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Den eigenen Namen am Himmel verewigt

Sensationell: Der Heidelberger Physik-Student Sebastian Hönig hat einen Kometen entdeckt
Den 22. Juli 2002 wird Sebastian Hönig nie vergessen. Um zwei Uhr nachts gelang ihm, was auf deutschem Boden zuletzt 1946 geglückt war: Der begeisterte Hobby-Astronom entdeckte einen bis dato unbekannten Kometen. Für diese Leistung wurde der Heidelberger Physik- und Astronomie-Student gemeinsam mit vier weiteren Amateur-Entdeckern kürzlich mit dem Edgar-Wilson-Award des Smithsonian Institutes in Harvard ausgezeichnet.
Sebastian Hönig, Kometenentdecker.
Sebastian Hönig, Kometenentdecker. Foto : privat

Sterne, Planeten und andere Himmelskörper faszinierten Sebastian Hönig schon als Kind: Mit sechs Jahren besuchte der gebürtige Schwäbisch Gmünder gemeinsam mit seiner Großmutter zum ersten Mal ein Planetarium, später trat er der Sternwarte in Donzdorf bei und sparte nebenbei eifrig für sein erstes eigenes Teleskop. Immer nur Sterne und Galaxien zu beobachten, wurde ihm auf Dauer jedoch zu langweilig - denn die sehen tagein tagaus ja immer gleich aus. Seit 1998 observiert er deshalb regelmäßig Kometen. "Da wird einfach mehr Action geboten", erklärt Hönig seine Leidenschaft. "Man kann richtig Wissenschaft betreiben: Die Helligkeit schätzen, Positionen bestimmen und Bahnen berechnen."

Ein noch unbekanntes Himmelsobjekt zu entdecken, ist der Traum eines jeden Astronomen. Für Amateure ist es in den vergangen Jahren jedoch immer schwerer geworden, neue Kometen zu entdecken. Seit 1997 suchen computergesteuerte Teleskope täglich den Himmel nach Asteroiden ab und fangen dabei auch die meisten Kometen ein. Als "großen Zufall" bezeichnet Sebastian Hönig deshalb seine Entdeckung, zu der neben astronomischer Erfahrung auch viel Glück gehörte.

Weil er nicht schlafen konnte, fuhr er am 22. Juli vergangenen Jahres spontan zum "Spazieren gucken" auf einen kleinen Berg bei Ursenbach im Odenwald. Als er wie gewöhnlich sein Objektiv auf einige bekannte Sternbilder richtete, sichtete er im "Pegasus" ein Objekt, das ihn stutzig machte. Laien und ungeübte Beobachter hätten dem grauen Fleck keine Beachtung geschenkt, doch Hönig war bald klar: Der diffuse Punkt befand sich normalerweise nicht an dieser Stelle. Aufgeregt notierte er die Position des Objekts - auf dem Etikett einer leeren Wasserflasche, die er in seinem Auto fand. Am nächsten Morgen informierte er die Internationale Astronomische Union (IAU) über seine Beobachtungen; eine knappe Woche später erhielt er die offizielle Bestätigung. Nach alter Tradition wurde der neue Komet nach seinem Entdecker benannt: C/2002 O4 Hönig. "Für mich war das ein echtes Geschenk: Man hat seinen Namen im Himmel verewigt", erklärt der 25-Jährige stolz. Drei Monate lang war der Komet am Nachthimmel zu sehen, bevor er wieder in den Tiefen des Alls verschwand.

In der Kometenszene hat sich Hönig mittlerweile einen Namen gemacht. Von verschiedenen deutschen Sternwarten wurde der Student eingeladen, über seine Entdeckung zu berichten. Als er im Juni gemeinsam mit vier weiteren Amateur-Astronomen aus Japan, Brasilien und den USA den mit 20.000 US Dollar dotierten Edgar-Wilson-Award erhielt, stand für ihn bereits fest, in was er das Preisgeld investieren würde: ein größeres Teleskop. Im nächsten Jahr, wenn sein Studium beendet ist, möchte Hönig promovieren und in die Forschung einsteigen. Dann soll die Astronomie nicht mehr nur ein Hobby sein, sondern auch Beruf.

Barbara Cimander ende

 

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Updated: 20.10.2003