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Stifter und Sponsoren

Der charismatische Mann von der Dresdner

Ehrensenator und Banker: Prof. Dr. Carl-Heinrich Esser zieht in der Region zahlreiche Fäden
Die "Unispiegel"-Serie "Stifter & Sponsoren" widmet sich jenen Privatleuten, die die Ruprecht-Karls-Universität nicht nur ideell, sondern auch materiell unterstützen. Nach Viktor Dulger, Manfred Lautenschläger, Curt Engelhorn, Friedrich Reutner und dem Ehepaar Heinz und Chica Schaller, lesen Sie heute ein Porträt über Ehrensenator Prof. Dr. Carl-Heinrich Esser.
Der bekennende und gebürtige Kurpfälzer Carl-Heinrich Esser versteht sich als "Motor für Wissenschaft und Kunst".

Der bekennende und gebürtige Kurpfälzer Carl-Heinrich Esser versteht sich als "Motor für Wissenschaft und Kunst". Die Beziehungen zur Ruperto Carola entstanden während seiner Zeit als Leiter der hiesigen Filiale der Dresdner Bank. Foto : privat

Nicht nur für die Geschäftswelt ist er eine Institution. Ob in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Kultur oder Sport – überall ist Prof. Dr. Carl-Heinrich Esser präsent und zieht seine Fäden. In Heidelberg kämpft er derzeit um den Erhalt des Zimmertheaters, in Mannheim macht er gerade Schlagzeilen, weil er – als neuer Vorsitzender der Stiftung des verstorbenen Mannheimer Mäzens Heinrich Vetter – das Stadtmarketing finanziell unterstützt. "Ich bin ein Kurpfälzer", bekennt er, "und hier möchte ich etwas bewegen".

Dutzende Mandate und Ehrenämter

Fragt man den Mannheimer Dresdner Bank-Direktor, wo überall er aktiv ist, überreicht er als Antwort ein zweiseitiges Papier. Es listet Dutzende Mandate, Ehrenämter und Mitgliedschaften auf – allein ihre Nennung würde den Rahmen jedes Artikels sprengen. Um nur einige wenige herauszugreifen: Esser ist Vizepräsident der IHK Rhein-Neckar, Aufsichtsratsvorsitzender des Modehauses Engelhorn, Honorarprofessor der Fachhochschule Heidelberg, Vorstandsvorsitzender des ASB Management Zentrums Heidelberg e.V., Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Musiktherapieforschung (Viktor Dulger Institut) e.V. in Heidelberg.

Den Hochschulen im Rhein-Neckar-Dreieck ist er seit vielen Jahren durch Mitgliedschaften in verschiedenen Förderorganisationen und durch die Übernahme von Ehrenämtern verbunden. In Heidelberg ist er Mitglied des Freundeskreises der Hochschule für Jüdische Studien, der Heidelberger Gesellschaft für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, der Universitätsgesellschaft Heidelberg, des Vereins der Freunde der Universität Heidelberg und des Vereins zur Förderung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Nicht zuletzt ist Esser Ehrensenator sowohl der Universität Mannheim wie auch der Universität Heidelberg.

Carl-Heinrich Esser ist Heidelberger. Er wurde 1938 in der Neckarstadt geboren, verbrachte auch einen Teil seiner Schulzeit hier. Nach dem Abitur 1957 am Humanistischen Karl-Friedrich-Gymnasium in Mannheim und einer kaufmännischen Lehre bei der Deutschen Bank AG, Filiale Mannheim, studierte er Rechts-, Staats- und Wirtschaftswissenschaft an den Universitäten von Mannheim, München und Freiburg. Nach seinem Studium war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Steuerrecht der Universität Würzburg tätig, an dem er 1966 auch promovierte. Seine Karriere bei der Dresdner Bank begann 1968. Von 1983 bis 1991 war er als Direktor der Heidelberger Filiale tätig, ehe er 1991 in die Geschäftsleitung der Niederlassung Mannheim berufen wurde – einer der größten Gebietsfilialen der Dresdner Bank mit über 50 angeschlossenen Geschäftsstellen in den Landesteilen Baden, Pfalz und dem Saarland. Seine Zuständigkeit umfasste das gesamte Kreditgeschäft, die Bereiche Organisation und Verwaltung, Rechnungswesen und Information sowie Teile des Firmenkundengeschäfts. Nach 35 Jahren bei der Dresdner verabschiedete ihn die Bank vor wenigen Wochen in den Ruhestand.

