Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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Spitzenforschung vor schöner Kulisse

Willkommen in Heidelberg: Die Ruprecht-Karls-Universität ist hervorragend positioniert im Wettbewerb um Eliteförderung
Zahlreiche Studierende werden dieses Sommersemester ihr Studium an der Ruprecht-Karls-Universität beginnen – ob als Erstsemester oder Studienplatzwechsler. Ein strahlender Sonnentag in Heidelberg – wenn die Mythos-Melange aus Universität, Schloss, Neckar und Wäldern sich von ihrer allerschönsten Seite zeigt: So, wünschen wir uns, soll Ihr erster Studientag werden. Das Rektorat und die Redaktion des „Unispiegel“ heißen Sie herzlich willkommen.

„Heidelbergs Romantik ist äußerst praktisch“, meint eine Bewohnerin der Altstadt. „Ganz eilige Besucher können sie mühelos auf ein einziges Foto bannen: das Schloss zwischen Bäumen im Hintergrund, davor Neckar und Alte Brücke.“ Dieser Ansichtskartenblick – hunderttausendfach in alle Welt verschickt – ist zum Symbol geworden für jenes Flair, das die Stadt am Neckar umgibt und jedes Jahr mehrere Millionen Besucher anlockt.

Doch woher kommt dieses Flair? Was macht die Faszination dieser Stadt aus? Nimmt man den berühmten Postkartenblick zum Ausgangspunkt, ist es zu allererst die Ruine des Heidelberger Schlosses, die sich hoch über dem malerischen Dächergewirr der Altstadt erhebt. Sie zeugt davon, dass fünf Jahrhunderte lang die Kurfürsten von der Pfalz die Geschicke der Stadt bestimmt haben. Einer von ihnen war Ottheinrich, der zwar nur drei Jahre, von 1556 bis 1559 regierte, jedoch zu den schillerndsten Herrscherpersönlichkeiten zählt, die die Kurpfalz je hervorgebracht hat. Sein Wahlspruch lautete: „Mit der Zeit“ – was für ihn zum einen bedeutete, die Dinge abzuwarten und in Ruhe an sich herankommen zu lassen, zum anderen, mit der Zeit zu gehen, also den Fortschritt zu bejahen und Neues auf den Weg zu bringen.

Zwischen Romantik, Beschaulichkeit und wissenschaftlicher Höchstleistung

Mit der Zeit: Der Leitgedanke Ottheinrichs ist auch geeignet, die Faszination des heutigen Heidelberg ein wenig begreifbar zu machen. Auf der einen Seite lässt sich die Stadt Zeit, liebt das Beschauliche, hält an Althergebrachtem fest, bewahrt Romantik und Studentenleben. Sie hegt und pflegt den „Mythos Heidelberg“, den zwar niemand so genau zu definieren vermag, der die Stadt aber zum Magnet für den Fremdenverkehr macht. Auf der anderen Seite steht ein Heidelberg, das mit der Zeit geht: die weltoffene und moderne Wissenschaftsstadt mit der Universität und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen, zu denen etwa fünf Max-Planck-Institute, das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) oder das European Media Laboratory (EML) der Klaus Tschira Stiftung gehören.

Seinen einzigartigen Reiz verdankt Heidelberg einer großen Katastrophe. Während der Orléansschen Erbfolgekriege rückten die Truppen des französischen Sonnenkönigs Ludwigs XIV. 1689 und 1693 in Heidelberg ein und zerstörten Stadt und Schloss fast vollständig. Nach der Zerstörung bauten die Heidelberger ihre Häuser wieder auf, nach den alten Maßen, aber im modernen barocken Stil. Und genau hieraus resultiert die Einzigartigkeit der Stadt, ihr unverwechselbarer Charme: Während anderswo der Barock sich in großzügigen Prachtbauten entfaltete, entstand in Heidelberg eine Barockstadt auf kleinteiligem, mittelalterlichem Grundriss. Und das Schloss? Es wäre nicht zur vielbesungenen Ruine der Romantik geworden, hätten die Franzosen es nicht in die Luft gesprengt.

Auf der Suche nach jenem Flair, das die Stadt am Neckar so berühmt macht, gehen Heidelberg-Kenner ganz unterschiedliche Wege. Die einen steigen am Nachmittag – wenn das Licht am schönsten ist – den Schlangenpfad von der Alten Brücke zum Philosophenweg hinauf, um von dort den weltberühmten Dreiklang aus Stadt, Fluss und Bergen auf sich wirken lassen. Die anderen gehen am Abend, wenn die Tagestouristen das Feld geräumt haben, auf den steil über der Altstadt gelegenen Schlossaltan, um die Sonne untergehen zu sehen. Oder sie spazieren im Dämmerlicht durch den Schlossgarten, während aus den alten Gemäuern leise die Musik der Sommerfestspiele herüberweht.

