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Das späte Mittelalter auf dem Computerbildschirm

Ein neues Werkzeug geisteswissenschaftlicher Forschungsarbeit steht in Kürze in der Universitätsbibliothek bereit
Auf Antrag des Historischen Seminars und der Universitätsbibliothek haben die Vorstände der drei Fördervereine der Ruperto Carola gemeinsam den großzügigen Betrag von fast 4500,- Euro gestiftet. Damit kann nun die elektronische Version einer bedeutenden Sammlung lateinischer Dokumente angeschafft werden.

Seit 1883 hat die französische "École Française d'Athènes et de Rome" aus den Tausenden der erhaltenen "Registerbände" des Vatikanischen Archivs Briefe, Urkunden, Konstitutionen der Kurie vom späten 13. bis zum Ende des 14. Jahrhunderts (d.h. vor allem aus der avignonesischen Epoche des Papsttums) in zahlreichen Bänden im Volltext oder in verkürzter Regestenform publiziert. 32 Quartbände "Registres et lettres des papes du XIIIe siècle", weitere 49 ebenso ehrfurchtsgebietend großformatige Bände "Registres et lettres des papes du XIVe siècle" liegen nun vor und sind natürlich auch im Historischen Seminar der Universität Heidelberg vorhanden. Ein belgischer Verlag (Brepols) hat nun diese Ausgabe in Zusammenarbeit mit der "École Française de Rome" und mit dem "Institut de Recherche et d'Histoire des Textes" (Paris) auch in einer elektronisch benutzbaren Fassung publiziert.

Das wird es ermöglichen, diese zahllosen Texte, die einen Aktenniederschlag der großen kirchlichen Zentralbürokratie aus dem späteren Mittelalter auf den Computerschirm bringen, in großer Breite nach (fast) beliebig vielen Gesichtspunkten zu durchsuchen – etwa nach Datum, Personennamen, Regionen und Orten, unterschiedlichen Typen von Anordnungen und Rechtsgeschäften oder auch nach Textformularen und Texttraditonen. Hier wird man die Sicht der päpstlichen Kurie gespiegelt finden, so dass sehr unterschiedliche Sachgebiete der mittelalterlichen Geschichte eine schärfere oder gar neue Beleuchtung erfahren können: kirchliche Institutionen, Klerus und Kirchenstaat, das Verhältnis von Staat und Kirche, kirchliche und weltliche Finanzfragen, weltliche Fürstenhöfe in ihren Beziehungen zur Spitze der Amtskirche und untereinander, Kunst und Wissenschaft, Universitäten, Kriege und Kriegsvorbereitungen, Eheprojekte und Bündnispläne, Kreuzzüge und ihre Organisation, kirchliche Ketzerei und weltliche Verbrechen, Natur- und Umweltkatastrophen, kirchliches Leben in Ortsgemeinden, Diözesen und Nationalkirchen, Rechts- und Sachfragen des alltäglichen Lebens, soweit sie in den Gesichtskreis der Kurie traten. Auf all das wird jeder in diesen Quellen jetzt mit größerer Treffsicherheit und in rascherem Zugriff stoßen.

Zu finden sein wird die Ausgabe in der Mediathek der Universitätsbibliothek, die bei Fragen zur Benutzung gerne Auskunft erteilt. Vgl. auch www.ub.uni-heidelberg.de/a-z/d.html, Stichwort: Datenbanken. Hilfestellung auch über E-mail: ub-info@uni-hd.de bzw. ub-hotline@uni-hd.de).

Jürgen Miethke ende

 

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Updated: 09.02.2003