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Anfangs noch ohne Computer

Neu berufen: Die Informatik-Professorin Prof. Dr. Barbara Paech
Seit diesem Wintersemester hat das Institut für Informatik eine neue C4-Professorin: Prof. Dr. Barbara Paech. Das Spezialgebiet der 1959 geborenen Wissenschaftlerin heißt "Software Engineering".
Prof. Dr. Barbara Paech

Ohne diese Arbeitsgeräte geht bei ihr wenig: Prof. Dr. Barbara Paech. Foto : Fink

Was das ist, erläutert Barbara Paech am aktuellen Beispiel Toll Collect. Hinter Software Engineering stehe die Frage, wie man innovative Produkte in einem verteilten Konsortium und mit hohen technologischen Anforderungen entwickeln kann – noch dazu planbar in Zeit und Kosten. Die Praxis belegt, dass das gar nicht so leicht ist, die Aufgabenstellung lässt sich immerhin in relativ einfachen Worten umreißen: "Wie gestalte ich solche Systeme so, dass sie auch das tun, was die Anwender gerne hätten". Dafür werden zum einen "Methoden und Verfahren entwickelt", zum anderen "aber auch tools, also Werkzeuge, die so etwas ermöglichen".

Die angewandte Forschung, das merkt man, liegt ihr ganz besonders am Herzen. Mit den Begriffen "Abwechslungsreichtum und Gestaltungsspielraum" umschreibt Paech das, was ihrer Meinung nach den Reiz der Wissenschaft ausmacht. Dass sie dort und nicht in der Industrie einmal landen würde, war schon ein Wunsch, auch wenn der Weg dorthin nicht zwangsläufig erfolgte. Studiert hat sie in München, in Groß-Britannien (Edinburgh) sowie in den Vereinigten Staaten (University of Pennsylvania). Ihre Promotion erfolgte 1990 im Bereich der theoretischen Informatik an der Ludwig Maximilian Universität in München, an der Technischen Universität München habilitierte sie sich 1998 mit dem Thema "Aufgabenorientierte Softwareentwicklung". Seither war sie am Fraunhofer Institut in Kaiserslautern tätig.

Heute kann man sich das kaum noch vorstellen: Aber als Barbara Paech 1979 ihr Studium der Informatik mit Nebenfach Mathematik an der Technischen Universität München aufnahm, hatte sie praktisch noch keine Erfahrungen mit Computern. Manche ihrer Kommilitonen besaßen zwar schon Vorkenntnisse in der Programmierung von Taschenrechnern – im Prinzip fingen damals aber alle bei Null an. Mittlerweile hat sich das geändert. Wohl alle ihre Studierenden – vornehmlich im Bachelor-Studiengang "Angewandte Informatik" – haben schon vor ihrem Studium täglichen Umgang mit dieser Maschine. Dennoch oder gerade deshalb unterscheiden sich die Studienanfänger in puncto Voraussetzungen deutlich: Manche können gut programmieren, andere gar nicht. Manche haben schon öfter einen Computer auseinandergenommen und selbst konfiguriert, andere nutzen ihn nur so wie er vom Hersteller kommt. Durchaus eine Herausforderung für die Lehre.

Eine Herausforderung ganz anderer Art war es für Barbara Paech, Wissenschaft und Familie unter einen Hut gebracht zu haben – noch immer keine Selbstverständlichkeit, insbesondere für Wissenschaftlerinnen. Dass das gelang, lag vor allem an ihrem Mann, der bereit war, alles mitzutragen: "Wir haben den Erziehungsurlaub geteilt, dann haben wir beide in Teilzeit gearbeitet. Schließlich ist er – auch das ein Zugeständnis – mit nach Kaiserslautern gegangen." Gelohnt hat es sich für beide: Während sich Barbara Paech gerade mit Elan an ihre neue Aufgaben in Heidelberg macht, hat ihr Mann eine Professur an der Fachhochschule im benachbarten Mannheim erhalten. Sohn Fabian und Tochter Jara sind mit dieser Entwicklung sicher sehr zufrieden.

Oliver Fink ende

 

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Updated: 10.12.2003