„Die häufigste Erscheinung in Heidelberg“, so notierte Mark Twain bei seinem Besuch 1878, „war der Student.“ An dieser Feststellung ist heute noch was dran. Zwar entstand nach dem Zweiten Weltkrieg für die Naturwissenschaften und einen Teil der Medizin am Westrand der Stadt eine Campus-Universität: im Neuenheimer Feld. Die Geisteswissenschaften behielten jedoch ihr angestammtes Quartier in der Altstadt. Viele Institute liegen deshalb auch heute im Zentrum der Stadt. Die Studierenden eilen zwischen ihnen hin und her, und am Universitätsplatz im Herzen der Stadt – zwischen den Hörsälen der Neuen Universität, der Mensa und dem „Studihaus“ mit der wunderschön gelegenen Cafeteria im Marstallhof – sind sie insbesondere während der Semester auch heute noch die „häufigste Erscheinung“.

Für die Studierenden steht natürlich jenes Heidelberg im Vordergrund, das „mit der Zeit“ geht – die weltweit renommierte Wissenschaftsstadt. Wie Erhebungen der Alexander von Humboldt-Stiftung immer wieder feststellen, zählt die Ruprecht-Karls-Universität bei ausländischen Spitzen-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern zu den attraktivsten deutschen Hochschulen, weshalb die Zahlen ausländischer Gastwissenschaftler hier so hoch sind. „Semper apertus“ – getreu ihrem Leitspruch präsentiert sich die Universität Heidelberg weltoffen und international. Der Anteil der ausländischen Studierenden liegt weit über Bundesdurchschitt bei etwa 22 %. Die Universität Heidelberg pflegt zudem Partnerschaften mit zahlreichen ausländischen Universitäten.

Medizin und Naturwissenschaften – vor allem auch die Molekularbiologie – haben sich im vergangenen Jahrzehnt zu Schwerpunkten der Forschung herausgebildet. Sie tragen heute maßgeblich zum weltweiten Ruf der Universität bei. Doch auch die traditionelle Stärke in den Geistes- und Sozialwissenschaften findet ihren Niederschlag, etwa im interdisziplinären Sonderforschungsbereich „Ritualdynamik“. Um der Zunahme solch interdisziplinärer Fragestellungen Rechnung zu tragen, sucht die Universität nach neuen, die Fakultätsgrenzen überschreitenden Organisationsformen. So wurde beispielsweise das Zentrum für Molekulare Biologie Heidelberg (ZMBH) an der Schnittstelle zwischen Biologie und Chemie gegründet, das Interdisziplinäre Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen (IWR) an der zwischen Naturwissenschaften und Mathematik.

Stifter und Sponsoren wie Manfred Lautenschläger spielen eine wichtige Rolle

In den Schlagzeilen ist man auch, wenn es um die Reform des deutschen Steuersystems geht. Zu verdanken ist dies einem einstigen Studenten der Universität und erfolgreichen Unternehmer, der kurz entschlossen zwei Heidelberger Professoren eine traumhafte Villa zur Verfügung stellte – mit dem Auftrag, durch ihre Forschungsarbeiten die deutsche Steuergetzgebung zu modernisieren. Das nach dem Mäzen benannte „Manfred Lautenschläger-Haus“ beherbergt zum einen das Team um Ex-Bundesverfassungsrichter Prof. Dr. Paul Kirchhof. Die zweite Forschergruppe um den Finanzwissenschaftler Prof. Dr. Manfred Rose arbeitet an einem „Einfachsteuersystem“, das der Heidelberger Wissenschafter entwickelt und bereits in Kroatien und Rumänien in der Praxis getestet hat.

Zurück zu Kurfürst Ottheinrich. Auch er war ein Förderer der Wissenschaften. Seine besondere Leidenschaft galt den Büchern. In Heidelberg gab es zu seiner Zeit zwei Bibliotheken: die eine, gegründet von Kurfürst Ludwig III., befand sich auf den Emporen der Heiliggeistkirche und wurde von den Professoren der Universität benutzt, die andere wurde im Schloss aufbewahrt. Der Kurfürst ließ nun den gesamten kurfürstlichen Bücherschatz vom Schloss hinunter in die Kirche bringen und schuf damit eine der berühmtesten Bibliotheken Europas, die Biblioteca Palatina. „Ottheinrich verweilte oft bei seinen Büchern“, schreibt der Historiker und Direktor der Kurpfälzischen Museums Frieder Hepp, „ließ sie sich aber gegen Ende seines Lebens von der Empore herunterbringen, da ihm das Ersteigen der Kirchentreppen zu mühsam wurde.“

Heute hätte es der Kurfürst einfacher. Derzeit digitalisiert die Heidelberger Universitätsbibliothek ihre wertvollsten alten Handschriften. Sie werden unter einen Spezialscanner gelegt und für das Internet aufbereitet – man findet sie im Internet unter der Adresse www.ub.uni-heidelberg.de/helios/digi/digilit.html. Auch Ottheinrich würde jetzt vermutlich oben auf dem Schloss seinen Rechner einschalten – zufrieden damit, wieder einmal „mit der Zeit“ zu sein.

Christian Deutsch ende

 

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Updated: 22.04.2004