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Von Pop und Propellermaschinen

Zehnjähriges Jubiläum: Die Heidelberg Poetik-Dozentur im Jetzt-Fieber
Am Germanistischen Seminar hat man gerade ein Jubiläum begangen: 10 Jahre Poetik-Dozentur. Und da wagte man, was das Konzept angeht, ein kleines Experiment. Diesmal kein Soloauftritt eines Schriftstellers, der seine Theorie der Dichtung zum Besten gibt. Nein, gleich an ein ganzes Rudel popverdächtiger Autoren erging der Ruf. Den "Sound des Jetzt" wollte man beschwören, die Popliteratur sollte es sein.

Immerhin, eine bunte Schar – von Alexa Hennig von Lange über Kathrin Röggla bis Feridun Zaimoglu – gab sich die Ehre. Nur ausgerechnet das popmagische Dreieck – Goetz, Kracht, Stuckrad-Barre – konnte offenbar nicht verpflichtet werden. Schade. Letztgenannte hätten vielleicht für noch mehr Brisanz bei den Debatten gesorgt. Doch ungeachtet dessen hatten die Veranstalter, darunter drei Germanistikstudentinnen, ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Zahlreiche Lesungen (darunter eine lange Lesenacht) wechselten ab mit poetologischen Diskursen. In einer Podiumsdiskussion suchte man schließlich nach einer Definition von Pop-Literatur, auf die sich – freilich erwartungsgemäß – die Teilnehmer nicht einheitlich festlegen wollten.

Die zumindest hübscheste Erörterung (in Form einer Anekdote) kam von Eckhard Nickel, Mitarbeiter am Pop-Manifest "Tristesse Royale" und einst Student in Heidelberg: Einmal, berichtete Nickel stolz, sollte er eine Lesung im Neuköllner Kaufhaus Hertie bestreiten. Da er den ICE von Frankfurt nach Berlin aber verpasst hatte, musste er einen Zug später nehmen, der freilich sein Ziel nicht mehr zeitig erreicht hätte. Also veranlasste sein Verlag einen "Nothalt" bei Hanau, beorderte ihn in ein Taxi, das zum Frankfurter Flughafen raste, wo Nickel schließlich in letzter Sekunde einen Flieger erwischte. Mit "rauchenden Füßen" kam der begehrte Buchreisende gerade noch rechtzeitig an, um sich dem erwartungsvollen Publikum zu stellen, das – aufgepasst! – dann im Wesentlichen aus einem Prosecco schlürfenden älteren Herrn bestand. Danach ging es mit einer "Propellermaschine" gleich weiter zum WDR nach Köln zu einem Interview. An diesem Tag aber sei ihm, so Nickel, zum ersten Mal eine Ahnung gekommen, was Pop und das Dasein als Popliterat eigentlich sei. Na, denn Prost.

Oliver Fink ende

 

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Updated: 09.07.2003