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Portrait

Die arabische Kultur, so nah und doch auch entfernt

Prof. Dr. Susanne Enderwitz wechselte von Berlin an das Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients
Seit dem Wintersemester 2002/2003 hat Prof. Dr. Susanne Enderwitz den Lehrstuhl für Islamwissenschaft und Arabistik inne.
Prof. Dr. Susanne Enderwitz

Foto : privat

Als "fremd, neu und interessant" empfand sie die arabische Kultur, als sie Anfang der siebziger Jahre ihr Studium begann. Mittlerweile ist Susanne Enderwitz, Jahrgang 1952, Expertin für Geschichte und Literatur der arabischen Welt – und ihr Interesse an einer Kultur, "die nahe ist und gleichzeitig sehr entfernt", ist weiterhin ungebrochen. "Eine schöne Veränderung", kommentiert Enderwitz, die bisher überwiegend in Berlin gearbeitet hat, ihren Ortswechsel. "Das Institut hier ist etwa halb so groß wie das an der Freien Universität. Als einzige Vertreterin für Arabistik in Heidelberg kann ich hier freier unterrichten, muss mich nicht nur mit einem Teilbereich meines Fachs zufrieden geben."

Nach dem Abitur zog es die gebürtige Frankfurterin zum Studium zunächst einmal nach Marburg und Hamburg, bevor sie 1979 nach Berlin wechselte. "Für mich war Berlin die einzige Großstadt, groß und lebendig. Frankfurt fand ich irgendwie provinziell und lange nicht so abenteuerlich." In Berlin erlebte Enderwitz auch den Fall der Mauer mit: "Die ganze Straße voller Trabis – das war wirklich surreal. Mein Leben hat sich durch die Wende allerdings nicht sehr verändert – typisch Westberlinerin eben." Bevor Enderwitz mit ihrer Promotion über mittelalterliche arabische Liebesdichtung begann, lernte sie im Rahmen ihres Studiums Persisch, Türkisch und Arabisch. "Persisch ist gar nicht so schwierig, das ist ja eine indo-europäische Sprache", sagt Enderwitz. Das Lernen hingegen der arabischen Sprache sei mit großem Zeitaufwand verbunden: "Dabei ist die Schrift das geringste Problem, die lernt man schnell. Aber das System der Sprache ist einfach ein ganz anderes."

Für ihre Habilitationsschrift über palästinensische Autobiographien forschte Susanne Enderwitz in israelischen und arabischen Bibliotheken und lebte eineinhalb Jahre in Westjerusalem. In dieser Zeit habe sie dort eine hoffnungsvolle Stimmung erlebt, erzählt sie. "Überall gab es kleine Cafés – aber davon dürfte nichts mehr übrig sein. Es ist alles kaputt, was kaputt gehen könnte." In Deutschland ärgert sie die Berichterstattung über den Nahost-Konflikt: "Als wären Israel und die Palästinenser zwei gleiche Partner! Man kann sich kaum vorstellen, wie unbewohnbar der winzige Raum für die Palästinenser inzwischen ist."

An der Ruprecht-Karls-Universität sind knapp einhundert Studenten für Islamwissenschaften im Hauptfach eingeschrieben. "In den vergangenen Jahren hat die Zahl der arabischstämmigen Studenten in diesem Fach zugenommen. Das macht es spannend, das ist eine echte Bereicherung", sagt Susanne Enderwitz. In der kommenden Zeit möchte sie sich mit Levante-Literatur aus dem östlichen Mittelmeerraum beschäftigen und hofft, nicht nur zu diesem Thema mit anderen Fächern interdisziplinär zusammenarbeiten zu können: "Eine Kooperation im Bereich Literatur oder Islam würde ich mir besonders wünschen".

Anne Allmeling ende

 

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Updated: 29.04.2003