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Theater auf dem Campus

Vor und hinter der Bühne: In Heidelberg gibt es viele Möglichkeiten, seinen Spieltrieb auszuleben
Es muss nicht immer gleich Popstars & Co. sein, wenn es einen ins Rampenlicht zieht. In Heidelberg gibt es eine mehr als aktive Theaterszene. Studentische und freie Ensembles sind offen für alle Theaterverrückte und bieten – wie die Anglisten – sogar Workshops an. „Unispiegel“-Mitarbeiterin Melanie Engelke hat sich umgeschaut.
Theater auf dem Campus

Ziemlich aktiv in der Heidelberger Theaterszene sind die Anglisten. Ein umfangreicher Spielplan jedes Semester. Und im Sommer gab es sogar einen Workshop, auf dem man alles lernen konnte, was zum Theater so dazugehört. Mitmachen kann jeder, oder wie es bei den Anglisten heißt: Everybody welcome. Foto : Spors


Am Germanistischen Seminar bleiben die Kostüme in der Mottenkiste. Und das ausgerechnet im Land von Goethe und Schiller. Am schwarzen Brett ist zwar ein Platz für die Theatergruppe reserviert, Anschläge sind aber eher selten. Generell gibt es an den Instituten in Heidelberg nur noch wenige Schauspielgruppen. Die Psychologen stellen pro Jahr ein Stück auf die Beine, ebenso wie „Les Allumeurs D’Astres“. Die sind aber nur noch lose an das Romanistische Seminar gebunden.

Die Anglisten kommen dagegen schon mal auf vier Produktionen im Jahr. Und wenn es ein Semester lang mal eher mau aussieht, wird kurzerhand ein Workshop angeboten, in dem die alten Hasen ihre Erfahrungen weitergeben. Das geschah Mitte Juli, als sich eine Woche lang wieder alles ums Theater drehte. „Ich habe unglaublich viel gelernt“, versichert Christine Wetzka, die sich erstmals in einer Hauptrolle versuchen konnte. Neben dem Schauspiel-Workshop standen ebenso Regie, Bühnenbild, Licht oder Casting hoch im Kurs. „Sogar fürs Produzieren haben sich vier Leute interessiert – das will sonst keiner machen“, freut sich Mitorganisatorin Annika Renker. Einziger Wermutstropfen: unter den Teilnehmern waren nur wenige neue Gesichter. Dabei verstehen sich gerade die Anglisten nicht als exklusiver Haufen, sondern sind für jeden offen.

Spaß hatten aber trotzdem alle, besonders die offene Bühne kam bei den Teilnehmern gut an. Hier wurden die Ergebnisse der Workshops vor Publikum präsentiert – von den einstudierten Stücken bis hin zum Posterdesign. Und die Bühnenbildner demonstrierten live, wie aus einem amerikanischen Farmhaus ein Londoner Szenerestaurant wird. „Mit kleinen Mitteln wurde für jedes Stück ein tolles Bühnenbild gezaubert“, zeigt sich Martina Blum von der Backstageatmosphäre beeindruckt. Mitorganisatorin Ricarda Klüßendorf hofft, dass das nicht der letzte Workshop war: „Das Feedback war so toll, von den Teilnehmern und vom Publikum. Das müssen wir unbedingt noch einmal machen!“ Allerdings kann das eine Weile dauern, da gerade die meisten Mitglieder der Gruppe in laufende Produktionen eingebunden sind.

Theaterluft gibt es aber nicht nur bei den Anglisten zu schnuppern. Ausländische Studierende sind bei „IDeFix“, dem Ensemble des Instituts für Deutsch als Fremdsprachenphilologie, gut aufgehoben. Andere haben selbst die Initiative ergriffen: „Die Anstifter“ sind an kein Seminar gebunden und stehen finanziell auf eigenen Füßen. Genauso wie das Theater Mangold, das über den Theaterstammtisch zusammengekommen ist. Bei den „Shoestring Players“ ist der Name Programm – „living on a shoestring“ bedeutet: mit einfachen Mitteln etwas Schönes zaubern, gespielt wird natürlich auf Englisch. Auch bei den etablierten Ensembles der Region ist frisches Blut immer willkommen. Das Klick-Theater ist sogar offen für Unerfahrene. Wichtig ist, dass die Leute Spaß daran haben, mit Texten zu arbeiten. Kein festes Ensemble hat das Nostos Tanztheater, für jede Produktion werden Tänzer neu engagiert. Gesucht werden unter anderem Musiker, Schauspieler oder Akrobaten.

Wer Kontakte knüpfen möchte, kann sich an Matthias Paul vom Freien Theater Verein wenden. Sein Tipp: „Am besten macht man sich von den Gruppen selbst ein Bild. Einfach in eine Vorstellung gehen und danach die Leute ansprechen. So geht’s am schnellsten.“ Der Mann weiß wovon er spricht, schließlich ist er selbst beim Theater Gutmacher aktiv. Die Theatertage vom 26. bis 31. Oktober bieten in dieser Hinsicht ebenfalls eine gute Gelegenheit: Ensembles aus Deutschland und der Schweiz streiten um den 8. Heidelberger Theaterpreis, Workshops und eine offene Bühne begleiten das Programm. Ansonsten steht der Romanische Keller – neben dem Karlstorbahnhof einer der Veranstaltungsorte der Theatertage – allen Spielwilligen gerne mit Rat und Tat zur Seite. „Ich sage den Leuten immer, sie können doch auch was eigenes auf die Beine stellen“, so Falk Wiedenroth, einer der beiden Kellerleiter. Die Hispanisten gehen mit gutem Beispiel voran: Wenn das Theaterprojekt B-culturA ein Erfolg wird, ist eine Fortsetzung geplant. Und vielleicht finden sich ja auch Leute, die den Germanisten wieder in die Kostüme helfen.

Termine zum Notieren: Am 21. Oktober findet im Bergbahn-Griechen (Zwingerstraße 20) um 20 Uhr ein Theaterstammtisch statt, bei dem sich die freie Theaterszene vorstellt. Am 27. Oktober steigt im Anglistischen Seminar ein Casting für Eugene O’Neills „Mourning Becomes Electra“. Zu besetzen sind elf Rollen. Szenen müssen keine vorbereitet werden: Everybody welcome!
Melanie Engelke ende

 

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Updated: 16.10.2004