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Opposition schlägt Regierung

Wortgewaltig: Erste Show-Debatte des Debating Club Heidelberg e.V.
Im letzten "Unispiegel" haben wir an dieser Stelle über die Aktivitäten des studentischen Debattierclubs "Die Rederei" berichtet. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Es gibt noch eine weitere studentische Gruppe, die sich der Pflege des gehobenen Streitgesprächs verschrieben hat.
Regierung und Opposition nach der hitzigen Generaldebatte.  Foto : Welker

Regierung und Opposition nach der hitzigen Generaldebatte. Foto : Welker

Gewonnen haben sie nicht. Doch was die Redner des Debating Club Heidelberg e.V. ihrem Publikum präsentierten, überzeugte Kritiker wie Konkurrenten: die erste Show-Debatte in der voll besetzten Aula der Alten Universität. "Videoüberwachung in Heidelberg?" hieß die Frage, die am Abend des 3. Dezembers die Gemüter erhitzte. Drei Studenten stritten sich mit drei Professoren um die besseren Argumente – doch die strengen Regeln der "Offenen Parlamentarischen Debatte" mussten eingehalten werden. Das Ergebnis: Ein spannendes Wortgefecht mit hohem Informationsgehalt.

Die Club-Mitglieder Daniel und Rouven Soudry und Korneljo Grabovac stellten die "Regierung", die den ineffizienten Mitteleinsatz in der Kriminalitätsbekämpfung beklagte und eine Videoüberwachung in der Hauptstraße, am Bismarckplatz und im Neuenheimer Feld forderte. "Wir verlieren nichts und können nur gewinnen", sagte Rouven Soudry. Sein Anliegen: Einsparungen durch Prävention. Dagegen wehrte sich Prof. Reinhard Mußgnung, der zusammen mit seinen Kollegen Wolfgang Gast und Rudolf Wagner die "Opposition" vertrat: "Nicht alles, was zulässig ist, ist deshalb auch vernünftig." Das Professorenteam plädierte für mehr Zivilcourage und gesellschaftliche Mittel der Kriminalitätsbekämpfung. "Wir wollen keinen schamlosen Voyeur", sagte Prof. Gast.

Dass Reden gelernt sein will, zeigten die Beiträge der Kontrahenten: Während es einem Studenten regelrecht die Sprache verschlug, bediente sich ein Professor unlauterer Mittel, indem er in der Zusammenfassung ein neues Argument gebrauchte. Fragen und Zwischenrufe erheiterten das Publikum, die Redesituation wurde zur Herausforderung. Ohne anschauliche Beispiele und überspitzte Formulierungen ("So wird Datenschutz zum Tatenschutz!") wirkten gute Argumente blass. Dass Kriminalität jedoch kein "Modetrend" ist, musste auch Prof. Wagner einräumen, der – ansonsten überzeugend – gegen den Vorschlag der "Regierung" wetterte.

Die "Opposition" konnte schließlich die Mehrzahl der freien – und über den Antrag entscheidenden – Redner für sich gewinnen. Gefragt war auch die Meinung des Publikums, das am Ende – genauso wie die Jury – die besten Redner wählte. Über ein Jahresabonnement der ZEIT, die diese Debatte unterstützte, konnten sich Prof. Mußgnug und die Brüder Soudry freuen. "Sie wurden entweder als Polemiker geboren oder haben die Professur eines Scherzkekses erworben", schmunzelte Jury-Mitglied Rektor Peter Hommelhoff anerkennend.

Anne Allmeling ende

 

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Updated: 09.02.2003