Die Beziehungen zur Universität Heidelberg entstanden in den sieben Jahren, in denen Esser die Heidelberger Filiale der Dresdner Bank leitete. Aus Anlass der 600-Jahrfeier der Universität 1986 hatte der damalige Rektor, Professor Dr. Gisbert Freiherr zu Putlitz, – "rührig im Einwerben von Spenden", wie es Esser anerkennend formuliert – auch die Dresdner Bank angesprochen. Aus diesem ersten, eher geschäftlichen Kontakt entstand bald ein persönliches Engagement des Bankers, für das ihn die Universität 1996 mit der Ehrensenatorenwürde ehrte. Bei der Verleihung hob Rektor Prof. Peter Ulmer vor allem "zwei namhafte Spenden" hervor, mit denen Carl-Heinrich Esser zusammen mit seiner Ehefrau unter anderem den Umbau des Gästehauses der Universität in Oberflockenbach ermöglichte.

Seitdem hat Esser die Universität immer wieder unterstützt – etwa durch Zuwendungen für das Universitätsmuseum oder für die Restaurierung der Stühle in der Alten Aula. Als die Universität 1997 zu Spenden aufrief, um für die Universitätsbibliothek verlängerte Öffnungszeiten sicherzustellen, überreichte Esser der Universität einen Scheck der Dresdner Bank in Höhe von 15.000 Mark. Mit dieser größten Einzelspende, die bei dem Aufruf einging, setzte Esser ein Zeichen "in einer schwierigen Lage, in der die drastischen Haushaltskürzungen des Landes die Universität Heidelberg zu lähmen drohen", wie Rektor Ulmer damals sagte.

Alles andere als ein typischer Banker

Carl-Heinrich Esser verkörpert alles andere als den geschäftsmäßigen Banktyp, dessen Leben sich an Bilanzen, Aktienkursen und Bonitäten ausrichtet. Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg zum Beispiel charakterisiert ihn als "Humanisten und Genießer mit Liebe zu Kunst, Musik und – wie der Name schon sagt – gutem Essen". Der Unternehmer Richard Engelhorn vom gleichnamigen Mannheimer Modehaus betont sein "frohes Gemüt", das Ruhe und Zuversicht ausstrahlt, erwähnt Essers Privatbibliothek von mehr als 7000 Büchern, dessen Ruf als hervorragender Unterhalter, exzellenter Tänzer und Lokalpatriot. Vom "lebensfrohen Kurpfälzer", "witzig, hellwach, offen, voll praller Lebensfreude", spricht auch Gert Goebel, Ressortleiter der Wirtschaftsredaktion des Mannheimer Morgen – und fügt hinzu: "Wer im Rhein-Neckar-Dreieck Rang und Namen hat, kennt den gewichtigen Mann von der Dresdner". Auf einzigartige Weise habe er über Jahre hinweg den hiesigen Wirtschaftsraum mitgeprägt.

Er habe sich nie als typischer Banker verstanden, "der nur Zahlen kalkuliert und Akten bearbeitet", sagt Esser über sich selbst. "Ich wollte immer auch ein Motor für Wissenschaft und Kultur sein." Dabei sei es ihm vor allem darum gegangen, eine Brücke zwischen Wissenschaft und Kultur einerseits und der Wirtschaft andererseits zu schlagen. "Der Universität versuche ich zu vermitteln, dass sie aus dem Elfenbeinturm heraustreten und sich mit der Wirtschaft verbinden soll – und der Bank habe ich nahegebracht, dass es ein Leben außerhalb des Unternehmens gibt."

