist keine Blaupause, es ist immer viel Glück dabei", sagt er zu seinem bisher schon sehr bewegten Leben. Die von Bosch für vorerst sechs Jahre finanzierte Professur sieht er als Chance. Denn er spielte auch mit dem Gedanken, in die Industrie zu gehen, verwarf ihn aber wieder. "Ich möchte schöne Forschung im ästhetischen Sinne machen und gute Vorlesungen halten; das ist in der Industrie oft nicht möglich", erklärt er und freut sich auf eine gute Zeit in Heidelberg.

Georg Sposny ende

 

Zurück

Top

Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Neues im Netz | Kontakt | Suche | Überblick | English


Page maintained by Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg.
Updated: 20.02.2002