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Diesmal keine Hefezellen

Die Biologie-Studentin Sonja Baum hat einen Roman geschrieben
„Es ist ein tolles Gefühl, das eigene Werk in den Händen zu halten,“ erzählt Sonja Baum mit stolzem Lächeln, „ich gehe gerne in Buchhandlungen und schaue nach, wo mein Roman steht.“ Die 24-jährige Autorin studiert an der Universität Heidelberg Molekularbiologie und veröffentlichte im vergangenen Jahr ihren ersten Roman „Novembertag im Frühling“.
Sonja Baum

"Jetzt muss es raus": Sonja Baum. Foto : Quadé

Wie wohl schon viele Autoren und Dichter vor ihr, ließ sich die junge Schriftstellerin vom Heidelberger Schloss zu ihrem Erstlingswerk inspirieren. „Die Schlossruine ist für mich immer präsent“, erklärt Sonja Baum, die von ihrer Wohnung aus auf das Wahrzeichen der Stadt blicken kann. Im Mittelpunkt ihres Romans steht die Heldin Anna, die – ebenso wie die Autorin – in Heidelberg Biologie studiert. Eigentlich führt Anna ein ganz normales Studentenleben, bis sie eines Tages auf mysteriöse Weise in die Heidelberger Vergangenheit eintaucht, um ein Rätsel aus dem 17. Jahrhundert, der Zeit des Winterkönigs Friedrich, zu entschlüsseln.

Warum, so fragt sich die Protagonistin, steht das Elisabethentor, das der Fürst seiner Frau Elisabeth Stuart schenkte, mit seinen Verzierungen vom Friedrichsbau abgewandt, so dass die Fürstin dessen Schönheit von ihrem Zimmer nicht bewundern konnte? Eine spannende, Fiktion und Wirklichkeit miteinander verknüpfende Geschichte in die Vergangenheit beginnt, in der die Heldin aus dem 21. in die höfische Welt des 17. Jahrhunderts eintritt.

Ursprünglich hatte Sonja Baum nur eine Kurzgeschichte schreiben wollen. Doch als sie bei einer Schlossführung auf das Rätsel des Elisa-bethentores stieß, war die Idee zu ihrem Roman geboren. Denn die Antwort, das Tor sei versehentlich falsch herum aufgestellt worden, überzeugte Sonja nicht. Zweieinhalb Jahre schrieb die aus der Nähe von Hannover stammende Studentin an ihrem Werk, das nun seit rund sechs Monaten in den Buchläden steht. „Ich habe immer daran geglaubt, dass ich es schaffen und einen Verlag finden werde“, erklärt die ehrgeizige Autorin.

Die Lust am Schreiben hat Sonja Baum bereits als Kind entdeckt: Als Siebenjährige beschenkt sie ihren Vater mit ihrer ersten eigenen Geschichte, mit 15 Jahren verfasst sie ihr erstes Gedicht. Zwei Jahre später beginnt sie neben der Schule ein Belletristik-Fernstudium, nimmt regelmäßig an Lesungen und Literaturwettbewerben teil. „Schreiben war für mich immer ein Hobby“, berichtet sie; heute jedoch ist es weit mehr als das – ein inneres Bedürfnis. „Jetzt muss es raus“, denkt Sonja Baum deshalb oft, wenn sie längere Zeit nicht zum Stift gegriffen hat.

In den vergangenen Monaten gab es für die 24-Jährige jede Menge zu schreiben – allerdings keine literarischen sondern wissenschaftliche Texte: Für ihre Diplomarbeit im Bereich Molekularbiologie untersuchte sie die Funktion eines Eiweißes in Hefezellen. „Ich wollte eine sichere Perspektive für die Zukunft“, erklärt sie. Darum sie sich nach dem Abitur für ein Biologie- und nicht für ein Literaturstudium entschieden. Was danach kommt, darüber ist sich die Diplomandin noch nicht im Klaren: Doktorarbeit in Heidelberg oder ein Aufbaustudiengang „Wissenschaftsjournalismus“ in Berlin? Das Fernziel steht aber schon fest: „Am liebsten möchte ich Schriftstellerin sein.“ Deshalb will Sonja Baum jetzt erst einmal ein kurze Auszeit nehmen – um ihren nächsten Roman zu schreiben.

Sonja Baum: „Novembertag im Frühling“. Roman. Karin Fischer Verlag, Aachen 2003, 13,50 Euro. Besuchen Sie auch die Homepage der Autorin: www.sonja-baum.de

Barbara Cimander ende

 

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Updated: 11.02.2004