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Der Ball ist rund, die Bücher sind eckig

Erik Dordal schafft dennoch die Quadratur des Kreises: Studium und Sport
Erik Dordal – eingeschrieben am Internationalen Studienzentrum (ISZ) der Universität Heidelberg – ist Basketballer mit Leib und Seele. Mit 12 Jahren entdeckte er seine große Leidenschaft. Zwar hatte er zuvor schon American Football, Baseball und vor allem Eishockey gespielt, aber mit der Faszination, die Basketball auf ihn ausübt, konnte auf die Dauer einfach nichts mithalten. "Von morgens halb acht bis mittags um halb drei war ich in der Schule. Danach lief ich schnurstracks zum nächstgelegenen Basketballplatz", lacht der heute 23-Jährige.
Amerikaner mit norwegischem Pass: Erik Dordal

Amerikaner mit norwegischem Pass: Erik Dordal

Sein Ehrgeiz zahlte sich aus, Dordal wurde auf dem Spielfeld Tag für Tag perfekter. Schließlich führte ihn seine Begeisterung für den Sport geradewegs über den großen Teich – und zwar nach Heidelberg. Schon in der zweiten Saison spielt er nun beim Traditionsverein USC, dessen starke Basketballabteilung bis in die siebziger Jahre hinein neun Deutsche Meisterschaften errang und zweimal Deutscher Pokalsieger wurde. Auch wenn Dordal in den USA schon in sehr guten Mannschaften spielte, so zollt er den Teams hierzulande dennoch Respekt: "Das Niveau der Zweiten Bundesliga ist nicht ohne!"

Nicht allein der Sport füllt seine Tage aus, Dordal studiert am Internationalen Studienzentrum Deutsch. Studium und Bundesliga unter einen Hut zu bekommen, ist gleichwohl nicht einfach. Der Ball ist rund, die Bücher sind eckig – wie schafft Dordal diese Quadratur des Kreises? Sein Geheimnis ist ein gut organisierter Tagesablauf. "Eigentlich müsste ich um halb acht längst aus dem Bett sein", schmunzelt er. "Aber ich zögere das Aufstehen bis zur letzten Minute hinaus." Doch dann geht es für ihn Schlag auf Schlag. Um 9 Uhr beginnt der Unterricht, um 12.30 Uhr ist er beendet. Danach steht das Mittagessen auf dem Programm, meist in der Mensa. Den Nachmittag verbringt Dordal mit Krafttraining und Wurfübungen. Gegen Abend beginnt schließlich das Training mit der Mannschaft des USC. Das dauert dann noch einmal anderthalb Stunden.

Am Wochenende steht in der Regel ein Bundesligaspiel auf dem Programm. Trotz seiner vielen Aufgaben fand Dordal im Juli die Zeit zu heiraten. Seine frischgebackene Ehefrau Christa folgte ihm nach Heidelberg. Was das Ehepaar Dordal gleichwohl vermisst, sind ihre Familien und die alten Freunde. "Dennoch: Es hat für uns einen großen Reiz, quasi in zwei Kulturen gleichzeitig zu leben. Auch dass wir kurz entschlossen einfach mal nach Italien, Frankreich und England reisen können, das ist doch einfach ein Traum, oder?", freut sich Dordal. "Wir fühlen uns hier sehr wohl. Die Leute sind wirklich ausgesprochen freundlich zu uns. Beim USC, in der Universität und auch bei den Amerikanern, die hier in Heidelberg stationiert sind, haben wir rasch Anschluss gefunden."

Dordals Eltern stammen beide aus Norwegen – Sohn Erik besitzt daher einen norwegischen Pass, auch wenn er in den USA aufwuchs. Nach der High-School spielte er im Basketball-Team der Pacific Lutheran University in Tacoma und studierte Kommunikationswissenschaften. Fotografieren und das Videofilmen sind seine Leidenschaften geblieben. "Kreativität in allen Formen übt eine große Faszination auf mich aus", so Dordal. "Es mag für einen Außenstehenden vielleicht schwer zu verstehen sein, aber Filmen und Basketball haben für mich viel gemeinsam. Zwar gibt es in beiden Metiers Regeln. Aber diese sind nur ein äußerer Rahmen, den es kreativ zu füllen gilt. Die Fülle der Möglichkeiten ein Spiel zu führen, im richtigen Moment einen Pass zu spielen, loszudribbeln und dann schließlich zu werfen – das macht mir ungeheuren Spaß!"

Dordals spielerischer Enthusiasmus bereitet nicht nur ihm allein Freude, der USC ist höchst erfolgreich in die neue Saison gestartet. "Das ist auch Erik Dordals Verdienst", zeigt sich Dr. Michael Schwarz, Präsident des USC Heidelberg, überzeugt. "Auf der Zwei, seiner Spielposition, hat Dordal gezeigt, was er kann, und seine Wurfstärke immer wieder unter Beweis gestellt. Zusammen mit Kevin Burleson hat er bewiesen, dass er in der Lage ist, Verantwortung zu übernehmen." Schwarz legt großen Wert auf die internationale Ausrichtung des USC. Ob in der Leichtathletik, beim Basketball oder in den anderen Abteilungen, die Zukunft des 104 Jahre alten Traditionsvereins möchte er vor allem durch gezielte Nachwuchsförderung in die richtige Richtung lenken.

Dank des Engagements verschiedener Sponsoren, allen voran Manfred Lautenschläger und seiner Familie, ist der USC mittlerweile auch in der Lage, gute Spieler zuzukaufen. "Doch wir möchten unseren Erfolg beim Basketball gerade nicht mit Legionären erkaufen. Sondern Spieler wie Dordal sollen in erster Linie dem Nachwuchs dringend nötiges Know-how vermitteln und Vorbildwirkung erzielen", erklärt Schwarz. Für dieses Jahr ist als Ziellinie angepeilt, besser abzuschneiden als im letzten Jahr auf Rang sieben. Doch bald schon soll die Investition in die jungen Spieler greifen. "Basketball ist Trendsport in Deutschland. Wir haben bis zu 1.000 Zuschauer pro Spiel. Meine Vision ist es, Heidelbergs Zeiten als deutsche Hochburg des Basketballs wieder aufleben zu lassen", so Schwarz.

Johannes Schnurr ende

 

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Updated: 10.12.2003