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Den Krebs besiegen

Europaweit einmalig: Grundsteinlegung für eine neue Therapieanlage
Im Mai 2004 hat die offizielle Grundsteinlegung für die Therapieanlage zur Krebsbehandlung mit Schwerionenstrahlung stattgefunden. Die europaweit einmalige Einrichtung, die künftig Heidelberg Ionenstrahl-Therapie Centrum (HIT) heißen wird, soll Ende 2006 in Betrieb gehen und eine Versorgungslücke bei der Behandlung bislang unheilbarer Tumoren schließen.
Neue Therapieanlage

In unmittelbarer Nachbarschaft zur Kopfklinik entsteht diese moderne Therapieanlage. Foto : Universitätsbauamt


Das Gebäude, das in unmittelbarer Nachbarschaft der Kopfklinik mit der Abteilung Radio-Onkologie mit Baukosten von rund 72 Millionen Euro errichtet wird, hat eine Nutzfläche von circa 5.000 m2 und umfasst neben dem Beschleuniger drei Behandlungsplätze sowie Räumlichkeiten für etwa 80 Mitarbeiter, die in Krankenversorgung, Logistik und Forschung tätig sind. Pro Jahr sollen mindestens 1.000 Patienten mit inoperablen Schädelbasis- und Hirntumoren, Weichteilsarkomen und Prostatakarzinomen überwiegend ambulant behandelt werden.

"Am Universitätsklinikum wird mit diesem Zukunftsprojekt ein weiterer Meilenstein im Kampf gegen Krebs gesetzt", erklärte der Leitende Ärztliche Direktor, Professor Eike Martin, bei der Grundsteinlegung. Auf einer weitere richtungsweisende Einrichtung das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) wies der Rektor der Universität Professor Peter Hommelhoff hin: ein Modellprojekt nach Vorbild der amerikanischen "Comprehensive Cancer Center", das derzeit zusammen mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg aufgebaut wird und Patienten eine gemeinsame Behandlung durch die verschiedenen Krebsspezialisten gewährleisten soll.

Ungewöhnlich ist auch die Finanzierung der Therapieanlage: Die Kosten werden zu gleichen Teilen vom Bund und vom Heidelberger Klinikum getragen. Von der intensiven Nutzung der Anlage in den nächsten 15 Jahren sei eine Refinanzierung der Investition zu erwarten. Die einmaligen Kosten für eine Behandlung mit Ionenstrahlung liegen bei etwa 20.000 Euro und damit im Bereich der typischen Kosten der gegenwärtig praktizierten Standardkrebstherapie, erklärte Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin des Heidelberger Klinikums.

Äußerst präzises und biologisch hoch wirksames Verfahren der Bestrahlung

Die Bestrahlung mit Schwerionen ist ein äußerst präzises und biologisch hoch wirksames Verfahren. Die Schwerionen werden über eine Beschleunigeranlage auf sehr hohe Geschwindigkeit gebracht und in den Tumor geschossen. Dort fügen sie dem Tumorgewebe irreparablen Schaden zu. Durch millimetergenaue Steuerung wird der Tumor punktgenau getroffen und das umgebende gesunde Gewebe geschont.

"Wir möchten den Einsatz der Schwerionentherapie auf andere Tumore ausdehnen, zum Beispiel den Prostatakrebs, aber auch auf Tumorerkrankungen bei Kindern, deren konventionelle Behandlung langfristig schwere Nebenwirkungen haben kann", berichtete Professor Jürgen Debus, Ärztlicher Direktor der Abteilung Radio-Onkologie und Strahlentherapie des Universitätsklinikums Heidelberg, der die Therapieanlage künftig leiten wird. Die hohe Zahl der künftig in der Heidelberger Anlage behandelten Patienten wird es erlauben, die neue Therapie in großen klinischen Studien wissenschaftlich zu untersuchen. Darüber hinaus sollen die Bestrahlung mit anderen Ionenarten, zum Beispiel Protonen, erprobt und im Vergleich getestet werden.

Bei der Grundsteinlegung wiesen der Finanzminister des Landes Baden-Württemberg, Gerhard Stratthaus, und Staatssekretär Michael Sieber, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, auf die Spitzenposition in medizinischer Versorgung und Technologie hin, die das Heidelberger Klinikum durch die Errichtung der Therapieanlage einnehmen wird.
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Updated: 06.07.2004