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Früher war alles noch viel komplizierter

Vom Kommen und Gehen der Bücher in Heidelbergs Universitätsbibliothek. Ein Blick hinter die Kulissen
Was wären der studentische Nachwuchs und die Wissenschaftler ohne ihre UB? Tagtäglich werden dort zwischen 3.000 und 4.000 Bücher, Zeitschriften oder CDs ausgeliehen und außerdem das neu eingerichtete Multimediazentrum ausgiebig genutzt. Kaum aber einer weiß, welch Aufwand hinter den Kulissen betrieben wird. Wie sieht es beispielsweise aus im Tiefmagazin? Und auf welche Weise kommen die Medien von dort zu ihren Nutzern?
Heidelbergs Universitätsbibliothek

„Dass da eine Bibliothekarin sitzt und die ganze Zeit Bücher liest, ist nur ein Klischee.“ Aber ein schönes, dachte sich wohl auch unser Fotograf.


Soviel steht fest: vor hundert Jahren war alles noch viel komplizierter. Wissensdurstige Studenten konnten ihre Bücher nicht einfach mal so aus der Universitätsbibliothek holen. Literaturrecherche war ein langwieriger Prozess. Hatte man endlich das passende Buch gefunden, musste man warten, bis es die Bibliothekare aus dem Magazin brachten. Heute geht das viel schneller: Ein paar Klicks in HEIDI, dem Online-Katalog der UB, und schon hat man die für Studium und Forschung benötigte Literatur gefunden. Und die kann meistens umgehend aus dem für alle zugänglichen Freihandbereich geholt werden. Bequemer ist da nur noch der direkte Zugriff auf die über 200 Datenbanken und 2.900 elektronischen Zeitschriften der „Virtuellen Bibliothek“.

Ältere oder weniger benötigte Bücher müssen allerdings wie früher bestellt werden. Denn die lagern in dem Raum, den jeder UB-Benutzer vom Namen her kennt, den aber nur wenige schon betreten haben – das Tiefmagazin. Es liegt irgendwo unterhalb des Uniplatzes und der Neuen Universität – am Ende eines langen, schwach beleuchteten Gangs, der im Bibliotheksgebäude beginnt. Meterlange Regalreihen nehmen fast den ganzen Raum ein, sie bieten Platz für bis zu 1,5 Millionen Medien. Darin befinden sich auch Ausgaben von „Das Bibliothekswesen der BRD“ oder Kuriositäten wie „Alt-Rothenburg. Jahresbericht über die Tätigkeit des Vereins“. Per Knopfdruck lassen sich die auf 3.000 Quadratmetern dicht aneinander gedrängten Regale auseinander schieben. Eine ständig laufende Klimaanlage sorgt dafür, dass sich die gelagerten Bücher richtig wohlfühlen können. Hier endet auch das Fließband, auf dem sie unter der Grabengasse hindurch ins UB-Gebäude befördert werden. Über einen Drucker gehen die Internet-Bestellungen ein, welche die UB-Mitarbeiter umgehend bearbeiten.

Jedes Jahr wächst die Zahl der im Tiefmagazin, Lesesaal oder Freihandbereich gelagerten Bücher, CDs oder DVDs. Für den Nachschub sorgen die Fachreferenten. Diese wählen die für die UB relevanten Neuerscheinungen aus. Vor dem Kauf werden sie aber nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, komplett gelesen oder zumindest überflogen. Nicole Kloth, Fachreferentin unter anderem für Klassische Archäologie lacht: „Dass da ein Bibliothekar sitzt und die ganze Zeit Bücher liest, ist nur ein Klischee. Als Kriterien für die Auswahl der Medien dienen oft Daten wie zum Beispiel Titel, Autor, Verlag oder die Inhaltsangabe.“ Nachdem sie in der UB angekommen sind, können die Bücher aber nicht sofort ausgeliehen werden. Sie werden zuerst mit den bibliographischen Angaben in die EDV aufgenommen und erhalten ihre Signaturen. Der ganze Vorgang von der Auswahl bis zur ersten möglichen Ausleihe kann zwischen drei Tagen und drei Wochen dauern.

Auf diese Weise kommen jährlich etwa 44.000 neue Bücher, CD-ROMs und Videos sowie die Ausgaben von rund 5.400 fortlaufenden Zeitschriften neu hinzu. Kein Wunder, dass der Platz in den Magazinen immer knapper wird. Im Jahr 2006 wird auch das 1986 erbaute Tiefmagazin voll sein. Deshalb hofft die UB, sich im Rahmen der vor kurzem bekannt gewordenen Umbau- und Umzugspläne der Universität auf das Triplex-Gebäude ausweiten zu können: „Dann sollen noch mehr Bücher im Freihandbereich verfügbar sein“, berichtet Nicole Kloth. Das aber ist noch Zukunftsmusik.

Weitere Infos unter www.ub.uni-heidelberg.de. Dort finden sich u.a. die Virtuelle Bibliothek, der Online-Katalog HEIDI und die Termine zu den Benutzungskursen der UB.
Ulrich Weiser ende

 

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Updated: 16.10.2004