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Eine Chance zu überleben

Heidelberger Stiftung Chirurgie gegründet – Manfred Lautenschläger finanziert Pankreas-Studie
Wie können Kliniken in Zeiten knapper Ressourcen ihre medizinische Qualität erhalten und verbessern? Die "Heidelberger Stiftung Chirurgie" (HSC), Anfang 2003 von Ärzten und vom Pflegepersonal der Chirurgischen Universitätsklinik gegründet, geht in Deutschland neue Wege, um die wachsenden finanziellen Defizite im Klinikalltag auszugleichen. Bei einem Pressegespräch stellten Prof. Dr. Dr. h.c. Markus W. Büchler, Geschäftsführender Direktor, und Manfred Lautenschläger, Aufsichtsratsvorsitzender der MLP-AG und Kuratoriumsmitglied der HSC, nun das neue Konzept vor.
Manfred Lautenschläger und Professor Markus W. Büchler

Manfred Lautenschläger und Professor Markus W. Büchler. Foto : Pflanz


Universitätskliniken werden von den Krankenkassen und durch den Bundesland-Zuschuss für Forschung und Lehre finanziert. Die Einführung der Fallpauschalen sowie eine drastische Reduktion des Zuschusses konfrontieren die Kliniken mit erheblichen Finanzproblemen. Auch eine weitere Einnahmequelle der Kliniken, die so genannten Drittmittel, wurden beschnitten. Spenden von Privatleuten oder Firmen – in den USA seit vielen Jahren wichtige Einnahmequelle großer Kliniken – sind in Deutschland, mit Ausnahme des Engagements einiger Patientenorganisationen, vor allem für Kinderkrebs-Abteilungen, eher selten. Ein konsequentes Fundraising wird nicht betrieben.

Die HSC möchte Firmen, Einzelpersonen und ehemalige Patienten dafür gewinnen, für eine Klinik zu spenden, die in der Rhein-Neckar-Region für eine ausgezeichnete chirurgische Krankenversorgung steht und aufgrund ihrer Behandlungsqualität Anziehungskraft für Patienten aus aller Welt hat. "Wir wollen dazu beitragen, innovative Therapien zu entwickeln und den Patienten zugänglich zu machen", sagt Shilu Mistry, Leiterin der neuen Stiftung, die mehrere Jahre an einer Bostoner Klinik Erfahrungen mit dem in den USA üblichen "Fundraising" von Kliniken gesammelt hat. Bislang wurden der Stiftung, die über ein Stiftungskapital von 25.000 Euro verfügt, circa 100.000 Euro, überwiegend von ehemaligen Patienten, gespendet. Weitere 300.000 Euro bringt Manfred Lautenschläger ein.

Eingesetzt werden die 300.000 Euro von Lautenschläger, der auch Ehrensenator der Universität ist, für eine Studie, die eine neue, viel versprechende Behandlungsmöglichkeit für bösartige Tumoren der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in Aussicht stellt. Lautenschläger selbst war vor mehr als 20 Jahren aufgrund eines bösartigen Tumors die Bauchspeicheldrüse rechtzeitig entfernt worden. "Ich gehöre zu den drei Patienten in Deutschland, die diese schwere Erkrankung so lange überlebt haben", erklärte er auf der Pressekonferenz sein besonderes Engagement für die Pankreasforschung.

Das Pankreaskarzinom ist derzeit die fünfthäufigste Todesursache durch ein Tumorleiden, jährlich erkranken daran in Deutschland etwa 10.000 Menschen. Weniger als 10 Prozent der Betroffenen überleben länger als fünf Jahre. Etwas bessere Chancen haben jene Patienten, deren bösartiger Tumor frühzeitig entdeckt und entfernt werden kann, was bei etwa 20 Prozent der Betroffenen möglich ist. Die geplante Studie könnte einen Durchbruch bringen. Dabei soll ein neues Therapieschema, das an der Virginia Mason Clinic in Seattle (USA) erstmals erfolgreich getestet wurde, mit der derzeit besten klinisch erprobten Behandlung verglichen werden.

Mit seiner finanziellen Unterstützung für diese Studie erweitert Lautenschläger, der auch dem Aufsichtsrat des Universitätsklinikums angehört und sich durch umfangreiche Förderungen für den Erhalt und Ausbau der Spitzenmedizin in Heidelberg engagiert hat, sein Engagement für die Stiftung und die Chirurgische Universitätsklinik. Für die hatte er bereits ein jährliches Ausbildungsstipendium – das "Lautenschläger"-Stipendium – für junge Mediziner in Höhe von 25.000 Euro zugesagt. Es soll jungen Ärzten ermöglichen, an exzellenten Forschungsinstituten und Kliniken ausgebildet zu werden – insbesondere auch im Ausland. Die beiden ersten Preisträger für das Jahr 2004 sind Dr. Markus Diener und Dr. Moritz Wente aus der Chirurgischen Universitätsklinik.
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Updated: 06.07.2004