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Leibniz-Preis geht nach Heidelberg

Die Neurobiologin Prof. Dr. Hannah Monyer erhält die hochkarätige Auszeichnung der DFG
Die Heidelberger Neurobiologin Prof. Dr. Hannah Monyer wird mit dem höchst dotierten deutschen Forschungspreis ausgezeichnet. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bestimmte sie als eine der Preisträgerinnen im Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm für das Jahr 2004. In seiner Gratulation kommentierte Rektor Prof. Dr. Peter Hommelhoff: „Der Leibniz-Preis an Frau Monyer ist auch eine große Anerkennung und Ehre für die Ruprecht-Karls-Universität“.
Prof. Dr. Hannah Monyer

Prof. Dr. Hannah Monyer (46), in Rumänien geboren, kam im Gymnasialalter nach Deutschland, absolvierte in Heidelberg ihr Abitur und studierte als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes Medizin an der Ruprecht-Karls-Universität. Nach ihrer Dissertation und nach Anstellungen als Assistenzärztin in der Kinderpsychiatrie in Mannheim und Pädiatrie in Lübeck verbrachte sie drei Jahre im Labor von Prof. Dennis Choi am Medical Center der Stanford University in Kalifornien, unterstützt durch ein Forschungsstipendium der DFG.

Anschließend arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Prof. Peter Seeburgs Arbeitsgruppe am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg und habilitierte sich 1994 in der Medizinischen Fakultät, wurde Professorin der Hermann-und-Lilly-Schilling-Stiftung am ZMBH und leitete ab 1996 eine Gastgruppe am Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung. Für ihre wissenschaftlichen Leistungen und ihre Fähigkeit, ihr Arbeitsgebiet öffentlich darzustellen, erhielt sie das Bundesverdienstkreuz. 1999 wurde sie zur C4-Professorin und Leiterin der Abteilung Klinische Neurobiologie am Interdisziplinären Zentrum für Neurowissenschaften und der Neurologischen Klinik der Universität Heidelberg berufen.

Monyers Studien zeigten als erste die unterschiedliche molekulare Zusammensetzung der verschiedenen NMDA-Rezeptoren, deren funktionelle Unterschiede und distinkte entwicklungsabhängige Expressionsmuster in unterschiedlichen Zellpopulationen im Gehirn. Diese Rezeptoren sind Schlüsselmoleküle für synaptische Plastizität, ein zellbiologisches Phänomen, das der Fähigkeit des Gehirns für Gedächtnis und Lernen unterliegt. In einer Zusammenarbeit mit Dr. Peter Jonas konnte Monyer weiterhin zeigen, dass Glutamatrezeptoren in Prinzipal- und Interneuronen sich in Funktion und Aufbau unterscheiden. Sie entwickelte dafür die molekulare Analyse einzelner elektrophysiologisch charakterisierter Neurone im akuten Hirnschnitt.

In jüngerer Zeit gilt Hannah Monyers besonderes Interesse dem Verständnis von Gehirnfunktionen, die höhere Leistungen des Gehirns – wie Gedächtnis und Kognition – ermöglichen. Auch untersucht sie Störungen solcher Funktionen, wie sie in neurologischen Krankheiten auftreten. Monyer sucht dieses Verständnis mit einem strategisch neuen und viel versprechenden Ansatz, indem sie mit Hilfe von genetisch veränderten Mauslinien den Einfluss von Schlüsselmolekülen für Zell-Zell-Kommunikation im zentralen Nervensystem auf Systemfunktion untersucht. Den Erfolg beweist ihre Entdeckung einer bisher unbekannten Population von Interneuronen. Die Neuartigkeit ihres Ansatzes liegt darin, dass die Auswahl genetisch zu modifizierender Funktionen aus einer Vorhersage wichtiger funktioneller Parameter in computerunterstützten Netzwerkmodellen getroffen wird.

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Updated: 11.02.2004