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Editorial

Vor ein paar Jahren erinnerte sich ein emeritierter Professor dieser Universität in einem Aufsatz mit dem Titel "Vom Geiste Heidelbergs" an ein "unvergessliches" Theatererlebnis seiner Kindheit: "Alt-Heidelberg". Gemeint ist das gleichnamige Schauspiel eines gewissen Meyer-Förster, dessen Handlung schnell erzählt ist: Der Erbprinz Karl-Heinrich aus dem fiktiven Sachsen-Karlsburg wird zum Studieren in das real existierende Heidelberg geschickt. Und verliebt sich dort – Herz über Kopf – in die Kellnerin Käthie. Doch nach nur vier Monaten Aufenthalt ruft plötzlich die Regierungspflicht und die standesgemäße Heirat. Dem frisch gebackenen Fürsten bleiben nur Erinnerungen an die glücklichste Zeit seines Lebens, an Käthie und den Ort seiner Sehnsucht: Heidelberg. 1901 in Berlin uraufgeführt mauserte sich das Stück innerhalb kürzester Zeit zu einem internationalen Theatererfolg, Bearbeitungen ("Student Prince"!) und Verfilmungen – allein drei in Hollywood – folgten. Fazit: Der Bekanntheitsgrad Heidelbergs und seiner Universität in aller Welt wurde nachhaltig gesteigert. Doch so "unvergesslich" das kindliche Theatererlebnis, letztlich fällt das Urteil in erwähntem Aufsatz unerbittlich aus: Von einem "Trivialmythos", gar von einem "fatalen Heidelberg-Mythos" ist da die Rede, "der sich nahe und jenseits der Grenze vom Kitsch" ansiedele. Mit dem "Geist" Heidelbergs habe dies jedenfalls nichts zu tun. Der Autor dieses Aufsatzes hat nicht ganz unrecht. Und dennoch: Gerade in Zeiten, in denen sich die Hochschulen einem verstärkten Wettbewerb ausgesetzt sehen und eine Universität wie die in Heidelberg erfolgreich ihre internationale Trumpfkarte ausspielt, sollte man etwas nachsichtiger sein. Stolz sein muss die Ruperto Carola auf ihren fiktiven Alumnus Prinz Karl Heinrich nicht, aber ein schmunzelndes Bekenntnis zu dessen wirkungsvollem Lob der Universität wäre inzwischen eigentlich angebracht. Oder nicht?

Oliver Fink ende

 

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Updated: 09.02.2003