Geld ist nicht nur etwas Abstraktes

Nach Essers Überzeugung ist eine Bank nicht nur ein Wirtschaftsbetrieb, sondern zugleich eine "in das Allgemeinwohl eingebettete Institution". Er erinnert an große Vorbilder wie Hermann Josef Abs und Jürgen Ponto, die weit über den Tellerrand ihres Bankgeschäfts hinausblickten. Dem Typ des jung-dynamischen Bankers, wie er vor etwa sieben Jahren mit der Investment-Banking-Welle aufkam, kann er dagegen nur wenig abgewinnen. Allzu sehr trete hier das Menschliche in den Hintergrund, bedauert er. Nach seiner Überzeugung ist Geld eben nicht nur etwas Abstraktes: "Es geht im Bankgeschäft immer um Menschen." Und auf die zuzugehen, darin liegt eine seiner besonderen Stärken. Mit seinem Humor und seiner bodenständigen, offenen Art schafft er es, selbst harten Verhandlungsrunden mit einem lockeren Spruch die Verbissenheit zu nehmen.

Das Engagement für Kultur und Wissenschaft, die zahllosen Ehrenämter und Mitgliedschaften – all das konnte sich Esser natürlich nur leisten, weil die Dinge beruflich bestens liefen. Er war eben auch ein sehr erfolgreicher Banker, der konzentriert und diszipliniert sein Tagesgeschäft erledigte. Gerade als in der Bankenbranche die Zeiten härter wurden, wussten Essers Kollegen bei der Dresdner die Qualitäten eines Mannes zu schätzen, der wie kein Anderer in der Region Kontakte pflegte und über Jeden und Alles informiert war. Mit Wohlwollen verfolgten sie seine Aktivitäten und ließen ihn – nach Feierabend – gerne als "Mister Dresdner Bank" durch die Gegend marschieren. So wird verständlich, dass jetzt auch der Bank der Abschied schwer fällt: "In schwierigen Zeiten brauchen wir solche charismatische Persönlichkeiten mit positivem Denken nach Innen und Außen", sagte Hans F. W. Frey, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Dresdner Bank Region Südwest.

Auch als "Privatier" will Carl-Heinrich Esser in den kommenden Jahren in der Region Akzente setzen. Im Mittelpunkt seiner künftigen Arbeit steht dabei seine Aufgabe als Vorsitzender der Heinrich Vetter-Stiftung, die er im Sinne des Anfang des Jahres verstorbenen Mannheimer Mäzens fortführen wird. Heinrich Vetter hatte – wie erst jetzt bekannt wurde – bereits anderthalb Jahre vor seinem Tod verfügt, dass Esser sein Nachfolger im Amte des Alleinvorstands der Stiftung werden soll. Die beiden Männer kannten sich seit vielen Jahren, gemeinsam nahmen sie an zahllosen Aktionen und Veranstaltungen teil – es verband sie, wie es Esser selbst ausdrückt, eine "Seelenverwandtschaft".

Engagement soll der Region zugute kommen

Die Vetter-Stiftung engagiert sich laut Satzung im weiten Spektrum von Kunst, Kultur, Wissenschaft, Brauchtum und Sport. Mithin gibt sie dem neuen Stiftungs-Vorsitzenden zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten, um Ideen aufzugreifen und Impulse zu setzen. Und das nicht nur in Mannheim: Vetter habe ausdrücklich die Kurpfalz genannt, erklärt Esser. Und zur Kurpfalz – das bestätigt der neue Stiftungsvorsitzende auf Nachfrage ausdrücklich – gehört auch Heidelberg. Gefragt nach den Kriterien, die er für seine Stiftungstätigkeit anlegen will, antwortet Esser: "Ein Engagement muss sinnvoll sein, der Region zugute kommen, es muss die Sache vorwärtsbringen – und Spaß machen."

Christian Deutsch ende

 

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Updated: 09.07.2003