Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Startseite der Universität
Presse-Kontakt, WWW-Team Volltext-Suche, E-Mail-Suche, Datenbank-Suche Alle Seiten im Überblick English

Startseite > Presse > Publikationen > unispiegel

Partnerhochschule des Spitzensports

Positives Fazit: Zwei Jahre nach der Unterzeichnung des Fördervertrags
Es ist nicht leicht, ernsthaft betriebenen Leistungssport mit einem Studium zu kombinieren. Nicht nur, dass in manchen Disziplinen 30 wöchentliche Trainingsstunden heute durchaus die Regel sind. Sondern auch, weil Wettkämpfe oder Vorbereitungslager häufig mit Seminaren und Prüfungsterminen kollidieren.
Die Weltklasse-Schwimmerin Petra Dallmann

Die Weltklasse-Schwimmerin Petra Dallmann, Medizinstudentin an der Ruperto Carola. Foto : dpa

In solchen Fällen müssen Studierende auf das Verständnis ihrer Dozenten hoffen, Klausuren nachschreiben zu dürfen oder Seminararbeiten im folgenden Semester einreichen zu können. Eine wesentliche Verbesserung dieser Situation ergab sich vor zwei Jahren, als ein Kooperationsvertrag unterzeichnet wurde, der es ermöglicht, Leistungssport besser mit einem geregelten Studium kombinieren zu können.

„Dabei ging es uns von Anfang an nicht um eine Bevorzugung der Athleten“, betont Prof. Dr. Klaus Roth, Direktor des Instituts für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg. „Es sollte vielmehr eine Art Nachteilsausgleich für all jene ermöglicht werden, die durch Sport und Studium einer immensen Doppelbelastung ausgesetzt sind.“ Aus diesem Grund vereinbarten Ruprecht-Karls-Universität, Pädagogische Hochschule, Studentenwerk, Olympiastützpunkt Rhein-Neckar sowie Verbände des Spitzensports im Juli 2001 eine entsprechende Zusammenarbeit. Ein Novum in Heidelberg. Sport und ein geregeltes Studium sollten fortan einfacher in Einklang gebracht werden können.

In der Realität hat sich die Vereinbarung bislang durchaus bewährt. „Immerhin können sich die Studierenden im Notfall auf den Vertrag berufen“, erklärt Christoph Steinbach, stellvertretender Geschäftsführer des Heidelberger Olympiastützpunktes im Neuenheimer Feld. „Leider jedoch müssen wir zuweilen noch immer regelrechte Einzelkämpfe mit Dozenten ausfechten, die keine Notwendigkeit darin sehen, einen Dispens von einer Prüfung oder einem Seminar zu erteilen – und manchmal auch schlicht die Kooperationsvereinbarung gar nicht kennen.“ Dabei sind Leistungssportler im Studium oft sehr motiviert. Immerhin kann – von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen – niemand alleine mit dem Sport seinen Lebensunterhalt verdienen. Eine vernünftige Ausbildung ist deshalb nicht nur sinnvoll, sondern geradezu notwendig.

Um die Zusammenarbeit mit den einzelnen Fakultäten noch weiter auszubauen, sollen künftig spezielle Mentoren die Belange der Sportlerinnen und Sportler vertreten, während Prorektor Prof. Dr. Jochen Tröger und Prof. Dr. Klaus Roth weiterhin als zentrale Figuren agieren werden. „Vor allem müssen wir den Geist der Vereinbarung noch mehr publik machen. Lippenbekenntnisse allein nützen den jungen Leuten nichts. Immerhin hat Heidelberg als Universitätsstadt heute eine Spitzenstellung im Wettkampf-Sport inne. Und solch ein Erfolg kommt ja auch nicht von ungefähr.“

Als Beispiel hierfür könnte man unter anderem Fanny Rinne anführen, die Sport- und Erziehungswissenschaften studiert – und zugleich mit der Hockey-Nationalmannschaft den 1. Platz bei der EM in der Halle in Leipzig belegte. Oder die Schwimmerin Petra Dallmann, die nicht nur ein Medizinstudium meistert, sondern im vergangenen Jahr auch Vizeweltmeisterin mit der 4 x 100-Meter Staffel wurde. „Diese zwei Beispiele – und man könnte durchaus noch weitere nennen – sind der Lohn unserer Bemühungen. Zugleich darf sich aber auch jeder in Heidelberg und der Region über die bisherigen sportlichen Erfolge freuen“, erklärt Christoph Steinbach, der nicht nur Laufbahnberater ist, sondern auch in Zusammenarbeit mit den persönlichen Betreuern der Sportlerinnen und Sportler eine individuelle Studienberatung bietet.

„Zwei Jahre nach der Unterzeichnung kann man durchaus ein positives Fazit ziehen. Und das nicht nur, weil bislang 14 Sportverbände die Kooperationsvereinbarung unterzeichnet haben. Sondern auch, weil hierdurch Heidelberg als Universitätsstandort für studierende Athleten wesentlich attraktiver wurde. Lassen wir uns überraschen, wie es in den nächsten Jahren weitergeht.“ Christoph Steinbach freut sich auf die künftigen Entwicklungen. Immerhin finden in diesem Jahr die Olympischen Spiele in Athen statt. Und dorthin möchten auch einige junge Leute aus Heidelberg fahren, und zwar nicht als Zuschauer.

Heiko P. Wacker ende

 

Zurück

Top

Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Neues im Netz | Kontakt | Suche | Überblick | English


Page maintained by Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg.
Updated: 11.02.2004