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Vom Sinn und Nutzen historischer Ausstellungen

Prof. Dr. Bernd Schneidmüller lehrt seit diesem Wintersemester Mittelalterliche Geschichte an der Ruperto Carola
Heidelberg ist bekanntlich nicht nur ein hervorragender Standort, um historische Wissenschaften zu betreiben, sondern auch selbst ein facettenreicher Schauplatz der Geschichte. Wer dabei speziell das Mittelalter ins Visier nimmt, freut sich noch dazu über die Nähe zu den benachbarten „Weltkulturerbe“-Stätten Speyer, Lorsch und Maulbronn.
Prof. Dr. Bernd Schneidmüller

Faible für Regionalgeschichte: Prof. Dr. Bernd Schneidmüller. Foto : Fink

So auch Prof. Dr. Bernd Schneidmüller. Seit dem laufenden Wintersemester lehrt er als neuer C4-Professor am Historischen Seminar das Fach Mittelalterliche Geschichte mit dem Schwerpunkt Spätes Mittelalter (Nachfolge Prof. Dr. Jürgen Miethke). Und gerade an diesem Doppelaspekt des Ortes findet er Gefallen: Ein Institut, das einen „vorzüglichen Resonanzboden für internationale Mediävistik“ darstellt, zum anderen das Verankertsein in einer Region, die für jeden historisch Interessierten eine Fundgrube ist. Gerade letzteres bildet denn auch einen ersten Ansatzpunkt seiner hiesigen Arbeit. Mit den genannten „Weltkulturerbe“-Stätten sind bereits erste Kontakte für eine Kooperation geknüpft, die nicht zuletzt einer stärkeren Einbettung der Universität in die Region dienen soll. Zusammen mit seinem Heidelberger Kollegen Prof. Dr. Stefan Weinfurter will Schneidmüller außerdem das Institut für Fränkisch-Pfälzische Geschichte und Landeskunde, das ans Historische Seminar angekoppelt ist, weiter voranbringen.

Bernd Schneidmüller, Jahrgang 1954, hat in Zürich und Frankfurt am Main studiert, wo er 1977 promoviert wurde. Die Habilitation erfolgte 1985 an der TU Braunschweig, weitere Stationen seiner akademischen Laufbahn waren Oldenburg und Bamberg, wo er zuletzt (seit 1994) eine C4-Professur bekleidete. Schneidmüllers Forschungsinteressen sind äußerst vielseitig. Intensiv hat er bisher zur gesamten europäischen Nationenbildung gearbeitet, zur Entstehung von politischen, sozialen und gesellschaftlichen Identitäten. Das möchte er fortsetzen, insbesondere im Bereich westeuropäischer und deutscher Geschichte – „jetzt mit einem stärkeren Schwerpunkt im Spätmittelalter.“ Von besonderem Interesse, so führt Schneidmüller weiter aus, sei für ihn jedoch auch ein neuer Bereich: „Zeichen-Forschung, Symbol-Forschung, Riten, Rituale, Gesten“. Geplant ist in diesem Zusammenhang ein Projekt zu Formen politischer Willensbildung im hoch- und spätmittelalterlichen Europa. Die dafür nützlichen interdisziplinären Erfahrungen konnte Schneidmüller bereits in Bamberg sammeln. Als Gründungsdirektor hat er dort ein großes Mittelalterzentrum mit aufgebaut, an dem insgesamt 18 Fächer beteiligt sind. Ob ihm so etwas auch für Heidelberg vorschwebe? „Man macht nicht etwas zweimal gleich“, antwortet er vorsichtig. Ambitionen gebe es aber schon, zu einer vergleichbaren Zentrumsbildung zu gelangen. Der Gesprächsfaden mit den anderen Fächern hier in Heidelberg sei jedenfalls schon aufgenommen und die Vernetzung ohnehin „ein Muss, um in den Geistes- und Kulturwissenschaften auch international präsent sein zu können.“

Ein besonderes Steckenpferd von Bernd Schneidmüller sind historische Ausstellungen, die sich bekanntlich in den letzten Jahren allenthalben einer großen Beliebtheit erfreuen. Ein ideales Medium, um Geschichte auch einem breiten, kulturell interessierten Publikum zu vermitteln, findet Schneidmüller, der bei vielen historischen Großausstellungen in ganz Deutschland mitgewirkt hat und weiterhin mitwirken wird. Aber auch wichtig im Hinblick auf eine praxisorientierte Ausbildung der Studierenden. Alle seine Mitarbeiter hätten in diesem Bereich schon Erfahrungen gesammelt: „Wenn ein Student 120 Führungen in einer historischen Ausstellung gemacht hat, dann ist er hinterher ein anderer Student. Nicht unbedingt wissenschaftlich besser, aber er ist in der Lage, die Dinge auf den Punkt zu bringen, zu transportieren“.

Grundlagenforschung, interdisziplinäre Projekte, ein Faible für Regionalgeschichte, historische Ausstellungen sowie eine große Begeisterung für die universitäre Lehre – so lässt sich knapp das Programm von Bernd Schneidmüller umreißen. Elemente, die man sich auch in verschiedenen Kombinationen gut vorstellen kann und auf vielfältige Unternehmungen gespannt machen – nicht nur im engeren Kreis der professionellen Historiker.

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Updated: 11.02.2004