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Professoren arbeiten länger

Scharf kritisiert hat der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg, der Stuttgarter Rektor Prof. Dieter Fritsch, die "offensichtlich herrschende Auffassung", Professoren arbeiteten acht Stunden in der Woche und könnten sich ansonsten ungestört ihrer Forschung widmen. Dies widerspreche eklatant den einschlägigen Erfahrungen.

Ein Professor arbeite im Schnitt etwa 60 Stunden in der Woche, die acht Semesterwochenstunden Lehre seien nur der kleinste Teil der lehrbezogenen Aufgaben. Hinzu kämen umfangreiche Betreuungsaufgaben für Studierende sowie eine hohe Prüfungsverpflichtung. Hier habe das Land durch das Streichen der Prüfungsvergütungen bereits diese Tätigkeit in das Hauptamt der Hochschullehrer verlagert, "ohne dass dies in der Öffentlichkeit überhaupt wahrgenommen wurde", so Fritsch weiter.

Eine Untersuchung der juristischen Fakultät der Universität Freiburg habe gezeigt, dass dem einzelnen Hochschullehrer für die reine Forschung lediglich 180 Stunden im Jahr blieben, wenn er keine unbezahlten Überstunden leisten würde. "Ich kenne keinen Professor, der so wenig forscht", erklärte der Freiburger Rektor Prof. Wolfgang Jäger, "jeder Kollege leistet für die hervorragende Forschung in Baden-Württemberg Jahr für Jahr einen erheblichen Anteil von unbezahlten Überstunden." In der Praxis könne von einem Gleichgewicht von Forschung und Lehre, wie es im Universitätsgesetz festgehalten sei, nicht die Rede sein. Man müsse darüber nachdenken, ob Universitäten damit auf Dauer international konkurrenzfähig bleiben könnten.

Trotz dieser schlechten Rahmenbedingungen schafften die Professoren durch die Einwerbung von Forschungsgeldern von mehreren hundert Millionen Euro im Jahr eine Vielzahl von Arbeitsplätzen. Dies verdeutliche, dass die Professoren keinesfalls nur acht Stunden arbeiteten und sich sonst mit Muße ihren Forschungen widmen, die ohne Mehrwert für das Land bleiben. "Erst die Forschung bringt Arbeitsplätze, und zwar nicht nur an den Universitäten, sondern durch unsere gut ausgebildeten Absolventen in noch viel höherem Maße für das Land!" Ob und auf welche Weise dagegen die Lebensarbeitszeit der Professoren erhöht werden könne, müsse erst noch diskutiert werden.

Michael Schwarz ende

 

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Updated: 09.07.2003