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Eigene Meinung? Unerheblich!

Deutschlands beste studentische Redner zu Gast in Heidelberg
Sollen Schüler ein Pflichtaustauschjahr im Ausland absolvieren? Was für eine Frage! Diskutiert wurde sie im Finale bei HöRT2, dem „Zweiten Heidelberger öffentlichen Redeturnier“, zu dem studentische Redner aus ganz Deutschland angereist waren. Ein voller Erfolg. Die Ränge der Aula der Alten Universität waren gewissermaßen ausverkauft.

Gestritten wurde nach den Regeln des British Parliamentary Style, was – vereinfacht dargestellt – in etwa so funktioniert: Ein Sitzungspräsident gibt ein Thema aus, dann werden die beiden Mannschaften per Los in Regierung (Befürwortung des Themas) und Opposition (Ablehnung des Themas) aufgeteilt. 15 Minuten Vorbereitungszeit – und los geht‘s mit dem Schlagabtausch. Die eigene Meinung ist völlig unerheblich, wichtig ist allein: die Rede muss inhaltlich schlüssig sein, formal sollte alles stimmen und natürlich spielt auch das Auftreten eine wichtige Rolle – wer etwa Zwischenfragen zulässt, diese auch noch souverän und argumentativ gut bewältigt, sammelt Pluspunkte. Überzeugen heißt das Gebot der sieben Minuten, die einem Redner während der Debatte gegeben sind.

Studentisches Debattieren boomt, das bewies die Veranstaltung, die unter der Schirmherrschaft von Ex-Verfassungsrichter Professor Paul Kirchhof stand und Teil der Turnier-Serie „ZEIT-Debatten“ war. Und macht Spaß. Denn das Hintanstellen der eigenen Meinung setzt ein erfrischend spielerisches Potenzial frei, das so gar nichts mit den manchmal etwas verbissenen Auftritten in den Parlamenten zu tun hat. Wenn auch vereinzelte Beiträge schon mal allzu kuriose Formen annahmen: Kant sei zwar gebildet gewesen, aber nie über Königsberg hinausgekommen – und deshalb hätte er als Arbeitnehmer bei Daimler-Chrysler auch keine Chance gehabt, lautete ein Argument, um für ein Pflichtaustauschjahr für Schüler zu plädieren.

Veranstalter des Turniers war der hiesige Debattier-Klub „Die Rederei“, in der Ehren-Jury saßen u.a. Oberbürgermeisterin Beate Weber und andere Polit-Profis. Gewonnen hat – in einem packenden Duell mit „Streikultur Tübingen“ – die lokale Konkurrenz des Veranstalters, nämlich „Heidelberg Debating“, dessen Redner Daniel Sommer auch die Einzelwertung für sich entscheiden konnte. Der Heimvorteil mag eine Rolle gespielt haben, aber unverdient war die Entscheidung nicht. Im Juni finden die Deutschen Debattiermeisterschaften in Bonn statt, dafür haben die Heidelberger Rhetorik-Asse jedenfalls schon mal viel Selbstbewusstsein getankt.

Infos: www.heidelberg-debating.de/ und www.die-rederei.uni-hd.de.
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Updated: 22.04.2004