Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Startseite der Universität
Presse-Kontakt, WWW-Team Volltext-Suche, E-Mail-Suche, Datenbank-Suche Alle Seiten im Überblick English

Startseite > Presse > Publikationen > unispiegel

Signifikante Unterschiede gegenüber dem Vorjahr

Das Heidelberger Institut für Konfliktforschung legt aktuelle Daten und Analysen zum globalen Konfliktgeschehen vor
Mit dem "Konfliktbarometer 2002" hat das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK) seine aktuellen Daten und Analysen zum globalen Konfliktgeschehen präsentiert.
Weltweite Verteilung gewaltsamer Konflikte und ernster Krisen: Afrika als Kontinent am stärksten betroffen.

Weltweite Verteilung gewaltsamer Konflikte und ernster Krisen: Afrika als Kontinent am stärksten betroffen. Grafik : HIIK

Im Hinblick auf die Gesamtzahl hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht viel geändert, dennoch gibt es innerhalb der verschiedenen Gruppen Bewegung. So stieg im Vergleich zum Vorjahr die Anzahl der Kriege von zwölf auf insgesamt 13, zugleich sank die Anzahl der ernsten Krisen leicht von 30 auf 29. Um 13 % nahm die Anzahl der latenten Konflikte zu, wohingegen bei den überwiegend gewaltfrei ausgetragenen Krisen eine Abnahme um 19 % zu beobachten war.

In regionaler Perspektive ergibt sich ein uneinheitliches Bild. Gerade in einem Moment, in dem sich die gesamte öffentliche Aufmerksamkeit in Europa und in den USA auf den Irak konzentriere, erinnere die globale Perspektive des Konfliktbarometers daran, dass die meisten Konflikte weiterhin in Afrika lokalisiert sind, gibt Prof. Dr. Frank R. Pfetsch zu bedenken. Über die Hälfte aller Kriege im Berichtsjahr wurden auf afrikanischem Boden ausgetragen; die Auseinandersetzungen in Angola, in Äthiopien, in der Elfenbeinküste, in Kongo-Brazzaville und in Somalia überschritten die Schwelle zur Gewalt.

Das Besondere am wissenschaftlichen Ansatz des Heidelberger Instituts sei, so der Vorsitzende Nicolas Schwank, dass im Rahmen der zugrundegelegten "qualitativen Definition" auch gewaltfreie Konflikte berücksichtigt würden. Generell werde ein Vier-Stufen-Modell vorausgesetzt. Da gibt es zunächst den "latenten Konflikt", der auf einer Positionsdifferenz beruhe, die von einer Partei artikuliert werde und von der anderen Seite wahrgenommen werde. Es folgt die "Krise", in welcher zur bloßen Artikulation der Einsatz von Mitteln hinzukomme, die im Vorfeld militärischer Drohungen lägen. Unter einer "ernsten Krise" verstehen die Heidelberger Konfliktforscher einen Spannungszustand, in welchem die Androhung von Gewalt öffentlich geschehe oder in dem für kurze Zeit tatsächlich Gewalt eingesetzt werde. "Kriege" seien schließlich durch organisierte Kampfhandlungen gekennzeichnet, die von einiger Dauer seien, intensiv geführt würden und Opfer kosteten.

Dieser Forschungsansatz findet inzwischen international immer mehr Anerkennung, zumal das Heidelberger Institut sich nicht nur mit der bloßen Erfassung von Daten begnügt, sondern in einem weiterführenden, von der EU finanzierten Projekt auch im Bereich der Konfliktfrüherkennung tätig ist. Nicht ohne Stolz berichten Schwank und Pfetsch davon, dass vergleichbare Institute in aller Welt inzwischen ihre Maßstäbe an das Heidelberger Modell angelehnt haben. Und der Erfolg gibt den Heidelbergern recht. Nicht nur viele Medien greifen bevorzugt auf die Ergebnisse des HIIK zurück, auch internationale Organisationen wie die Weltbank, die UNO, aber auch Ministerien nutzen die umfangreiche Datenbank, die über die Homepage (www.hiik.de) erreichbar ist.

Das HIIK ist an das Institut für Politische Wissenschaft angeschlossen und ging 1991 aus dem Forschungsprojekt KOSIMO (Konflikt-Simulations-Modell) hervor, welches von Prof. Pfetsch geleitet wurde.

Oliver Fink ende

 

Zurück

Top

Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Neues im Netz | Kontakt | Suche | Überblick | English


Page maintained by Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg.
Updated: 09.02.2003