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Lebensrettende Brunnen für Burkina Faso

Heidelberger Forscher kämpfen gegen Kindersterblichkeit und Malaria
Angeregt durch ihre intensiven Forschungen in Burkina Faso, haben Wissenschaftler der Abteilung für Tropenhygiene und öffentliches Gesundheitswesen der Universität Heidelberg den Verein "Freunde von Nouna e.V." gegründet. Getragen insbesondere von Spenden und Mitgliedsbeiträgen soll dieser den am Rand der Sahelzone lebenden Burkinabé praktische Hilfe bringen. Dringend benötigt: Tiefbrunnen zur Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser.

"Ich stelle mir vor, ich wohne in so einem kleinen Wüstendorf in der Gegend von Nouna, habe Malaria, regelmäßig kommen Wissenschaftler, um mich Fragebögen über meine Krankheit und Familie beantworten zu lassen. Sie sagen, dass mir ihre Forschungen für die Zukunft helfen werden. Aber damit kann ich jetzt nichts anfangen. Jetzt bin ich krank, jetzt brauche ich Hilfe! - Ich muss nicht aus Burkina Faso kommen, um die Situation der Menschen dort zu verstehen", betont Dr. Osman A. Sankoh, der selbst aus dem westafrikanischen Küstenstaat Sierra Leone stammt und als Biostatistiker und Epidemiologe an der Abteilung für Tropenhygiene und öffentliches Gesundheitswesen der Universität Heidelberg arbeitet. Er und Professor Dr. Heiko Becher, stellvertretender Direktor der Abteilung, haben daher den Verein "Freunde von Nouna e.V." gegründet, um den notleidenden Burkinabé humanitäre Hilfe zu bringen.

Angefangen hat alles vor etwa zehn Jahren, als erste Forschungsprojekte der Heidelberger Abteilung für Tropenhygiene in der Provinz Kossi im Nordwesten des Landes durchgeführt und 1999 noch erweitert wurden. Ein reger Austausch herrscht seitdem zwischen den afrikanischen Dozenten und Studenten sowie ihren deutschen Partnern: "Es ist fast immer jemand aus Heidelberg in Burkina Faso und umgekehrt. Aufgrund dieser Voraussetzungen entstehen für den Verein keine Verwaltungskosten. Das gesammelte Geld kann vielmehr effektiv eingesetzt werden", erläutert Sankoh. "Während unserer Arbeit mit den Leuten aus Nouna und den umliegenden Dörfern sind wir stets sehr wohlwollend empfangen worden. Durch ihre freiwillige, unentgeltliche Hilfe wurden unsere Forschungen erst möglich. Die herzliche Gastfreundschaft der Burkinabé hat unseren Wissenschaftlern dort eine zweite Heimat bereitet. Nun wollen wir diese Herzlichkeit zurückgeben, indem wir sie aktiv unterstützen."

Eine grundlegende Notwendigkeit für die Menschen in den ländlichen Dörfern ist sauberes Trinkwasser, das aber wegen der wüstenähnlichen Bedingungen schwierig zu bekommen ist. Viele Wasserquellen sind zudem verschmutzt, und das Trinken des kontaminierten Wassers führt besonders bei Kindern zum Ausbruch von Infektionskrankheiten. Professionelle Tiefbrunnen werden benötigt, mit festem Schacht und hohem Rand, der gegen Verunreinigungen schützt. Zusammen mit Experten sollen die Brunnen von der Bevölkerung gebaut werden, so dass sie in die Konstruktion eingeweiht ist und auch eventuelle Reparaturen selbst vornehmen kann. Auf diese Weise können Arbeitskosten gespart und gleichzeitig Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden. "In der Region von Kossi sind wir die einzigen, die so etwas vorhaben", unterstreicht Heiko Becher die Dringlichkeit des Projekts. Kosten eines solchen Tiefbrunnens: circa 5 000 Euro.

Wichtig ist dem Verein nicht zuletzt der kulturelle Austausch mit den Burkinabé: Initiiert wurden beispielsweise schon Brieffreundschaften zwischen Schülern aus Heidelberg und Nouna, gefördert werden Seminare, Film- und Diavorträge über das Land.

Der Verein bittet um Spenden für die Hilfsaktionen und sucht Sponsoren. Der Jahresbeitrag beträgt zehn Euro, Studierende und Arbeitslose entrichten keine Mitgliedsbeiträge. Bankverbindung: Sparkasse Heidelberg, Kontonummer: 22 12 218, BLZ: 672 500 20. Weitere Informationen im Internet: http://www.freunde-von-nouna.de.

Uta Schwabe ende

 

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Updated: 20.02.2002