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Jugend qualifiziert für Olympia

Dafür nimmt Fanny Rinne sicherheitshalber doch ein Urlaubssemester
Gerade hat sie sich mit der deutschen Hockeynationalmannschaft bei einem Turnier in Neuseeland für die Olympischen Sommerspiele in Athen qualifiziert: Fanny Rinne, die in Heidelberg Sport- und Erziehungswissenschaften studiert.

Würde Hockey in Deutschland in der gleichen Liga spielen wie Fußball oder Formel 1, sie wäre ein Superstar. Aber da Hockey hierzulande eher zu den Randsportarten zählt, ist Fanny hauptberuflich Studentin und Sportlerin auf Weltniveau im Nebenjob. EM-Zweite 1999, Halleneuropameisterin 2002, Gold bei der Hallen-WM 2003 – und das Olympiaticket sicher in der Tasche. Nicht schlecht für gerade mal 24 Jahre. Und im vergangenen Jahr haben sie die Leser der Deutschen Hockey-Zeitung sogar zur Sportlerin des Jahres gewählt.

Die Erfolge sind da, die Medienaufmerksamkeit hält sich allerdings in Grenzen. Aber so bekannt zu sein wie Franzi van Almsick, ist Fanny Rinne ohnehin nicht wichtig: „Ich wollte nie berühmt werden. In Hockeydeutschland bin ich natürlich schon bekannt. Aber Hockey ist wie eine Familie, da kennt jeder jeden. Das ist anders als im Fußball.“ Was im Übrigen auch das Finanzielle angeht – mit Hockey ist in Deutschland kein Geld zu verdienen. Dabei hat die gebürtige Mannheimerin noch Glück. Sie wird nicht nur durch die Stiftung Deutsche Sporthilfe unterstützt, sondern hat sogar seit vier Jahren einen Sponsor: das Elektrizitätswerk Rheinhessen (EWR) aus Worms. Dort ist die Randsportart Hockey kein Problem. „Fanny ist ehrgeizig und zielstrebig und passt damit optimal zu uns. Daraus ist eine erfolgreiche Partnerschaft erwachsen“, so Pressesprecher Jürgen von Massow. Damit ist Fanny Rinne die einzige Frau im deutschen Hockey mit einem Privatsponsor. Selbst die Nationalmannschaft hat Probleme, Sponsoren zu finden.

Für Kellnern wäre allerdings auch gar keine Zeit. „Der Winter war schon hart. Wir hatten sehr viele Spiele und dabei habe ich normal studiert. Das ging nurmit sehr vielen Fehlzeiten“, stöhnt Fanny. Zum Glück erleichtert die Universität Heidelberg den Sportlern mit flexiblen Stundenplänen und variablen Prüfungsterminen das Lernen. Spitzensport und Studium sollen sich schließlich nicht im Weg stehen. Für Olympia nimmt sie sich aber doch lieber ein Urlaubssemester. Sicher ist sicher. Neid wegen solch einer Sonderbehandlung kennt Fanny nicht. Im Gegenteil: Ihre Kommilitonen helfen ihr, wo sie können. „Ohne die ginge es manchmal gar nicht. Die bemitleiden mich eher, weil ich immer so viel nachholen muss. Neid kommt nur auf, wenn ich erzähle, wo ich gerade mal wieder hinfliege“, grinst sie. Argen-tinien, Neuseeland, China – Fanny hat praktisch schon auf jedem Kontinent gespielt, nur Afrika fehlt noch.

Im August ist die Anreise ausnahms-weise mal nicht so lang, dann geht’s nämlich nach Athen – bereits ihre zweite Olympiateilnahme. Sydney vor vier Jahren war sportlich nicht ganz so erfolgreich: „Wir wurden nur siebte. Aber es war einfach ein tolles Erlebnis. Die Atmosphäre war paradiesisch, ich habe mich gefühlt wie auf Wolken. Olympia ist eben was ganz anderes als eine EM oder WM. Es lohnt sich viel zu tun, um das wieder zu erleben.“ Ziel der deutschen Mannschaft ist es, so weit wie möglich vorne mitzuspielen. Im Gegensatz zur Halle ist die Leistung der Nationalmannschaft auf dem Feld noch nicht konstant, an einem guten Tag sind aber auch die Weltmeisterinnen aus Argentinien zu schlagen.

Die sind in ihrem Land übrigens richtige Superstars: „Die Homepage der Nationalmannschaft ist angeblich die meist angeklickte noch vor Britney Spears“, lacht Fanny. Wie fanatisch die argentinischen Fans sein können, hat sie beim 4-Nationen-Turnier in Cordoba am eigenen Leib erfahren: „Der Trubel war fast wie bei der Oscar-Verleihung!“ Zumindest in Argentinien kann sich Fanny Rinne also wie ein Superstar fühlen. Verdient hat sie es allemal.

Melanie Engelke ende

 

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Updated: 22.04.2004