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Rituale – dynamisch

Neuer kulturwissenschaftler SFB eröffnet
Auf der einen Seite die Vertreter einer neuen Wissenschaftlergemeinschaft, ihnen gegenüber sitzend ein bunter Haufen interessierter Öffentlichkeit. Dazwischen drei Schalengefäße, zum Teil mit Blüten gefüllt. Kurios – die Aula der Alten Universität glich an diesem Abend einer Theaterbühne. Eröffnet wurde der neue Sonderforschungsbereich "Ritualdynamik", kurz: SFB 619.
Rituale -- Logo Corporate Identity : Logo des neuen Sonderforschungsbereichs Ritualdynamik

Grünes Licht für diesen hatte bereits im Mai die Deutsche Forschungsgemeinschaft gegeben. Das auf zwölf Jahre angelegte Projekt mit dem Untertitel "Soziokulturelle Prozesse in historischer und kulturvergleichender Perspektive" umfasst gegenwärtig siebzehn Teilprojekte mit nahezu sechzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus fünfzehn überwiegend kulturwissenschaftlichen Fächern in sechs Fakultäten. Mit der Bewilligungssumme von über 3,5 Millionen Euro konnten für die nächsten drei Jahre mehr als zwanzig wissenschaftliche Stellen geschaffen werden. Ziel dieses weltweit einmaligen Fächerverbundes der Ritualforschung ist es, in vergleichender Perspektive das bislang kaum beachtete Phänomen der Ritualdynamik in außereuropäischen und europäischen Kulturen sowohl des Altertums als auch der Moderne zu untersuchen.

Ging man bislang davon aus, Rituale seien stereotype und erstarrte Verhaltensformen, deren Genese nur schwer nachweisbar ist, wird sich das geplante Projekt vorrangig der Frage nach Entstehen und Vergehen ritueller Praktiken, den Gründen und Zwecken von Ritualerfindungen und den Motiven der Ritualkritik widmen. Eine der Ausgangshypothesen: Rituale repräsentieren einen Handlungstyp sui generis. Ansporn des neuen Sonderforschungsbereichs: die Etablierung einer eigenständigen Ritualwissenschaft, in deren Zentrum die genaue Bestimmung der Bedingungen, Modi und Funktionen rituellen Handelns steht.

Und für ein solches Projekt muss der öffentliche Auftakt natürlich stilvoll begangen werden. Der SFB 619 tat dies mit einem eigens für diesen Zweck entworfenen Eröffnungsritual, in dem traditionelle Formen der Disputation lebendig wurden. Rektor Prof. Peter Hommelhoff führte in den Abend mit einer salutatio ein. Dem folgte, nach einer introductio von Prof. Axel Michaels, dem Sprecher des SFB und Moderator der Auftaktveranstaltung, Prof. Walter Burkert aus Zürich; der bedeutende Ritualforscher und DFG-Gutachter für den neuen Sonderforschungsbereich widmete seine lectio dem Thema "Ritual zwischen Ethologie und Postmoderne". Im Anschluss an diesen Vortrag ging es um die Streifrage: "Sind Rituale (sozio-) biologisch programmiert?" Dr. Christiane Brosius (opponens) und Prof. Harth (respondens) trafen hier – räumlich gegenübergestellt – aufeinander. Das Resümee zum Abschluss zog schließlich Prorektor Prof. Angelos Chaniotis (determinatio), der selbst einen Projektbereich des neuen SFB leitet. – Einen informativen Überblick über das gesamte Vorhaben gewährt die Homepage: www.ritualdynamik.uni-hd.de

of ende

 

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Updated: 07.12.2002